Archive for 23. September 2016

Friedensmarsch in den Russenarsch

September 23, 2016

Gabriel ruft zu Protesten gegen USA und Russland auf

„Wo ist der Aufstand gegen den Krieg in Syrien?“ Nach SPIEGEL-Informationen überlegt SPD-Chef Sigmar Gabriel, ob nicht die eigene Parteizentrale Friedensdemos organisieren könnte.

(SPON)

Friedensmärsche gehören nur zur (früher von der DDR geförderten) Protest-Kultur der BRD, wenn sie gegen die USA gerichtet sind. Daran konnte auch der Zusammenbruch des Kommunismus nichts ändern.

Beim Kampf um Aleppo ist allerdings ohnehin Assad das geringere Übel – so wie es bei Stalingrad Stalin war.

Freilich hätte es für Syrien bessere Lösungen mit weniger Toten und weniger Flüchtlingen geben können. Die USA hätten als immer noch stärkste Militärmacht der Welt mit einem entschiedenen Einschreiten am Anfang des Konflikts vielleicht erfolgreich sein können.

Das hätte allerdings bedeutet, dass die Muslimbrüder bei demokratischen Wahlen in Syrien an die Macht gekommen wären. Gedankt hätten es die hochmütigen Muslimbrüder den USA wohl kaum – sowie auch die Schiiten im Irak antiwestlich eingestellt blieben.  Russland wäre wegen Assad noch beleidigter gewesen als bei Saddam – und Obama hätte die Friedens-Agenda seiner linken Wähler verraten.

Letztlich musste es daher so kommen, wie es kommen musste. Wenn man nicht bereit ist, den Undank der Welt auszuhalten, sollte man allerdings auch aufhören, hehre Ziele (wie die Durchsetzung einer Flugverbotszone) zu postulieren.

Stattdessen sollte man sich mit dem geringeren Übel (Assad und Putin) abfinden, um das wesentlich schlimmere Übel gemeinsam zu bekämpfen. Das sind in Syrien die Dschihadisten (nicht nur der IS) und der islamistische Sultan.

Erdogan ist bereit, seine Muslimbrüder in Aleppo zu opfern, um von Putin freie Hand für die Vernichtung der Kurden zu erhalten.

Putin ist leider skrupellos genug, um Erdogans Angebot anzunehmen, wenn ihm der Westen in Aleppo nicht entgegenkommt.

Obwohl Erdogan in den russischen Staats-Medien als IS-Unterstützer Nummer 1 dargestellt worden war, verbreitet man heute Erdogans Propaganda gegen die Kurden:

Die Hälfte der Waffen, die die USA vor drei Tagen an die syrischen Kurden geliefert haben, ist IS-Kämpfern in die Hände gefallen, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in New York mitteilte.

(Sputnik)

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Pathetisch, pathologisch, putinistisch

September 23, 2016

Der Film, den Oliver Stone über Edward Snowden gedreht hat und der jetzt in die Kinos kommt, ist pathetisch. Gut so. Pathos ist das Fach von Hollywood. Aber auch die Geschichte von Snowden ist pathetisch. Edward Snowden hat sich geopfert. Für uns alle. Buchstäblich für jeden einzelnen von uns.

Denn jeder einzelne ist ein Objekt des amerikanischen Daten-Imperialismus.

(Augstein – SPON)

Stone ist pathetisch, Augstein ist pathologisch und Snowden ist beim Putin.

Deutsche Antiimperialisten würden mit der Wahl Trumps allerdings ein schlimmes Dilemma beschert bekommen.

Wenn auch die USA von einem Putinisten regiert werden, kann man dann noch zu Putin halten?

Schon allein deswegen drücke ich für Trump die Daumen. Mal sehen, ob er dann seine Ankündigungen umsetzt und gegen Snowden Putin-Methoden anwendet. Assange sollte ebenfalls aufpassen, was er sich wünscht, denn es könnte auch bei ihm in Erfüllung gehen.

Putin würde wohl vollstes Verständnis für Trump haben. Wenn im Weißen Haus ohnehin ein Putinist sitzt, braucht er Verräter wie Snowden oder Assange nicht mehr.

Was geschieht, wenn diese Macht in die „falschen“ Händen gerät? Gibt es „richtige“ Hände für eine solche Macht? Jeder mag sich überlegen, was aus der Demokratie wird, wenn Leute wie Donald Trump oder Marine Le Pen über die Instrumente der totalen digitalen Kontrolle verfügen.

Wenn man die Demokratie abschaffen will und einen totalitären Staat einführen will, braucht man nur die Methoden der real existierenden sozialistischen Diktaturen anwenden. In Kuba oder Nordkorea gibt es kein Internet, in China ist es stark eingeschränkt.

Justizminister Maas betätigt sich allerdings auch schon jetzt als Säuberer der sozialen Medien, und Augstein denunziert in seinen Kolumnen regelmäßig die „Nazis“, die man ausschalten muss.