Horrorzahlen für den guten Zweck

Italiens linke Regierung lässt zwar stets politisch korrekt alle Boote auffischen. Für die Versorgung der selbstlos Geretteten sollen dann die herzlosen nördlichen Wohlfahrtsstaaten aufkommen.

Pünktlich zum Auftakt der Reisesaison verbreitet die italienische Regierung wieder Horrormeldungen, die ihre Schleuser-Politik rechtfertigen sollen:

Im südlichen Mittelmeer hat sich offenbar ein neues Flüchtlingsunglück mit vielen Toten ereignet. „Es sieht so aus, als seien Hunderte Menschen gestorben“, sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella. Es habe sich eine Tragödie auf See ereignet, sagte das Staatsoberhaupt während einer Preisverleihung in Rom. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni sagte: „Es ist sicher, dass wir es genau ein Jahr nach der Tragödie in libyschen Gewässern wieder mit einer Tragödie zu tun haben.“ Die verunglückten Menschen waren demnach in Ägypten aufgebrochen. Konkrete Opferzahlen nannte er nicht.

(SPON)

Italiens Medien wissen es von „Mail online“, die wiederum „BBC Arabic“ zitiert haben, die es wiederum aus „lokalen Quellen“ erfahren haben wollen:

A darne notizia, parlando di 400 dispersi, è ilMail online, citando la Bbc Arabic che, a sua volta, riprende fonti locali.

(Corriere della Sera)

Aber für Italiens Regierung und den Spiegel stimmt es „offenbar“ – auch wenn die italienische Küstenwache nichts davon wusste.

12 Antworten to “Horrorzahlen für den guten Zweck”

  1. American Viewer Says:

    Mal gucken wie migrantenfreundlich die italienische Regierung und ihrer Wähler bleiben, wenn Österreich die Grenzen zu Italien wirklich dicht macht.

    Dann kann man nicht mehr einfach durchwinken. Dann bleiben große Teile der Völkerwanderung erst einmal in Italien.

  2. jsbielicki Says:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  3. aron2201sperber Says:

    Kurz sieht ist weder mal richtig:

    http://www.oe24.at/welt/Hunderte-Fluechtlinge-ertrinken-im-Mittelmeer/232299892

    Rettung darf nicht automatisch Einreise und Aufenthaltsrecht bedeuten

  4. aron2201sperber Says:

    selbst die deutsche Welle ist etwas verwirrt:

    http://www.dw.com/de/verwirrung-um-angebliches-fl%C3%BCchtlingsdrama-im-mittelmeer/a-19195918

    • Olaf Says:

      Wenn sie jetzt schon von Ägypten aus starten, dann könnten sie auch probieren von Marokko nach England oder die USA zu schippern.

  5. aron2201sperber Says:

    diesmal hat es die italienische Regierung echt übertrieben und nicht einmal IOM und der UNHCR springen auf den Zug auf bzw. verlassen die sinkende Geschichte:

    „Es ist wirklich ein Mysterium. Wir können das Unglück weder bestätigen noch dementieren“, sagte Flavio di Giacomo, der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Italien.

    Auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Italien hatte bis Mittag keine neuen Erkenntnisse zu den Berichten. „Wir stehen seit gestern in Kontakt mit der italienischen, der griechischen und der ägyptischen Küstenwache, und keine der drei weiß bisher Konkretes“, sagte eine Sprecherin. „Aber das muss natürlich nichts heißen und bedeutet nicht, dass es kein Unglück gegeben hat.“

    http://orf.at/#/stories/2335406/

  6. Die versunkene Tragödie | Aron Sperber Says:

    […] meinen Lehrern Raymond Aron und Manès Sperber gewidmet « Horrorzahlen für den guten Zweck […]

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