Syrer von 2015 sind nicht unsere Iraner von 1979

Letzten Sommer waren die Syrer noch ein unbeschriebenes Blatt, auf das man alle möglichen Herzchirurgenwünsche projizieren konnte:

Heute muss man sich langsam eingestehen, dass das Blatt wohl leer bleibt:

Der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, Hamburgs Universitäts-Präsident Professor Dieter Lenzen, sieht wegen des Bildungsniveaus vieler Flüchtlinge erhebliche Integrationsprobleme auf Deutschland zukommen. Der Anteil von Hochschulabgängern etwa in Syrien sei innerhalb eines Altersjahrgangs mit 15 Prozent zwar annähernd gleich hoch wie in Deutschland mit 19 Prozent, sagte Lenzen. „Das Problem sind die 65 Prozent eines Altersjahrgangs, die nach den Pisa-Tests nur auf Stufe eins des Leseverstehens operieren können.“ Sie seien im Grunde Analphabeten.

(N24)

Syrien war immer eine Diktatur. Wer zur Elite gehören wollte, musste sich mit der Diktatur arrangieren.

Als es zu Beginn der syrischen Revolution schlecht für das Assad-Regime aussah, kam auch der eine oder andere Hochgebildete aus Syrien an, über den dann in den Willkommens-Medien euphorisch berichtet wurde.

Es entstand dadurch die Illusion, dass wie nach der iranischen Revolution die Ankunft einer westlich orientierten gebildeten Elite zu erwarten gewesen wäre.

Die in den Medien präsentierten Herzchirurgen waren jedoch Ausnahmen.

Syrien war auch vor dem arabischen Frühling ein armes Land mit hoher Arbeitslosigkeit und schlechtem Bildungsniveau, das man nicht mit dem Iran unter dem Schah, sondern mit anderen bevölkerungsreichen arabischen Staaten ohne große Bodenschätze (Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten) vergleichen kann.

Die Mehrheit der Syrer sind Sunniten, schlecht gebildet und politisch den islamistischen Muslimbrüdern zuzurechnen.

Erdogan unterstützte seine syrischen Islamisten-Brüder, die bei demokratischen Wahlen wohl auch die Mehrheit erreicht hätten, weshalb sie zu Beginn der Revolution Oberwasser hatten und auch von den USA als zukünftige Sieger angesehen wurden.

Die schlecht gebildeten sunnitischen Durchschnittssyrer stellten sich jedoch im Laufe der Zeit als die großen Verlierer des syrischen Bürgerkriegs heraus.

Assad konnte sein Regime mit russischer und iranischer Hilfe festigen, und in den Sunniten-Gebieten setzten sich importierte salafistische Dschihad-Profis  gegen die einheimischen Muslimbrüder durch.

Obama hatte zwar stets den Sturz des Assad-Regimes eingefordert, jedoch ohne die Bereitschaft zu haben, entscheidend einzugreifen und mit den Durchschnittssyrern neue Verhältnisse zu schaffen.

Für die Durchschnittssyrer tat sich jedoch mit der Etablierung der Balkanroute und Merkels Einladung eine andere attraktive Option auf.

Nun verließen nicht mehr nur Syrer aus umkämpften Gebieten ihre Wohnorte, sondern alle, die mit einer Flucht in die europäischen Wohlfahrtsstaaten auf eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lebensumstände rechnen durften.

Hätten die Durchschnitts-Marokkaner, -Algerier, -Tunesier oder -Ägypter einen freien Zugang in die europäischen Wohlfahrtsstaaten gehabt, hätten viele die Gelegenheit auch ohne Krieg oder sonstige Asylgründe sofort genützt. Tatsächlich mischten sich auch viele von ihnen in den syrischen Flüchtlingsstrom.

4 Antworten to “Syrer von 2015 sind nicht unsere Iraner von 1979”

  1. aron2201sperber Says:

    auch Syrer wie Bassam Tibi unterscheiden sich grundlegend von den Syrern von 2015:

    http://www.welt.de/debatte/article156781355/Heute-sieht-Goettingen-aus-wie-ein-Fluechtlingslager.html

    laut seiner Einschätzung fühlen sich höchstens 10 % der deutschen Muslime wie er europäisch.

    die restlichen 90 % bleiben islamisch

  2. Gutartiges Geschwulst Says:

    @aron2201sperber: „Letzten Sommer waren die Syrer noch ein unbeschriebenes Blatt, auf das man alle möglichen Herzchirurgenwünsche projizieren konnte.“

    Wo wurde jemals behaupten, dass die syrischen Fachkräfte vornehmlich Herzchirurgen seien? Mit Sicherheit sind auch Soziologen und Theaterwissenschaftler unter ihnen zu finden, die unser Land so dringend braucht.

  3. Türk-Mongolische Harumzadehs und Kunis vorgestellt | Tangsir 2575 Says:

    […] Aron Sperber, der diesen Türken als Freund bezeichnet und auch gerne bei ihm kommentiert, schreibt von „unseren Iranern“. Jemand sollte doch diesem Ösi-Arschfurunkel erzählen, dass seine afschartürkischen Kumpels, die […]

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