Die unterschätzten Muslimbrüder

Wieder einmal plappern sämtliche westliche Medien die Propaganda der „Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Syrien“ nach:

Bei einem Luftangriff auf eine Schule im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 33 Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren in dem angegriffenen Gebäude Vertriebene untergebracht. Die Opfer sollen zuvor aus Rakka, Aleppo und Homs geflohen sein. Offenbar waren in dem Gebäude rund 40 Familien untergebracht.

Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Bombardement auf eine Moschee im von Regierungsgegnern kontrollierten Norden Syriens mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Auch in diesem Fall machten Aktivsten US-Flugzeuge für den Angriff verantwortlich.

(Tagesschau)

In Syrien getötete IS-Terroristen und Al-Qaida-Terroristen werden von der ominösen Beobachtungsstelle in England zu zivilen Opfern (hauptsächlich „Frauen und Kinder“) erklärt (auch wenn der Betrieb von Flüchtlingsheimen durch den IS als Thema wohl einigermaßen neu ist).

In Syrien waren die Muslimbrüder zwar militärisch nicht sehr erfolgreich, sie haben allerdings die westliche Berichterstattung über den Bürgerkrieg seit vielen Jahren entscheidend geprägt.

Und zwar nicht über ihren mit Milliarden aus Katar betriebenen Propaganda-Sender Al-Jazeera, sondern über eine sogenannte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, die offiziell von einem einzelnen Kleiderverkäufer aus Coventry betrieben wird:

(Osama Ali Suleiman – Betreiber der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“)

Einem Osama mit Dschihadisten-Bart würde man wohl kaum alles unkritisch nachplappern, der Muslimbruder Osama Ali Suleiman wirkt hingegen auf westliche Journalisten offenbar sehr vertrauenserweckend.

Obwohl seine mangende Objektivität und die fehlende Überprüfbarkeit seiner Angaben seit Langem ein Thema sind, hängen die westlichen Medien nach wie vor an den Lippen des Kleiderverkäufers aus Coventry und der dahinter stehenden Muslimbruderschaft.

Muslimbrüder distanzieren sich zwar vom „unislamischen IS“, faktisch ergreifen sie jedoch stets Partei für ihre Brüder im Kampf-Modus, die nach dem Narrativ der Muslimbrüder immer das Opfer „westlicher Angriffe gegen Muslime“ seien. Genauso wird auch die Burka von den dezent verschleierten Schwestern der Bruderschaft stets verteidigt.

Trotz aller Unterschiede gibt es nämlich nur einen Islam. Mohammed hat sich in Mekka zwar anders als in Medina benommen, trotzdem gab es nur einen Propheten. Auch wenn sich Muslimbrüder und Dschihadisten äußerlich nicht gleichen, gehören sie fest zusammen.

In Russland ist die sanftere, aber trotzdem wohl mächtigste Organisation des politischen Islam verboten, und auch die USA möchte unter Trump Putins gutem Beispiel folgen.

In Europa wird die Muslimbruderschaft hingegen immer noch hofiert:

Berliner Bürgermeister tritt auf Islamisten-Veranstaltung auf

Müller sprach ein Grußwort. Der Mitveranstalter Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) und drei weitere teilnehmende Vereine werden vom Verfassungsschutz wegen der Nähe zur Muslimbruderschaft beobachtet. Einer der Moscheevereine sei zudem der „Berliner Treffpunkt von Hamas-Anhängern“, heißt es im Berliner Verfassungsschutzbericht von 2015.

(Die Welt)

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8 Antworten to “Die unterschätzten Muslimbrüder”

  1. salamshalom Says:

    „Wieder einmal plappern sämtliche westliche Medien die Propaganda der „Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Syrien“ nach:(…)“

    Herrlich… mein ganz persönliches Deja vu. Lang, lang ist es her, dass ich zum ersten Mal so dachte!

  2. aron2201sperber Says:

    der IS wird in der Propanda der MB als Asyl-NGO portraitiert.

  3. salamshalom Says:

    aron,

    Sputnik hat aber, wie alle russischen Sender, nie ein Geheimnis daraus gemacht, worum es sich bei dieser britisch finanzierten Imbiss-Bude die ganze Zeit handelt:
    „Das ist ein Trauerspiel. Ich habe mich die letzten Wochen schriftlich beim Westdeutschen Rundfunk darüber beschwert, dass wir im Fernsehen permanent Nachrichten von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bekommen. Das ist ein Ein-Mann-Unternehmen mit Sitz in London, die unerträglich einseitig berichten und dafür sogar noch zum Teil von der EU finanziert werden.“ (aus einem Interview von Sputnik mit Prof. Jörg Becker), https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170104314014036-syrien-madchen-propaganda/).

    Die Russen benutzen also eine „Quelle“ der Gegenseite, um eigene Nachrichten zu untermauern… eher clever.

    • aron2201sperber Says:

      der Mann ist ein Strohmann der Muslimbruderschaft.

      die Ziele der MB sind mindestens genauso gegen den Westen wie gegen Assad/Putin gerichtet.

      im Moment haben Putin und Trump mit dem Kampf gegend en IS in erster Linie die gleichen Ziele in Syrien.

      wenn die USA durch die Propaganda der MB von jenem Kampf abgehalten wird, schadet das auch Assad/Putin, die im Kampf gegen die Jihadisten jede Entlastung brauchen können.

      aus Prinzip die Propaganda aufzugreifen, weil sie gegen die USA gerichtet ist, halte ich nicht für sehr clever

      • salamshalom Says:

        „die Ziele der MB sind mindestens genauso gegen den Westen wie gegen Assad/Putin gerichtet.“
        Diesem offensichtlichen Trugschluß liegen viele Menschen auf.
        Vergleiche mal die finanzielle und logistische Unterstützung sowie die Präsentationsplattform der einzelnen Länder, die den MB bereitgestellt wird.
        Syrien hatte Hama 1982, mit dem Iran, Russland, China oder Südamerika verbindet die MB keinerlei Support.
        Die andere Achse, die aktuell diesen Staaten entgegensteht, hat in großem Stil alles gemacht, um die Moslembruderschaft nicht nur NICHT zu verhindern, sondern half der Organisation sogar zu wachsen und zu gedeihen. Mit Qatar und der Türkei saßen sogar zwei Main supporter am Tisch dieser Achse, als die Destabilisierungskapagne gegen Damaskus startete.
        Dazu noch die unsäglichen Hilfen aus GB, Israel und den USA. Sogar Deutschland bereitete in Berlin politische round tables mit Mitgliedern der MB, um einen „nahtlosen Übergang nach Assads Sturz zu ermöglichen“.
        So viel geschichtliches Erinnerungsvermögen sollte dann doch noch vorhanden sein.

        Dass diese asozialen verblendeten Islamisten – im übrigen der gleichen salafi-wahabi tekfirerischen Schule entsprungen wie der Rest der Bande um Al Qaida und Daesh herum – keine „Verwandten“ kennen und bei Bedarf den eigenen Wirten beißen, war historisch hinlänglich bekannt.

      • aron2201sperber Says:

        dass der Westen im Kalten Krieg Bündnisse mit dem politischen Islam eingegangen war, bestreitet niemand.

        aber auch Stalin war ein Verbündeter Hitlers gewesen. Trotzdem wäre es sinnlos gewesen, dies Stalin vorzuhalten, während man mit ihm gemeinsam Hitler bekämpfen musste.

        aber natürlich ist Putin kein Churchill, sondern eher ein kleiner Stalin.

        Stalin hätte seinen Verbündeten wohl ebenfalls einen früheren Pakt mit Hitler ständig vorgehalten.

  4. aron2201sperber Says:

    der Spiegel nimmt die Propaganda der MB natürlich besonders begeistert auf – und verurteilt die Offensive gegen den IS als „todbringend“:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-donald-trumps-todbringende-offensive-a-1140016.html

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