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Die Heinzelmännchen von heute

März 29, 2016

Einst erzählte man deutschen Kindern von den guten Taten der Heinzelmännchen.

Heute sind es syrische Flüchtlingsmännchen, die den zerstreuten Deutschen regelmäßig ihre prall mit Euros gefüllten Brieftaschen hinterhertragen.

Als ein boshafter NPD-Kobold, Todfeind aller hilfsbereiten Heinzelmännchen, mit seinem Auto verunglückte, durfte sich die Frankfurter Rundschau die Gelegenheit nicht entgehen lassen, daraus eine für die deutschen Kinder besonders erbauliche Geschichte zu stricken.

Die Rettung eines NPD-Phärisäers durch syrische Samariter lieferte den Stoff für eine Osterpredigt, wie sie nicht einmal von Margot Käßmann oder Jakob Augstein schöner hätte konzipiert werden können.

Sämtliche deutsche Medien beteten die Geschichte ungeprüft nach (wie man auch jeden Brieftaschenfund zuvor brav gemeldet hatte).

Autounfälle sind allerdings etwas komplexer als angebliche Brieftaschenfunde, und so war leider damit zu rechnen, dass sich jemand (natürlich kein professioneller Journalist) doch die Mühe machen würde, der Geschichte ernsthaft nachzugehen:

Ich war überrascht von der Bereitwilligkeit, mit der die von mir kontaktierten Vertreter der  beteiligten Einsatzkräfte sowie die Mitarbeiter der Behörden Auskunft gaben. Und so ist es offenbar abgelaufen: Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens am Morgen des 16. März 2016 befuhren auch zwei Busse mit Asylbewerbern der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen die Bundesstraße 521. Einer der Busfahrer stieg aus, um am verunglückten Fahrzeug zu sehen, was getan werden könne. Er rief seinen Kollegen zu sich, um ihm zu helfen, den verunglückten Fahrer loszuschnallen und aus dem Auto zu befreien. Später stiegen auch einige Asylbewerber aus den Bussen und traten hinzu. Die Rundschau beruft sich in ihrer Darstellung von den syrischen Rettern auf einen Feuerwehrmann, der jedoch – wie er mir mitteilte – lediglich gehört hatte, wie ein Dolmetscher auf Befragen durch einen Sanitäter angab, der Fahrer sei losgeschnallt worden.

(Ramin Peymani – Klodeckel des Tages)

Die NPD ist eine miese, antidemokratische Partei, die man meiner Ansicht nach durchaus verbieten sollte.

Den Unfall eines Menschen für eigene Propaganda-Zwecke zu missbrauchen, ist jedoch mies, egal wie mies der Gegner ist.

Es ist traurig, wenn ein antidemokratischer NPD-Mann der deutschen Demokratie zu Recht vorwerfen kann, dass Dinge noch lange keine „Tatsachen“ seien, nur weil sie in sämtlichen Zeitungen stünden: