Märchen für gute Erwachsene

Eine Gruppe von Flüchtlingen ist in einem Lkw eingesperrt. Der Sauerstoff wird knapp. Ein kleiner Junge (7) aus Afghanistan greift zum Handy und rettet 15 Leben.

Die Botschaft erreichte Liz Clegg, die als Freiwillige für die Hilfsorganisation Help Refugees in Nordfrankreich arbeitet. Clegg war gerade auf einer Konferenz in New York, als ihr Telefon aufleuchtete. Die SMS war in gebrochenem Englisch geschrieben: „I ned halp darivar no stap car no oksijan in the car no signal iam in the cantenar. Iam no jokan valla“. Clegg verstand sofort: „Ich brauche Hilfe. Der Fahrer hält nicht an. Kein Sauerstoff im Wagen. Kein Signal. Ich bin in einem Container. Ich mache keine Witze. Ich schwöre bei Gott.“

Clegg kennt Ahmed, sie wusste, dass dies kein Scherz war. Im März hatten sie und andere Freiwillige im Flüchtlingslager im französischen Calais Hunderte einfache Mobiltelefone an Kinder verteilt, die in dem armseligen Camp lebten, das „der Dschungel“ genannt wird. Für Notfälle hatten sie eine Nummer eingespeichert. Diese, so wurde Ahmed und anderen Kindern gesagt, sollten sie anrufen, wenn sie in Gefahr geraten.

Den Hilferuf gab Clegg umgehend an ihre Kollegin Tanya Freedman in Großbritannien weiter, die die Polizei in Kent im Südosten Englands einschaltete. Die Polizei habe schnell reagiert, sagte Freedman später. Nachdem sie den Beamten berichtet hatte, dass mehrere Menschen in Lebensgefahr schwebten, habe die Polizei sofort einen Übersetzer angefordert, der Paschtu spricht. Der rief Ahmed auf dem Handy an und bestätigte die Lage. Währenddessen wurde das Handy des Jungen geortet. Demnach waren Ahmed und die anderen in Leicestershire, etwa 180 Kilometer nordwestlich von London.

(Die Zeit)

Bei dieser Geschichte ist nicht nur ein Punkt, sondern so gut wie alles unplausibel.

Von der Polizei wurde lediglich bestätigt, dass man einen LKW mit 14 Flüchtlingen in Leicestershire gestoppt habe.

A police spokeswoman confirmed a truck was stopped at a motorway service station in Leicestershire in central England on Thursday, and 14 people were arrested on suspicion of being illegal immigrants.

(Daily Mail)

Der Rest der Geschichte beruht auf Behauptungen einer Refugees-NGO.

Tanya Freedman von „Help Refugees“ brachte die Polizei auf die Spur des LKW

(Tanya Freedman von „Help Refugees“)

Doch wenn die Moral einer Geschichte passt, wird nicht recherchiert (auch wenn oft ein Anruf bei der Polizei ausreichen würde), sondern die NGO-Story völlig unkritisch 1:1 übernommen.

Kollegen aus aller Welt beten die hochmoralische Geschichte dann einander nach.

Die Leser murren zwar in den Kommentarspalten. Von den professionellen Journalisten möchte jedoch keiner als kleinlicher rechter Unmensch vor den Kollegen dastehen, und so haben jene modernen Märchen einen langen Bestand.

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6 Antworten to “Märchen für gute Erwachsene”

  1. Olaf Says:

    Linke sind Lügner, und Moslems sind Lügner. Wenn linke Dschurnalisten über Moslems berichten, ist alles komplett, tutto, total gelogen.

    • aron2201sperber Says:

      zumindest lassen sie sich gerne belügen – und erzählen diese Lügen weiter, selbst wenn sie sie für die Wahrheit halten

    • aron2201sperber Says:

      jeder einzelne Punkte des Plots schreit förmlich danach, in Frage gestellt zu werden.

      ein 7jähriger Afghane, der als einziger ein Handy haben soll

      ein 7jähriger Afghane, der auf Englisch eine SMS schreibt.

      eine freiwillige Helferin, die gerade in NY weilt, die sich ausgerechnet an ihn persönlich erinnern kann

      die Polizei, die einen Dolmetscher engagiert, um zurückzurufen

      der knappe Sauerstoff, der dann wie im Film auf einmal doch bis zur filmreifen Rettung reicht

  2. American Viewer Says:

    Heute kamen in der FAS ein paar interessante Nebensätze über UN-Organisationen und NGOs wie „Ärzte ohne Grenzen“ und so weiter.

    Die NGOs und UN-Organisationen verlassen in Griechenland mittlerweile so einige Lager mit der Begründung man arbeite generell nicht in Lagern, wo die Migranten „eingesperrt“ würden.

    Selbst die FAS merkte an dieser Stelle an diese Aussagen seien hanebüchen verlogen, denn in Lagern im Libanon und in Jordanien, wo die Migranten viel schlimmer eingesperrt werden, würden sich die gleichen NGOs gegenseitig auf den Füßen stehen – und die Lager sogar zusammen mit den UN-Organisationen selbst betreiben.

    Mit Stacheldraht, Wachtürmen und allen drum und dran. Und die Lager dort dürfe man nur in eine Richtung wieder verlassen: Richtung Syrien.

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