Am Scheiterhaufen linker Schuldkomplexe

Während sich unser eins seit Monaten zusätzliche Schutzmaßnahmen von Pfefferspray bis Bewaffnung überlegt, glaubte Maria L. immer noch an das, was man ihr erzählte. Dass sich hier durch die vielen arabischen Männer nichts an der heilen Welt verändern würde und vor allem daran, dass wir ihnen helfen müssen. In Letzterem liegt das eigentlich Fatalistische dieser Indoktrination verborgen.

Oft wird die Nazi-Vergangenheit Deutschlands herangezogen, um diesen ausgeprägten Schuldkomplex zu begründen. Weshalb wir der glauben, helfen, bedingungslos tolerant gegenüber dem Fremden sein zu müssen.

Obgleich wir in dieser Frage sicherlich auf Empörungsimpulse reagieren, spielt dieses als Kollektivschuld in die Erinnerungs- und Geschichtskultur Deutschlands eingegangene düsterste Kapitel deutscher Geschichte nach all meiner Erfahrung insbesondere in Bezug auf die jüngere bzw. meine eigene Generation eine nicht annähernd so signifikante Rolle wie oft angenommen. Zumal der deutsche Umgang mit der eigenen Geschichte des Nationalsozialismus und die daraus gezogenen Konsequenzen mitnichten eine Erklärung für die nahezu identischen ideologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im europäischen Umland bietet.

Viel entscheidender, insbesondere für die von linken Narrativen dominierte junge Generation, aber in immer weitreichenderem Maße auch für die älteren Generationen, ist demnach ein anderer Schuldkomplex – und zwar jener, der vermeintlichen Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt, in der wir leben.

Dieser Schuldkomplex, ich spreche da aus eigener Erfahrung, ist aufgrund seiner größeren Aktualität viel wirkmächtiger als der des Nationalsozialismus. Er ist es, der dafür sorgt, dass man als junger, linker Mensch die bloße eigene Existenz, das Privileg qua Geburt als Schuld begreift. Der in dir den Glauben heranwachsen lässt, jeder Kassenbon sei eine politische Manifestation. Die dir das schlechte Gewissen bei jedem Kauf eines H&M-Tops, auf dem Made in Bangladesh steht, in den Kopf treibt und dir die hochkomplexen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten lediglich als imperialistische und ressourcenbasierte Kriege des Westens verkauft.

Es ist jenes vermeintlich intellektuelle Weltbild der linken Bourgeoisie von Augstein bis Todenhöfer und moralinsauren Schauspielern und Musikern, welches vor allem durch seine unterkomplexe und ignorante Simplizität seine ganze Wirkmacht entfaltet und heute als Hauptgrundlage unseres bedingungslosen Strebens nach „Wiedergutmachung“ an den hier Eingewanderten dient.

Dass in Bangladesh nicht alles gut ist, lässt sich ja auch leicht erkennen. Dass die Textilindustrie in einer globalisierten Welt zumeist der erste Schritt raus aus der Armut eines Landes ist, dass es den Menschen in Bangladesh heute um ein vielfaches besser geht als noch Anfang der 1990er Jahre, lässt man hingegen gerne aus. Unser Problem bei diesem wie so vielen anderen Problemen der Welt, so auch in Afrika, ist nicht, wie schlecht es den Menschen gemessen an ihrer Ausgangsposition geht, sondern gemessen an unseren eigenen westlichen Maßstäben.

Dass wir darüber vergessen, dass es sich um hochkomplexe gesellschaftliche Prozesse handelt, die individuell, auf das jeweilige Land bezogen, unterschiedlich viel Zeit beanspruchen. Dass es utopisch ist, zu denken, man könne den Hunger Afrikas von heute auf morgen beseitigen, aber realistisch, wenn man sagt, dass es allen Dritte-Welt-Ländern heute wesentlich besser geht als noch vor 50, 40 oder auch nur 20 Jahren. Zu lernen, dass die Welt nicht gerecht ist, aber wenigstens gerechter wird. Dass das, was es braucht, nicht mehr linke Utopisten sind, sondern mehr Rationalisten mit Geduld und Sachverstand, um Fortschritte mit den Betroffenen weiter voranzutreiben statt sie weinerlich zu bemitleiden.

Es ist die Anerkenntnis, dass wir die Welt nicht retten können, indem wir möglichst viele Menschen aufnehmen. Dass die Welt, diese Länder, ihre Menschen, sich selbst retten müssen und unsere Aufgabe hier vor allem in der Impulssetzung vor Ort liegt in dem sie die Begabten befähigt und nicht die Klugen und Fixen in das deutsche Sozialsystem überführt, wo ihre Talente verkümmern. Dass die wirtschaftlichen Probleme in diesen Ländern meist andere Ursachen haben als vermeintliche westliche Ausbeutung und dass ein Reduzieren der Krisen, Kriege und Konflikte im Nahen und Mittleren Osten auf westliche Intervention zu einfach ist angesichts von Jahrhunderte andauernden multiethnischen und religiösen Konflikten in diesen Regionen.

(Anabel Schunke – Tichys Einblick – „Bis die Revolution ihr nächstes Kind frisst“ )

Maria L. war nicht das erste Kind, das auf dem Scheiterhaufen linker Schuldkomplexe geopfert wurde, und sie wird nicht das letzte sein.

Mit dem Phänomen der Asylforderung als Entschädigung für westliche Schuld hatte ich mich bereits in einem Beitrag aus 2009 auseinandergesetzt.

Da nach Ansicht der „No-Border“-Aktivisten der reiche Westen an der Armut in Afrika schuld sei, müsse man als Entschädigung die grenzenlose Zuwanderung in unsere Sozialsysteme erlauben.

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Des Einen Reichtum bedeutet jedoch nicht automatisch des Anderen Armut.

Mehr Wohlstand in Afrika müsste keineswegs dazu führen, dass Europa deswegen ärmer wird.

Wandert hingegen die Industrie aus Europa ab, weil wir wegen der Energiewende und der exorbitanten Steuerbelastung aufgrund unserer explodierenden Sozialkosten unsere Konkurrenzfähigkeit verlieren, ist es hingegen schon so, dass es wohl kaum zu unserem Wohlstand beitragen wird.

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24 Antworten to “Am Scheiterhaufen linker Schuldkomplexe”

  1. Olaf Says:

    Das linke Paradigma des bösen Weißen einerseits und des edlen Wilden andererseits, ist fest verankerter Blödsinn im Kaufhaus des Westens. Aber schon die einfache Nachfrage, wieso die Edlen denn alle in den bösen Westen strömen, lässt das linke Puppenhaus in Flammen aufgehen. Krude konstruierte Schuldthesen, von Kolonialismus bis KIK-Klamotten, sind lächerliche Rückzugsgefechte von trotzigen linken Hohlbirnen, über die man lachen muß.

    • aron2201sperber Says:

      da sie über die Deutungshoheit verfügen, ist es nicht zum Lachen, sondern zum Weinen

    • besucher Says:

      Wenigstens bist Du ein guter Weißer, Olaf. Deine edle Gesinnung, Deine Demut und Deine Mildtätigkeit lassen mich vor Scham fast im Boden versinken. Aber nur fast.

    • besucher Says:

      Die Deutungshoheit reicht zum Glück nicht ins Rittergut Schnellroda herein. Ein Lichtblick in düsterer Zeit.

      • Olaf Says:

        Das Rittergut und das Internet, mit den vielen freien Blogs sind das Licht in Merkels Hintern. Deshalb kneift die Stasi-Hexe auch jetzt ganz fest ihre Pobacken zusammen, aber das Licht kriegt sie nicht mehr aus. Sie hat sogar ihre Arschkriecher das Wort -Postfaktisch- „wählen“ lassen, um die Wahrheit zu diskreditieren. Und Maasi und Kahani wollen die Meinungsfreiheit abschaffen, dafür gibts dann Köttel von Mutti.

  2. zrwd Says:

    zu dem Thema gibt es auf der ‚Achse‘ eine ganze Reihe von Alexander Meschnig, sie Linkliste. Es ist tatsächlich so dass die Linken in allen westlichen Ländern ein Schuldbewusstsein einpflanzen, anstatt über die eigene linke Schuld am Millionenfachen sozialistischen Massenmord und das eigene politische und menschliche Totalversagen nachzudenken, von dem die angedichtete Schuld der Anderen nur ablenken soll, die erste Funktion des ‚Diskurses‘. Auch in Israel sind die Linken in diesem Sinne aktiv. Dabei geht es natürlich auch darum, sich durch Herabsetzen Anderer selbst aufzuwerten und zugleich sich als Rechtsanwalt angeblicher Interessen angeblicher Opfer aufzuspielen, was ebenfalls der totalitären Herrschaft über andere Menschen dient. Der typische Linke ist ein krankhaft herrschsüchtiger und rechthaberischer Gestörter, siehe Marx, Engels, Lenin, Stalin, ….
    Linkliste:
    http://www.achgut.com/artikel/schuld_und_erloesung_zur_religioesen_dimension_der_aktuellen_krise
    http://www.achgut.com/artikel/der_selbsthass_und_die_romanze_mit_gewaltregimen
    http://www.achgut.com/artikel/medien_als_paedagogik_und_die_pflicht_zur_toleranz
    http://www.achgut.com/artikel/das_postfaktische_und_seine_hohe_lebenserwartung

    • aron2201sperber Says:

      Woran liegt es, dass Linkradikale trotz der beeindruckenden Mord-Bilanz eines Stalin oder Mao nicht als ähnlich gefährlich wie Rechtsradikale angesehen werden?

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/27/linke-utopie-und-rechte-realitat/

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @aron2201sperber: „Woran liegt es, dass Linksradikale trotz der beeindruckenden Mord-Bilanz eines Stalin oder Mao nicht als ähnlich gefährlich wie Rechtsradikale angesehen werden?“

        Intelligente Gründe scheiden in diesem Falle aus. Es ist wohl der Erfolg einer perfekten Verblödungsmaschinerie.

      • Olaf Says:

        Die Linken gieren nach moralischer Selbstüberhöhung. Sie wollen die grüne Herrenrasse sein, dafür gehen sie über Leichen.

    • besucher Says:

      Von Horkheimer und Adorno direkt auf die Killing Fields in Kambodscha. Alles Linke. Schlimm schlimm, diese Welt…

      Möge uns the Donald erlösen.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @besucher: „Von Horkheimer und Adorno direkt auf die Killing Fields in Kambodscha. Alles Linke. Schlimm schlimm, diese Welt…“

        Was wollen Sie mit diesem Geschwafel aussagen? Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der theoretischen Unterstützung einer totalitären Ideologie und deren blutigen Verwirklichung?

      • besucher Says:

        Ich will hier mal subsummieren was ihr unter linker Theorie und Politik versteht. Dass ist genauso eine absurde Verallgemeinerung dass jeder Konservative automatisch den Weg zu Hitler freimacht.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @besucher

        Ich will hier mal subsummieren, dass Sie meine Frage nicht beantwortet haben.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @besucher: „Dass ist genauso eine absurde Verallgemeinerung dass jeder Konservative automatisch den Weg zu Hitler freimacht.“

        Stimmt übrigens! Deshalb hat auch keiner der hiesigen Kommentatoren diese Behauptung aufgestellt.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        P. S.
        @besucher: „Ich will hier mal subsummieren was ihr unter linker Theorie und Politik versteht.“

        An welcher Äußerung welches Kommentators machen Sie konkret fest, was wir unter linker Theorie und Politik verstehen?

  3. qwerty248 Says:

    rechter Terror: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-festnahme-nach-bombenanschlag-auf-moschee-a-1125122.html

  4. Am Scheiterhaufen linker Schuldkomplexe — Aron Sperber | psychosputnik Says:

    […] über Am Scheiterhaufen linker Schuldkomplexe — Aron Sperber […]

  5. besucher Says:

    Wandert hingegen die Industrie aus Europa ab, weil wir wegen der Energiewende und der exorbitanten Steuerbelastung aufgrund unserer explodierenden Sozialkosten unsere Konkurrenzfähigkeit verlieren, ist es hingegen schon so, dass es wohl kaum zu unserem Wohlstand beitragen wird.

    Der fette wohlstandsbäuchige Deutsche soll sich mal nicht so haben. Ihm geht es immer noch besser als dem Somalier oder Eritreer. Darum sollten wir auch schnellstens arbeitsmarkttechnische Standards gemäß dieser Länder einführen. Sonst gehen unsere gebeutelten Arbeitgeber und Investoren noch in diese Länder.

    • aron2201sperber Says:

      indem wir unsere grenzen und sozialsysteme jenen menschen öffnen, kommen wir sehr bald genau dorthin

      • heinzelmann Says:

        aron: Russische Juden zu unterstützen wäre die Aufgabe der Israelis, sonst stimme ich Dir hier meist zu. Schuldkomplexe, Schuld kann eh nur immer persönlich sein, werden nicht nur von Linken genutzt, auch Judeo-Neocons überstrapazieren die früheren Ereignisse, um uns an der Seite raumfremder Kräfte zu halten! Europa muss sich selbst finden!

    • Olaf Says:

      Interessiert sich denn die deutsche Linke für das Wohlbefinden des deutschen Arbeiters? Wenn der Deutsche nach dem Willen der Linken endlich verreckt ist, was bringen ihm dann noch „arbeitsmarkttechnische Standards“ ???

  6. besucher Says:

    Aber sie schreibt gute Artikel, sollte man im Auge behalten:

    http://www.anabelschunke.com/uncategorized/sawsan-chebli-bei-lanz-da-kann-man-ruhig-mal-klatschen/

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