Sadiq Khans Leistung?

Der Sieg eines muslimischen „Busfahrersohnes“ gegen einen jüdischen „Milliardärssohn“ ließ natürlich die Herzen aller progressiven Söhne höher schlagen.

Gewählt zu werden, ist jedoch noch keine große Leistung.

Zu bewundern ist im Moment höchstens die Mehrheit der Londoner, die trotz aller Probleme mit islamischem Extremismus einen Muslim das Vertrauen geschenkt hat.

Wie nach Obamas Wahl werden sich allerdings auch die Londoner trotz ihrer „richtigen“ Wahl sogar noch mehr Islamophobie-Vorwürfe anhören müssen, da nun die progressiven Islamophobie-Geißler erst recht Oberwasser haben.

Der Liebling aller Guten zu sein, macht am Ende noch lange keinen guten Amtsträger aus, wie man am Beispiel Barack Obamas beobachten konnte.

Man wird sehen, ob Herr Khan es besser machen wird.

Einige Fakten aus seiner Vergangenheit lassen jedoch befürchten, dass einige der von Khans Gegnern geäußerten Vorwürfe doch nicht so haltlos gewesen sein dürften, wie es in den meisten deutschen Medien dargestellt wurde:

Sadiq Khan versprach, ein Bürgermeister für alle Londoner zu sein und denunzierte in seinem ersten Wahlkampf als MP für Tooting seinen den Ahmadi zugehörigen Konkurrenten als „nicht muslimisch genug„, womit er die Spaltung in der muslimischen Gemeinschaft noch verstärkte.

Khan betont in Interviews, er habe sein Leben dem Kampf gegen Extremismus und Radikalisierung gewidmet, aber verharmloste als Vertreter des Muslim Council of Britain im Parlament den Terrorideologen Yusuf al-Qaradawi als missverstanden und wahrhaft moderat.

Khan verurteilte die Vorwürfe gegen ihn wegen Teilnahme an Veranstaltungen mit Terrororganisationen als rassistisch und nannte moderate Muslime „Uncle Toms“ (ein herabsetzender Begriff, der freiwillige Unterwürfigkeit meint).

Er votierte für die Gleichstellung von Homosexuellen und stellte als einen der engsten Mitarbeiter für den Wahlkampf einen Mann ein, der seinem Hass auf Homosexuelle offen auf Twitter Ausdruck gab.

Er forderte als einer der ersten den Ausschluss Ken Livingstones wegen dessen antisemitischer Äußerungen aus der Labourpartei und plant als Bürgermeister Israel zu besuchen. Dennoch pflichtete Khan Baroness Warsi bei, die 2014 wegen der ihrer Ansicht nach mangelnder Unterstützung Camerons für Gaza von ihrem Ministerposten zurücktrat. Israel musste sich zu diesem Zeitpunkt gegen massive Angriffe aus dem Gazastreifen zur Wehr setzen.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Ob Sadiq Khan nur sein jeweiliges Publikum bedient oder doch einer Agenda folgt, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

(F+F – Rebecca Schönbach)

Schlagwörter:

10 Antworten to “Sadiq Khans Leistung?”

  1. salamshalom Says:

    Zunächst einmal ist es auf jedenfall eine herausragende Leistung, als Moslem in einer westlichen Kern-Hauptstadt überhaupt gewählt zu werden. Vor allem wenn der Widersacher ein jüdischer Mitbürger ist, der die Wege in der City of London im Schlaf gehen könnte.
    Diese Leistung man nict relativieren. Im Grunde, wäre ich jetzt AfD`ler, müsste ich aus meinem Korsett springen, denn das ist eine brutale Bestätigun deren Basisbefürchtung, der Islamisiserung des Abendlandes. Und was für eine😉 …
    Dann muss sich ein jeder selbstverständlich an seinen Leistungen und Vorwahlversprechen messen lassen, so was nennt man Entlastung und trifft sie alle, die Amtsinhaber: Von Moslem bis Jude, von Manila bis London, von Berlin bis Washington.
    Und schliesslich fällt eine Beurteilung Obamas, vor alem im Vergleich zu seinem Vorgänger, bei vielen gar nicht so schlecht aus. Nicht weil Obama so eine geile Nummer war (nichtsdestotrotz sind einige Verbesserungen und politische Tabubrüche von ihm in die Wege geleitet worden, die man anerkennen muss), sondern weil Brezel-Bush die Messlatte einfach so brutal niedrig gelegt hat, dass eine noch schlechtere Leistung auf dem US-Präsidentenstuhl nur noch mit viel Drogen und Grenzdebilität zu bewerstelligen gewesen wäre…
    In so fern: Was Sadiq Kh. geschafft hat, müssen die Trumps und Clintons erst noch hinbekommen und dann gilt für alle, „zeigt mal, was ihr drauf habt“…

    • aron2201sperber Says:

      Zunächst einmal ist es auf jedenfall eine herausragende Leistung, als Moslem in einer westlichen Kern-Hauptstadt überhaupt gewählt zu werden. Vor allem wenn der Widersacher ein jüdischer Mitbürger ist, der die Wege in der City of London im Schlaf gehen könnte.

      Was ist daran eine herausragende Leistung?

      Geld-Juden sind für einheimische und importierte Antisemiten das große Feindbild, da hat man selbst als islamischer Terroristen-Anwalt gute Chancen, gewählt zu werden.

  2. aron2201sperber Says:

    als Anwalt hatte der „gemäßigte“ Muslim immer wieder al-Qaida-Leute vertreten, dafür erntetet er im Land der RAF-Anwälte natürlich Vorschusslorbeeren.

    man fragt sich, ob dasselbe auch für einen amerikanischen KKK-Anwalt gelten würde, der als gemäßigter Konservativer für die Republikaner antreten würde oder für einen deutschen Pegida-Anwalt als AfD-Bürgermeister?

    dass sich gemäßigte Muslime gerne für ihre radikaleren Brüder stark machen, ist ein oft beobachtetes Phänomen:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/12/12/muslimbrueder-machen-salafisten-die-mauer/

    Herr Khan ist der „gute Muslim“. Letztlich hält er dem „bösen Muslim“ die Stange, wenn es eng wird

  3. aron2201sperber Says:

    passend zur Wahl wird Londonistan mit „Allah ist great“-Propaganda überzogen:

    http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/muslim-charity-islamic-relief-allah-is-great-posters-buses-islam-positive-light-a7019396.html

  4. Tourix Says:

    Grundsätzlich kann auch ein Muslim ein fähiger säkularer Politiker sein, wie es hier einige Beispiele gibt:
    Ismail Tipi, CDU,
    Cem Özdemir, Grüne
    Leyla Onur, SPD
    und so weiter und so fort. Allerdings sind alle weitgehend säkular und teilweise sogar Islamkritiker. Und natürlich sind sie vollständig integriert.

    Aber bei diesem Khan habe ich den Eindruck, dass seine Wahl unangenehme Folgen haben wird. Fragt sich nur, wie es dazu kommen konnte, dass er überhaupt gewählt wird.
    Ist der Anteil an Gutmenschen und Islamisten in London schon derart hoch ?

    • aron2201sperber Says:

      Keine Frage, dass Muslime sehr gute demokratische Politiker sein können, wenn sie sich vom politischen Islam lossagen

      Muslime sind sogar die kompetentesten Islam-Kritiker.

      Hamed Abdel-Samad schreibt im deutschen Sprachraum die besten Bücher über den Islam.

      und Imad Karim hat gerade eine Spitzen-Replik auf einen Todenhöfer-Facebook-Eintrag verfasst:

      Jürgen Todenhöfer, all das, was Sie hier aufzählen ist hohle Polemik mit falschen Behauptungen. Ich bin Araber und kann Ihnen genau sagen, von wem wir all das geklaut haben. Ich kann Ihnen und Ihren Gleichen empirisch aufzeigen, von welcher alten Kultur was übernommen (geklaut ) wurde. Ihre schwachen und inhaltlosen „advokatischen“ Vorträge über den „Superislam“ sind mehr als peinlich. Wir, im Islam geborene, arabischsprechende und an arabischen Universitäten, zum Teil an Al Azhar studierende Menschen, die heute und seit geraumer Zeit als Agnostiker leben, könnten Menschen, wie Sie innerhalb von 20 Min. entlarven und jedem beweisen, dass Sie vom Islam soviel Ahnung haben, wie ich von der Raumfahrttechnk……NICHTS!!!!!!
      (Imad Karim)

      • Tourix Says:

        Boah, das ist wirklich deftig, was Karim über Todenhöfer losgelassen hat.
        Gefällt mir.
        Das Problem ist, dass Todenhöfer offenbar von den Linken ernst genommen wird, bzw. sogar als „Fachmann“ bezeichnet wird.

        Zu Khans Wahl lässt sich leider nur dasselbe finden.
        Lediglich in Telepolis wird man etwas genauer, aber der Artikel wurde von einem Khan-Freund geschrieben.

    • Eloman Says:

      Ahmed Aboutaleb aus Rotterdam wäre auch einer.

    • olaf Says:

      Özedmir?Sie meinen den der jeden als Nazi beschimpft der gegen eine Moschee in seiner Nähe ist aber selber eine Moschee aus seinem Mietshaus klagte obwohl diese schon bestand bevor er einzog.?Ja ein wirklich toller Politiker!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: