Archive for 8. September 2016

Aleppo und Stalingrad

September 8, 2016

Beim Kampf um Aleppo gibt es keine Guten. Das geringere Übel ist wohl Assad, so wie es bei Stalingrad Stalin war.

Bildergebnis für stalingrad

Freilich hätte es für Syrien bessere Lösungen mit weniger Toten und weniger Flüchtlingen geben können. Die USA hätten als immer noch stärkste Militärmacht der Welt mit einem entschiedenen Einschreiten am Anfang des Konflikts wohl erfolgreich sein können.

Das hätte allerdings bedeutet, dass die Muslimbrüder bei demokratischen Wahlen an die Macht gekommen wären. Gedankt hätten es die hochmütigen Muslimbrüder den USA wohl kaum – sowie auch die Schiiten im Irak antiwestlich eingestellt blieben.  Russland wäre wegen Assad noch beleidigter gewesen als bei Saddam – und Obama hätte die Friedens-Agenda seiner linken Wähler verraten.

Letztlich musste es daher so kommen, wie es kommen musste. Wenn man nicht bereit ist, den Undank der Welt auszuhalten, obwohl man das Richtige täte und daher lieber nichts tut, sollte man allerdings auch aufhören, hehre Ziele zu postulieren und sich stattdessen mit dem geringeren Übel (Assad und Putin) abfinden, um das wesentlich schlimmere Übel zu bekämpfen. Das sind in Syrien die Dschihadisten (nicht nur der IS) und der islamistische Sultan in der Türkei.

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Vergossene Milch

September 8, 2016

Ungarn mit der EU zu drohen, ist natürlich ein Fehler und obendrein lächerlich.

Auch Österreichs geplante Notverordnung verstößt mit Sicherheit gegen die hehren EU-Richtlinien (die ohnehin  von niemandem mehr eingehalten werden).

Ausgerechnet die CSU sollte sich beim Ätzen jedoch besser zurückhalten:

Die geplante Asylnotverordnung und die damit verbundene Ankündigung einer österreichischen EU-Klage gegen Ungarn könnte zum Bumerang werden: Die bayrische CSU fordert von Österreich nun die Rücknahme von Flüchtlingen. Man habe „noch gut die vielen Busse aus Österreich an der deutschen Grenze vor Augen“ – und wenn Österreich nun erfreulicherweise „wieder zu Recht und Ordnung in Europa zurückkehren“ wolle, müsse es sich wohl zu allererst selbst daran halten.

(ORF)

Für die Invasion vom letzten Herbst war eindeutig Angela Merkel verantwortlich, auch wenn es statt ihr den dümmlichen österreichischen Kanzler das politische Amt gekostet hat. Solange die CSU Merkel nicht die Gefolgschaft aufkündigt, steht es der CSU nicht zu, über andere her zu ziehen.

Die Schließung der Balkan-Route haben wir Österreichs Außenminister und nicht der CSU zu verdanken.

Die CSU sollte heilfroh sein, dass die österreichische Regierung im Gegensatz zur Regierung, welcher die CSU selbst nach wie vor angehört, jetzt endgültig auf die Stopp-Taste drücken will, was ebenfalls Deutschland sehr zugute kommen würde.

Die Meldungen der CSU sind daher fast noch dümmer als jene des österreichischen Innenministers (Außenminister Kurz hatte sich im Gegensatz zu den beiden SPÖ-Kanzlern nie zu blöden Meldungen gegen Ungarn hinreißen lassen).

Ungarn hatte letzen Sommer recht – und wir Österreicher hatten unrecht, als wir glaubten bei Merkels Einlandungs-Drama „Jausenstation“ spielen zu können.

Die bereits eingereisten Asylanten vom letzen Jahr sind vergossene Milch. Selbstverständlich wird Ungarn keine von Merkel eingeladenen Flüchtlinge aus Österreich zurücknehmen, genauso wie auch Österreich keine Flüchtlinge aus Deutschland zurücknehmen wird.

Statt um vergossene Milch zu streiten, sollten Österreichs Politiker mit Ungarn respektvoll und ohne EU-Drohungen zusammenarbeiten und die CSU muss endlich mit Merkel brechen.