Menschenrecht auf Burka?

Dass die üblichen NGOs und die Islamische Glaubensgemeinschaft sich für das Menschenrecht auf Vollverschleierung im saudi-barbarischen Stil einsetzen würden, war klar:

Die Agenda Asyl sieht durch die Maßnahme das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf Religionsfreiheit sowie auf freie Gestaltung der Lebensführung verletzt.

Die Dokustelle für Muslime fürchtet, dass das Vollverschleierungsverbot betroffene Frauen „in die Isolation“ treiben werde, ebenso die Arbeiterkammer (AK).

Die Rechtsanwaltskammer lehnt das Verbot als „Ausdruck eines Erziehungsstaates“ ab. Die Regelung sei „gleichermaßen unnötig wie ungeeignet und grundrechtlich bedenklich“.

Amnesty International hält das Gesichtsverhüllungsverbot für den „negativen Höhepunkt“ des Gesetzespakets.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) sieht einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens, der Religionsfreiheit und der Meinungsäußerungsfreiheit und lehnt auch jenen Passus ab, der Polizisten, Richtern und Staatsanwälten das Tragen besonders sichtbarer religiöser Symbole wie des Kopftuchs untersagen soll.

(ORF)

Von der Rechtsanwaltskammer hätte ich mir jedoch schon erwartet, die Judikatur des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum vermeintlichen Menschenrecht auf Burka-Salafismus zu kennen:

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das französische Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit bestätigt. Er wies damit die Klage einer jungen Muslimin ab.

Die junge Klägerin, die nur unter den Initialen S.A.S. bekannt ist, fühlte sich durch das Verbot in ihren Grundrechten verletzt. Sie bekundete, sie werde von niemandem gezwungen, sich zu verschleiern, es entspreche ihrem eigenen Wunsch. Sie erwarte vom französischen Staat, dass er ihre Religions- und Meinungsfreiheit schütze. Die Burka betrachte sie als private Angelegenheit, so die Klägerin.

Die Straßburger Richter wiesen diese Interpretation jetzt zurück. Die Burka errichte eine Barriere zwischen ihrer Trägerin und der Umwelt und untergrabe damit das Gefühl des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Das Verbot sei daher angemessen.

(FAZ, 01.07.2014)

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5 Antworten to “Menschenrecht auf Burka?”

  1. DerLeopard24 Says:

    Vielleicht ist meine Sicht hierzu etwas provokant, aber ich muss persönlich gestehen das mich das gesamte Burkathema nicht allzu sehr interessiert. Ich habe kein Problem damit und es ist mir auch persönlich relativ egal.

    Ich glaube man sollte sich bezüglich des Themenkomplexes Einwanderung/Islam“ auf etwas konzentrieren, das den Alltag der Menschen weit mehr beeinflusst: Die Alltagskriminalität durch aggressive, junge Männer aus diesen Kulturkreisen und deren Gangkultur. Denn das hat für jeden der U-Bahn fährt oder nachts alleine joggt (egal ob mann oder Frau) massive Auswirkungen.

    Das Thema Burka ist für viele Menschen eher ein unwichtiges Randthema. Damit gewinnt man keine Stimmen. Warum aber wird nicht mal Wahlkampf gemacht, indem man das Ziel erklärt eine ähnliche Kampagne zur Bekämpfung von Gewaltkriminalität zu machen wie Giulani in den 90ern in New York?

    Würde die AfD das tun… Dazu mit weniger schrillem Personal… Hui, ich schätze im Nu über 20 %.

  2. aron2201sperber Says:

    Österreichs Bischöfe sind gegen ein Verhüllungsver­bot

    https://kurier.at/chronik/oesterreich/oesterreichs-bischoefe-sind-gegen-ein-verhuellungsverbot/251.042.424

    Christen sollen zwar ihre Feinde lieben. Diese Liebe grenzt allerdings schon an Selbsthass.

  3. Fake-Fatwa gegen IS-Partner in Europa | Aron Sperber Says:

    […] meinen Lehrern Raymond Aron und Manès Sperber gewidmet « Menschenrecht auf Burka? […]

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