IS-Propaganda made in Germany

Deutschlands prominentester IS-Besucher beklagt sich bitterlich über die Vertreibung seiner Gastgeber aus Ramadi:

DIE WAHRHEIT ÜBER RAMADI:
Die Stadt wurde nicht befreit, sondern zerstört.
Und über 90% der IS-Kämpfer entkamen.

Liebe Freunde, nach dreimonatiger Schlacht um Ramadi bejubelt der Westen einen seltsamen Sieg: Unterstützt von massiven Bombardements der US-Luftwaffe haben 20.000 irakische Soldaten und Milizen 2000 IS-Terroristen gezwungen, sich in andere Regionen Iraks und Syriens zurückzuziehen.20.000 gegen 2000 – am Ende sogar nur noch gegen 300! Statt den IS auszuschalten, hat man eine Stadt zerstört. Das soll ein „Sieg über den IS“ sein?

(Jürgen Todenhöfer)

Bei Todenhöfer darf der IS nur von Allah gestoppt werden.

Darauf hätte man allerdings wohl lange warten können.

Die einzigen, die neben Allah würdig genug sind, den IS zu bekämpfen, sind Todenhöfers „edle Zaids“, die er in seinen karlmayesken Büchern beschrieben hatte:

Warum tötest du, Zaid?

Was Todenhöfer allerdings für den „säkularen irakischen Widerstand“ hielt, war tatsächlich genau der IS:

Eine Fehleinschätzung von Politikern und Medien, die den Irak nicht kennen. Die Terrororganisation Isis spielt nur scheinbar die alles überragende Rolle. Der Aufstand wird in Wirklichkeit überwiegend vom FNPI getragen, dem „Nationalen, Panarabischen und Islamischen Widerstand“ des Irak. Das ist eine säkulare Koalition mehrerer Gruppen, die schon mit großem Erfolg gegen die US-Armee gekämpft haben. Dieser irakische Widerstand, bei dem ich 2007 im umkämpften Ramadi eine Woche verbrachte, ist von den USA jahrelang systematisch totgeschwiegen worden, obwohl er ihr Hauptfeind war. Er hat sie letztlich aus dem Irak vertrieben.

(Jürgen Todenhöfer – Frankfurter Rundschau)

Todenhöfer schmeißt besonders gerne mit Zahlen und Prozenten um sich, die seine „Wahrheiten“ belegen sollen:

80% der Gebäude und der Infrastruktur Ramadis sind völlig oder teilweise zerstört

500 irakische Soldaten kamen ums Leben;
aber ’nur‘ 100 bis 150 IS-Kämpfer starben (vor allem durch eigene Selbstmordanschläge).

Dabei nützt Todenhöfer den Vorteil, dass seine unseriösen Behauptungen nicht seriös widerlegt werden können, zumal es zu Ramadi noch keine objektiven Zahlen gibt.

Was von seinen Zahlen und Prozentangaben zu halten ist, kann man jedoch gut erkennen, wenn man seine Behauptungen zu antisemitischen Übergriffen in Deutschland betrachtet:

Liebe Freunde,

Sarrazin, Rechtsradikalismus und Pegida sind eine schlimme Pest. Sie kämpfen nicht gegen den Untergang des Abendlands. Sie sind sein Untergang.

Damals demonstrierten die Rechtsradikalen gegen Juden, heute gegen Flüchtlinge, Ausländer, Muslime. Und wieder gegen Juden.

95 Prozent aller antisemitischem Übergriffe kommen von Rechtsextremen.

Die behaupteten 95 % entbehren jeglicher faktischen Grundlage.

Tatsächlich fanden 2014 die meisten Übergriffe im Rahmen von Anti-Israel-Kundgebungen statt, welche regelmäßig zu Pogromen gegen Juden ausarteten:

25. April Berlin: Ein junger Israeli wird in Kreuzberg von sechs Palästinensern angegriffen und krankenhausreif geschlagen.

12. Juli Frankfurt am Main: Pro-palästinensische Aktivisten rufen bei einer Demonstration antisemitische Parolen wie „Kindermörder Israel“ über den Lautsprecher der Polizei aus.
Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, München: Bei Demonstrationen ist der Ruf „Kindermörder Israel“ oder „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ zu hören.

17. Juli 2014 Berlin: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“, rufen pro-palästinensische Demonstranten in Berlin. In den folgenden Tagen kommt es zu mehreren Vorfällen in der Hauptstadt. Ein Mann wird angegriffen, weil er eine Kippa trägt. Ein Imam predigt in einer Neuköllner Moschee: „Oh Allah, vernichte die zionistischen Juden.“ Der Zentralrat der Juden u.a. erstatten Anzeige wegen Volksverhetzung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

18. Juli: Essen: Im Anschluss an eine pro-palästinensische Demonstration der Linksjugend Solid Ruhr greifen deren Teilnehmer eine pro-israelische Kundgebung mit Flaschen, Steinen und Böllern an. Sie rufen „Scheiß Jude, brenn“. Am selben Tag gibt es 14 Festnahmen wegen des Verdachts auf Aktionen gegen die Alte Synagoge Essen. Inzwischen hat die Polizei 66 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

19./20. Juli Berlin: Bei einer pro-palästinensischen Demonstration wird ein isarelisches Ehepaar, das zufällig den Weg kreuzt, massiv bedroht und muss von der Polizei geschützt werden. Die Demonstranten rufen: „Nazimörder Israel!“, „Scheiß Juden, wir kriegen Euch!“ und „Wir bringen euch um!“

24. Juli Berlin: Ein 19-Jähriger wird auf dem Weg zur Synagoge in der Passauer Straße von einem Unbekannten mit der Faust geschlagen. Seine Brille fällt zu Boden und geht kaputt. Das Opfer trug eine Kippa.

25. Juli Berlin: Auf der Demo zum Al Quds Tag rufen pro-palästinensische Demonstranten die Parole „Israel vergasen“, auch „Sieg Heil“-Rufe werden vernommen.

29. Juli Wuppertal: Molotow Cocktails werden auf die Barmer Synagoge geworfen. Mittlerweile sitzen drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Frankfurt a. M.: Ein Unbekannter droht am Telefon damit, 30 Frankfurter Juden zu ermorden, sollte seiner Familie in Gaza etwas passieren.

(Zentralrat der Juden)

Die Teilnehmer solcher Veranstaltungen sind genau die Leute, die auch Todenhöfers antisemitischen Mist, der als „Sorge um Gaza“ verbrämt wird, konsumieren.

Todenhöfer fordert eine strenge Bestrafung der Täter:

Es kann nach Artikel 8 Absatz 2 „auf Grund von Gesetzen eingeschränkt werden.“ ‚Volksverhetzung‘ und ‚Gotteslästerung‘ sind solche Anlässe. In Paragraph 130 unseres Strafgesetzbuches heißt es unter anderem: „Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, gegen eine nationale, rassische, religiöse Gruppe zum Hass aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“ Warum, verdammt nochmal, geschieht das nicht?

Würde man den Paragraphen ernst nehmen, wäre er selbst der erste, den man für seine antiisraelischen Hetztiraden, die zu gewaltsamen Übergriffen gegen Juden führen, verurteilen müsste.

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5 Antworten to “IS-Propaganda made in Germany”

  1. Jutta Hartung Says:

    Der Mann – Todenhöfer- denkt seit langen Jahren nur noch in islamischen Endlosschleifen. Deshalb kann man einen starken Realitätsverlust erkennen, der islamische Mythen aufsaugt, wie andere die Muttermilch.
    Er hat die Ebene des klaren, faktischen Denkens schon lange verlassen – und ich warte schon jahrelang darauf, dass er sich endlich als Konvertit, Muslim, zu erkennen gibt.

  2. Todenhöfers falsche Zahlen | Aron Sperber Says:

    […] seine “Wahrheiten” zu belegen, schmeißt Todenhöfer stets unverfroren mit Zahlen und Prozentangaben um […]

  3. Todenhöfers frei erfundene Fakten | Aron Sperber Says:

    […] seine „Wahrheiten“ zu belegen, schmeißt Todenhöfer stets unverfroren mit seinen eigenen Fakten, Zahlen und […]

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