Friedensmarsch in den Russenarsch

Gabriel ruft zu Protesten gegen USA und Russland auf

„Wo ist der Aufstand gegen den Krieg in Syrien?“ Nach SPIEGEL-Informationen überlegt SPD-Chef Sigmar Gabriel, ob nicht die eigene Parteizentrale Friedensdemos organisieren könnte.

(SPON)

Friedensmärsche gehören nur zur (früher von der DDR geförderten) Protest-Kultur der BRD, wenn sie gegen die USA gerichtet sind. Daran konnte auch der Zusammenbruch des Kommunismus nichts ändern.

Beim Kampf um Aleppo ist allerdings ohnehin Assad das geringere Übel – so wie es bei Stalingrad Stalin war.

Freilich hätte es für Syrien bessere Lösungen mit weniger Toten und weniger Flüchtlingen geben können. Die USA hätten als immer noch stärkste Militärmacht der Welt mit einem entschiedenen Einschreiten am Anfang des Konflikts vielleicht erfolgreich sein können.

Das hätte allerdings bedeutet, dass die Muslimbrüder bei demokratischen Wahlen in Syrien an die Macht gekommen wären. Gedankt hätten es die hochmütigen Muslimbrüder den USA wohl kaum – sowie auch die Schiiten im Irak antiwestlich eingestellt blieben.  Russland wäre wegen Assad noch beleidigter gewesen als bei Saddam – und Obama hätte die Friedens-Agenda seiner linken Wähler verraten.

Letztlich musste es daher so kommen, wie es kommen musste. Wenn man nicht bereit ist, den Undank der Welt auszuhalten, sollte man allerdings auch aufhören, hehre Ziele (wie die Durchsetzung einer Flugverbotszone) zu postulieren.

Stattdessen sollte man sich mit dem geringeren Übel (Assad und Putin) abfinden, um das wesentlich schlimmere Übel gemeinsam zu bekämpfen. Das sind in Syrien die Dschihadisten (nicht nur der IS) und der islamistische Sultan.

Erdogan ist bereit, seine Muslimbrüder in Aleppo zu opfern, um von Putin freie Hand für die Vernichtung der Kurden zu erhalten.

Putin ist leider skrupellos genug, um Erdogans Angebot anzunehmen, wenn ihm der Westen in Aleppo nicht entgegenkommt.

Obwohl Erdogan in den russischen Staats-Medien als IS-Unterstützer Nummer 1 dargestellt worden war, verbreitet man heute Erdogans Propaganda gegen die Kurden:

Die Hälfte der Waffen, die die USA vor drei Tagen an die syrischen Kurden geliefert haben, ist IS-Kämpfern in die Hände gefallen, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in New York mitteilte.

(Sputnik)

24 Antworten to “Friedensmarsch in den Russenarsch”

  1. salamshalom Says:

    aron,
    hin und wieder spekulierst du in deinen Beiträgen sehr viel…
    Fakt ist, dass die Amerikaner zu keiner Zeit „entschieden“ in Syrien hätten eingreifen können, ohne den großen Krieg mit Russland und den Iran zu führen. Mit Russland verbindet Syrien ein Beistandspakt seit Ende der Sechziger Jahre (was in allen Betrachtungen des Konflikts hier zu Lande beharrlich ignoriert wird), etwas später, aber nicht minder profund, sind die Beziehungen zum Iran. Syrien ist aus vielen Gründen nicht Libyen, nicht der Irak und nicht Afghanistan, Syrien ist ein special case, wie man tagtäglich seit 2011 feststellen muss.

    Und dass bei freien Wahlen in Syrien Islamisten gewinnen würden… auch das ist reine Spekulation und eher sehr unwahrscheinlich, wie man sieht: Aleppo hat sich mehrheitlich gegen die islamistischen Rebellen und für Syrien entschieden, genau so in den übrigen, dicht besiedelten Gebieten um Damaskus, Homs, Lattakia, Tartous und dem gesamten Küstenstreifen. Daher hielt und halte ich sogar – wie hier und wo anders bereits mehrfach nach zu lesen – freie Wahlen für die einzige Möglichkeit, in Syrien auf politischem Wege eine Lösung zu finden. Allerdings OHNE Vorbedingungen (Ausschluß Assads), und genau da beginnen die Probleme mit den „Freunden Syriens“. Schizophrener Weise behaupten sie ja stündlich, dass Assad sein Volk bekämpfe und töte, eine Wahl mit ihm scheint in deren Augen dennoch das Risiko zu bergen, dass das geschundene Volk seinen Hänker wählen könnte…
    So lange hier der Westen nicht einlenkt, wird in Syrien der Kampf weitergehen, und das jeden Tag härter.

    Und schliesslich: Propaganda ist mittlerweile wirklich kein Attribut mehr, was die Russen, Syrer, Nordkoreaner oder Chinesen exklusiv haben. Das hat in den letzten Jahren nun auch der letzte Depp kapiert. Und: Es ist leider Fakt, dass der IS westliche Waffensysteme in seinen Reihen hat… von Assad hat er sie nicht bekommen!

    • arprin Says:

      Salamshalom,

      Hänker schreibt man nun wirklich Henker.

      Und die Freunde Syriens hatten wohl deshalb Skepsis an einer Wahl mit Beteiligung Assads, weil es eben schwer ist, eine Wahl abzuhalten, während einer der Bewerber sein Volk tötet.

      • salamshalom Says:

        Die Sache mit „Hänker“ ist mal wirklich peinlich… sorry, darf aber nicht passieren.
        Wenn ein Bewerber sein Volk tötet, tötet das Volk den Bewerber bei der Wahl. Wenn ein Volk dies nicht tut, dann tötet der Bewerber nicht sein Volk. Genau deshalb müssen Wahlen her… weil das Volk entscheiden soll!

      • arprin Says:

        Schade, dass du nicht auf den entscheidenden Punkt eingehst: Wie sollen Wahlen ÜBERHAUPT STATTFINDEN, wenn der Bewerber sein Volk tötet? Das war in Syrien nachweislich der Fall, deswegen hatten die Freunde Syriens berechtigte Skepsis an einer Wahl mit Beteiligung Assads. Assad wollte sie gar nicht ermöglichen, sondern tötete weiter sein Volk (wobei Assad ja wirklich „Wahlen“ hat abhalten lassen, aber sogar du scheinst anzuerkennen, dass sie vollkommen wertlos waren).
        Auch heute ist eine Wahl weiter entfernt denn je. Wenn Mitarbeiter von UN-Hilfsorganisationen totgebombt werden, werden sich wohl kaum UN-Wahlbeobachter dorthin trauen.

        Und ob ein Bewerber sein Volk tötet, ist eine Frage von Fakten und hängt davon ab, ob er sein Volk tötet, nicht, welchen Stimmenanteil er bekommt. Wir müssen auch keine Wahl um die Frage abhalten, ob 2+2=4 ist oder ob Wasser bei 0 Grad gefriert. Es ist absurd zu sagen „Wenn ein Bewerber soundsoviel Stimmenanteil bekommt, tötet er nicht sein Volk.“ In Syrien haben, so ist halt Krieg, jenseits aller Romantik und Rosawolken, alle Seiten das Volk getötet, ob Assad oder der Kandidat der Opposition oder dessen Verbündete. Aber du bist ja bekannt, bei deinen antizionistischen Helden um Assad und co. nur Romantik und Rosawolken zu sehen.

      • salamshalom Says:

        Wie kommst du überhaupt auf die Idee, dass dieser Bewerber sein „Volk“ töte?
        Dazu müsstest du im Besitz von Beweisen und Belegen sein, die so eine absurde Grundvermutung auch nur annährend bestätigen.
        Kannst du damit dienen oder bedienst du dich etwa dem westlichen Narrativ vom Kinderesser Assad?
        Und wenn wir schon dabei sind: Ich würde doch zu gern deine handfesten Belege sehen, die beweisen, dass Assad UN-Konvois bombt… noch nicht einmal die UN hat sie!

      • arprin Says:

        Wie kommst du überhaupt auf die Idee, dass dieser Bewerber sein “Volk” töte?

        Das ernsthaft zu fragen und auch noch als „absurde Vermutung“ abzutun … Tja, Romantik und Rosawolken halt.

      • salamshalom Says:

        Also nur heisse Luft und das Nachplappern dessen, was die eine Seite, die ihn stürzen möchte, seit Jahren behauptet.
        Wenn ein ganzes Volk von einem Tyrannen gemeuchelt wird (Genozid), dann muss es doch dafür Belege, konkrete Beweise oder ähnliches geben, die diesen Aspekt scharf von einem Krieg unterscheidet, wo auch sehr viele Menschen umkommen…
        Immer her damit, zeige mir deine unwiderlegbaren Fakten über das Abschlachten des SYRISCHEN Volkes und über den von dir erwähnten Angriff des BEWERBERS auf den Hilfskonvoi. Alles andere sind bloße Behauptungen und Verschwörungstheorien.

    • aron2201sperber Says:

      Mit Russland verbindet Syrien ein Beistandspakt seit Ende der Sechziger Jahre (was in allen Betrachtungen des Konflikts hier zu Lande beharrlich ignoriert wird)

      selbst Teile der Sowjetunion sind heute bei der Nato – so viel zum Beistandspakt aus den 60ern

      • salamshalom Says:

        „selbst Teile der Sowjetunion sind heute bei der Nato – so viel zum Beistandspakt aus den 60ern“
        Ja schon, aber diesen Pakt gibt es eben noch. Was sein darf, soll oder tatsächlich ist, sind nun mal verschiedene Dinge.
        Und die NATO ist seit den Sechzigern gewachsen – ielleicht wächst ja der Syrien-Russlandpakt auch noch😉

      • besucher Says:

        Russland ist Rechtsnachfolger der SU, oder nicht?

    • aron2201sperber Says:

      mir wäre es auch sympathischer, wenn sich die Mehrheit in Syrien nicht für die Muslimbrüder oder schlimmere Islamisten entscheiden würde – leider ist Islamismus so gut wie überall in der in der islamischen Welt der Trend.

      in Syrien haben sich in den Gebieten, wo Sunniten in der klaren Mehrheit waren, im Bürgerkrieg (wohl mit der Unterstützung der Bevölkerung) Islamisten durchgesetzt – entweder der IS oder ähnliche Subjekte (in Schiiten-Gebieten die Hisbollah, die um nichts besser ist)

      hätte es freie Wahlen gegeben, wären es vielleicht nur die „gemäßigten“ Muslimbrüder gewesen – natürlich ist das nur Spekulation, da Syrien immer nur eine Diktatur war, in der es nie freie Wahlen gab

      • salamshalom Says:

        „hätte es freie Wahlen gegeben, wären es vielleicht nur die „gemäßigten“ Muslimbrüder gewesen – natürlich ist das nur Spekulation, da Syrien immer nur eine Diktatur war“
        – Um alle Spekulationen um Assads standing oder Islamistenchance zu beenden, sollten sich die „Freunde Syriens“ endlich zu Wahlen ohne Vorbedingung durchringen.
        Syrien und seine Alliierten werden militärisch nicht zurückstecken. Diplomatie und der Wille der Bevölkerung sind die Parameter, die dieses Desaster zu beenden vermögen.

        – „da Syrien immer nur eine Diktatur war, in der es nie freie Wahlen gab“
        Erst kommt der Mensch, dann das dazu passende System.
        Die Bevölkerungsstruktur Syriens ist ethnisch und religiös nicht bereit, eine Demokratie westlichen Standards zu verarbeiten. Die Diktatur war stabil, Syrien, im Vergelich zu den anderen arabischen Staaten der AL, ein modernes, blühendes Land. Nicht umsonst istt Baschar Al Assad kurz vor 2011 von den panarabisch zum beliebtesten arabischen Führer gewählt worden.

    • zrwd Says:

      Salam Shalom ist ein linksextremistischer Münchner Antisemitenverein, deren linke Antisemitenveranstaltung jüngst verboten wurde: http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/antisemitismus-vorwurf-stadt-verbietet-linke-veranstaltung-eine-welt-haus-6774005.html

      • aron2201sperber Says:

        danke für den interessanten link

      • salamshalom Says:

        Aha… wirklich interessant.
        Hier, ich habe für dich auch was:
        „Das Problem am BKU ist nach wie vor, dass nicht jeder Zugriff drauf hat, ich kenne eine Menge Stellwerke die keinen Zugriff auf BKU und damit die zrwd haben obwohl das nicht ganz unpraktisch ist manchmal, aber BKU kostet halt und das ist DB Netz zu teuer… “ zrwd (zentrale regelwerksdatenbank)😉

        Aber eine Frage habe ich dann doch: was hat das nochmal mit dem „Friedensmarsch in den Russenarsch“ zu tun?

  2. arprin Says:

    Beim Kampf um Aleppo ist allerdings ohnehin Assad das geringere Übel – so wie es bei Stalingrad Stalin war.

    Für mich war weder Stalin in Stalingrad das kleinere Übel, noch Assad in Aleppo. Sowas kann man eigentlich nur wissen, wenn man in die Zukunft sehen kann. Die Menschen konnten 1942 nicht wissen, das Stalin später sterben wird, bevor er einen weiteren Holocaust starten konnte (soll er ja geplant haben, die „Ärzteverschwörung“) und das seine Nachfolger weniger mörderisch sein würden. Wäre das nicht der Fall gewesen, wäre Stalins Sieg in Stalingrad wohl nicht das kleinere Übel gewesen. Der Westen hatte nur Glück, dass nach Stalin „Moderate“ kamen.

    • aron2201sperber Says:

      das sehe ich schon anders – Stalin war ein mieser Diktator, mafiös und menschenverachtend – so sehe zwar ich auch Assad.

      Hitler war ein Eiferer – das sind die gefährlicheren Leute – daher finde ich, dass Churchill recht hatte, sich mit Stalin gegen Hitler zu verbünden – und so sehe ich auch die Islamisten

      • arprin Says:

        Ich betrachte die Todeszahlen. Wenn Stalin freie Hand hatte, hat er nicht weniger töten lassen als Hitler, und wenn nach ihm jemand nachgekommen, der genauso gewesen wäre wie er, wäre ein Sieg Stalins für Europa wohl nicht weniger schlimm gewesen. Im Gegenzug hätte, wenn nach Hitler ein weniger wahnsinniger („Moderater“) in der NSDAP an die Macht gekommen wäre, ein Sieg Hitlers weniger schlimm sein können. Das konnte man halt 1942 nicht wissen.

      • Olaf Says:

        Die Spanier hatten Franco, der hat noch nicht mal Gibraltar angegriffen, obwohl er es (im Bündnis mit der Wehrmacht) gekonnt hätte. Wir Deutschen haben den Verrücktesten abgekriegt, Schicksal, und mit Merkel hat es uns wieder erwischt.

  3. Tourix Says:

    In Syrien kann man nur verlieren. „Gemäßigte“ Rebellen gibt es nicht wirklich, allenfalls kleinere Übel. Lediglich die Kurden scheinen sich dort halbwegs normal zu benehmen.

    • salamshalom Says:

      Die Kurden haben es längst verdient, zumindest eine Art Autonomie-Region zu bekommen.
      Dass die Kurden dennoch, und so ist halt Krieg, jenseits aller Romantik und Rosawolken, regionale ethnische Säuberungen durchgeführt haben, sollte nicht unerwähnt bleiben.

      • Tourix Says:

        Jede kriegsführende Nation begeht auch Kriegsverbrechen. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Traurig aber wahr.
        Einen humanen Krieg gibt es nicht, außer in der Vorstellung von Plüschtierromantiker.

      • besucher Says:

        soweit ich weiß hat der Assadclan in den Kurdengebieten auch gewütet:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Arabischer_G%C3%BCrtel

      • Salamshalom Says:

        Der Assadclan setzte einen Plan der Baath-Partei um, der in einer Zeit geschmiedet worden ist, in der der Assadclan noch lange nicht auf der politischen Bildfläche Syriens vorstellig war.
        Aber genau deswegen und aufgrund der ganzen Historie der Kurden ist eben eine autonome Region in Nordsyrien längst überfällig.

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