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EU-Milliarden für angebliche Millionen

Oktober 8, 2016

Die Fälle seien jedoch nicht vergleichbar, heißt es in Brüssel. Während die Türkei etwa 2,7 Millionen Syrer beherberge, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen seien, sei beispielsweise Ägypten vor allem Durchgangsland für Migranten.

(SPON)

Nicht Ägypten, sondern die Türkei ist das wichtigste Durchgangsland für Migranten.

Vor Öffnung der Balkanroute hielten sich laut UNO kaum mehr als 400.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei auf:

Erst 2015 kam es zu dem wundersamen Anstieg auf 2,7 Millionen.

Jene 2,7 Millionen haben sich zwar auf ihrer Durchreise nach Europa in der Türkei aufgehalten. Von einer Aufnahme als Flüchtlinge kann jedoch keine Rede sein.

Nach jener Zählweise müsste man auch den anderen Ländern der Balkanroute (Griechenland, Mazedonien, Serbien) jeweils 2 Millionen aufgenommene Flüchtlinge anrechnen.

Von den 2,7 Millionen sind wohl über 2 Millionen nach Europa weitergereist und halten sich daher nicht mehr in der Türkei, sondern in Österreich, Deutschland, Schweden und Griechenland auf.

Rücknahme-Abkommen mit Transitländern in Nordafrika sind grundsätzlich richtig und notwendig.

Sie dürfen jedoch nicht wie bei der Türkei aus einer Position der Schwäche verhandelt werden. Es lag allerdings nicht nur an Merkel, sondern auch an der Politik der EU nach Lampedusa, dass Europa in jene Lage hineinmanövriert wurde.

Die EU hätte genug Druckmittel in der Hand, um die Transitländer der Schlepper-Routen zur Kooperation zu animieren.

Den Schutz der eigenen Außengrenzen müsste Europa jedoch wieder selbst übernehmen, um nicht erpressbar zu bleiben.

Und man müsste unbedingt aufhören, sich von Ländern wie der Türkei verarschen zu lassen, die aus der Schwäche Europa stets Profit herausschlagen werden.

Die türkischen Behauptungen von den 2,7 Millionen aufgenommen Syrern dürfen daher nicht mehr unwidersprochen hingenommen werden.

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