Zu „geistig primitiv“ für Terror?

Im Tagesspiegel werden die „geistig primitiven Salafisten“ und „unterbelichteten Rechtsextremen“ freigesprochen, während ein „hinterhältig, eiskalt agierender Islamhasser“ zumindest „theoretisch“ der passende Täter ist:

Das wäre einem geistig primitiven Salafisten zuzutrauen, auch einem ebenso unterbelichteten Rechtsextremisten, aber eben auch einem hinterhältigen, eiskalt agierenden  Islamhasser. Welcher dieser drei Typen würde am ehesten zur professionellen Machart der Sprengsätze passen? Theoretisch wohl der kaltblütige Rassist.

(Tagesspiegel)

Bis jetzt wurden die Terroranschläge des IS von frisch eingewanderten Flüchtlingen ohne tiefere Anbindung zur einheimischen Islamisten-Szene durchgeführt.

Ohne die logistische Unterstützung durch einheimische Helfer mussten die Terroristen auf Messer und Fahrzeuge zurückgreifen. Ohne Deutschkenntnisse der Attentäter gab es natürlich auch keine deutschen Bekennerschreiben.

Auch wenn die Opferzahlen beim Sprengstoffanschlag gegen den Fußballer-Bus geringer war als bei anderen Anschlägen, so enthält er eine gefährlichere Dimension als der bisherige Terror.

Der Sprengstoffanschlag war wohl die erste gezielte paramilitärische Aktion des IS in Deutschland, die nicht von vereinzelten Flüchtlingen, sondern – zumindest – mit der Unterstützung von einheimischen „Brüdern“ ausgeführt wurde.

Dass so eine Entwicklung ausgerechnet in Dortmund beginnen sollte, wäre keine große Überraschung (außer man ist sehr „geistig primitiv“ oder „unterbelichtet“, was leider auf viele unserer Journalisten zutrifft):

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22 Antworten to “Zu „geistig primitiv“ für Terror?”

  1. aron2201sperber Says:

  2. aron2201sperber Says:

  3. medforth Says:

    Hat dies auf Jihad Watch Deutschland rebloggt.

  4. Eloman Says:

    Ist das nicht Diskriminierung von Minderheiten, wenn man Salafisten als minderbemittelt bezeichnet?

  5. American Viewer Says:

    Welt.online hat am ersten oder zweiten Tag das Bekennerschreiben veröffentlicht. Ich habe mir damals dieses Schreiben relativ intensiv durchgelesen und denke, dass es eher nicht der IS war. Die Chancen, dass es der IS war sind vielleicht maximal 20%. Die Sprache des Schreibens ist gestellt, da tut jemand nur so, als könne er kein Deutsch, dabei kann er es bei näherer Betrachtung sehr gut. Warum sollte sich ein IS-Terrorist so verstellen? Dafür gibt es keine Erklärung, außer eben jemand will nur so tun als ob.

    Die Behörden sehen das wohl mittlerweile auch so. Da passen Dinge einfach nicht zusammen. Abgesehen vom nicht passenden Schreiben, erscheint der gesamte Anschlag IS-untypisch. Es gibt bisher kaum Dinge, die auf den IS schließen lassen.

    Es würde mich nicht wundern, wenn am Ende militante Rechtsextreme gefasst werden. Wobei man bei den deutschen Behörden nie weiß, ob sie die Täter überhaupt jemals ermitteln. Man denke nur an die RAF oder auch wie extrem lange es bei der NSU oder bei Anis Amri gedauert hat.

    • aron2201sperber Says:

      „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen, 12 ungläubige würden von unseren Gesegneten Brüder in Deutschland getötet. Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden. Jedoch wir bleiben standhaft durch die Gnade Allahs.

      Ab sofort stehen alle ungläubigen Schauspieler, Sänger, Sportler und Sämtliche prominente in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen auf Todesliste des Islamischen Staates.

      Und das solange die folgenden Forderungen nicht erfüllt werden:

      – Tornados aus Syrien abziehen. – Ramstein Air Base muss geschlossen werden.“

      für mich klingt das absolut authentisch nach Salafisten-Sprache.

      wohl kein gebürtiger Deutscher, aber einer, der hier aufgewachsen ist.

  6. American Viewer Says:

    Ich finde die Analyse des Tagesspiegels gar nicht so schlecht. Vor allem die Differenzierung zwischen „Rechtsextremist“ und „Islam-Hasser“ fällt auf. Normalerweise trennen deutsche Medien das nicht.

    Die Grundanalyse des Tagesspiegels kann man schon ein Stück weit teilen. Sowohl „klassische“ Salafisten als auch „klassische“ Neo-Nazis haben wohl eher nicht die Ressourcen für so einen Anschlag.

    Bisher sprechen die vorhandenen Informationen wirklich für Täter aus dem bürgerlich-nationalen-rechtsextremen Milieu: Halbwegs gebildet, kein „klassischer“ Glatzkopf. Am ehesten jemand mit BVB- und/oder Bundeswehrhintergrund. Vielleicht sogar jemand mit Verbindungen zur bekanntermaßen rechten BVB-Ultraszene. Das wird „besucher“ freuen, ich lach mich tot.

    • aron2201sperber Says:

      das Ressourcen-Argument teile ich nicht:

      mein Nachbar konnte mit 12 solche Bomben basteln. sowohl Rechtsextreme als auch Salafisten waren oft auf technischen Schulen und haben den Militärdienst absolviert.

      bei Merkel hattest zwar du recht, aber schauen wir mal

    • max Says:

      Die Tagesspiegelanalyse ist schlicht dumm. Und zeigt, dass offensichtlich niemand beim Tagesspiegel eine militärische Ausbildung hat. Als alter Soldat mit einer relativ umfassenden militärischen Sprengausbildung ist es mir ein Rätsel, wie man ein solches Bohei um die Komplexität einer Sprengeinrichtung, die offensichtlich dazu noch untauglich war, machen kann. Um einen Sprengsatz zu positionieren und ins Ziel zu bringen, braucht man nun wirklich kein Einstein zu sein. Vielleicht hat die Berichterstattung zum Ziel, Nachahmer abzuschrecken.
      Aus dem Sprengsatz irgendetwas herauszulesen zu versuchen, das nicht individuelle Tatmerkmale aufweist (Tatmittel, Bestandteile, Werkzeugspuren etc.) ist schlicht und einfach unseriös.
      Wäre da jemand mit nur einer gewissen Ahnung am Werk gewesen, hätte man nicht Spuren im Bus gesucht, sondern Spuren vom Bus gesucht.

      • max Says:

        Noch ein kleiner Zusatz: Selbst Taggants oder aromatische Spezifikationen können über den Urheber genau nichts aussagen, sind doch Sprengstoffe auch mit diesen Kennzeichnungen relativ leicht erhältlich. Und damit schlecht rückverfolgbar. Sprich: Sollte man beim Sprengstoff als wahrscheinliche Ursprungsquelle z.B. die Bundeswehr miteinbeziehen, heisst das noch lange nichts. Es gibt in diesem Falle ausser bei Schweizer Sprengstoff keine exakt benennbare Quelle. Und bei Schweizer Sprengstoff ist die Kette, wenn illegal beschafft, auch nicht eruierbar.
        (Kleine Erklärung dazu: die Schweiz ist das einzige Land, das Sprengstoff Mittel beimischt, die der Erkennung und der Rückverfolgbarkeit dienen. Die USA haben das eine Zeit lang auch gemacht, hatten damit einige Erfolge bei der Aufklärung von Verbrechen, haben es aber schliesslich aus finanziellen Gründen aufgegeben.)

      • aron2201sperber Says:

        Danke für die interessanten Infos

      • American Viewer Says:

        Ich sehe das größtenteils anders. Fernzündungen sind immer schwierig. Die Abschätzung der Sprengwirkung sowieso, siehe diverse andere Attentate.

        Zu Sprengstoff muss man nichts beimischen, man kann die Herkunft jeder Chemikalie bis ins Detail herausfinden. Das ist heutzutage keine Kunst mehr.

        Das ganze Attentat folgt keinem mir bekanntem IS-Muster. Es ist ein neuer Typus Täter, der natürlich rein theoretisch auch vom IS kommen könnte, aber bisher sprechen aus meiner Sicht mind. 90% der bekannten Fakten dagegen. Im Grunde habe ich noch keinen Fakt gesehen, der für den IS spricht.

      • max Says:

        Mit Verlaub, lieber American Viewer, das ist nun schlicht Blödsinn. Es geht um Rückverfolgbarkeit und nicht um chemische Zusammensetzung. Nur ein Beispiel: Im Altertum (also bis vor etwa dreissig Jahren) war z.B. Semtex exclusiv tschechischen Ursprungs. Das war einmal. Heute ist der modifizierte Sprengstoff in identischer Zusammensetzung aus zahllosen Quellen erhältlich. Eine Analyse betreffend Herkunft ist praktisch unmöglich.
        Zu den Sprengeinrichtungen: eine Richtungsladung zu bauen ist nun wirklich keine Kunst. Im Notfall kann man zusätzlich über die Sprengstoffmenge den Trichter ausgleichen. Auch Zündersysteme sind nicht hohe Schule. Von Lichtschranken bis zu Drucksensoren bis Lasermarkierung ist alles mit wenigen Aenderungen im Bau- resp. Elektronikmarkt erhältlich. Weiter ins Detail gehen möchte ich natürlich nicht, ich will ja schliesslich keine Anleitungen verbreiten.
        Mittlerweile hat es sich ja herausgestellt, dass nicht der IS am Werk war. Damit hatte allerdings meine Aussage auch nichts zu tun. Er hätte es sein können, aber natürlich auch unzählige andere. Vor allem deshalb, weil die Vorgehensweise wirklich nicht „typisch“ für den IS war.

      • American Viewer Says:

        Es geht um Rückverfolgbarkeit und nicht um chemische Zusammensetzung.

        Fast richtig. Es geht um Rückverfolgbarkeit über die chemische Zusammensetzung. Das geht wie gesagt heutzutage relativ einfach.

        Man braucht natürlich die Probe vom Tatort plus die Charge von der man glaubt, woher der Sprengstoff abstammt als Vergleich. Dann müsste es gehen. Das geht mit (fast) jeder beliebigen Chemikalie, dann geht es auch bei Sprengstoff. Die Details erspare ich dir, du glaubst mit ja sowieso nicht.

        P.S. Mit dem Wort „Blödsinn“ wäre ich vorsichtiger.

    • besucher Says:

      war doch eh der Hoeness

      • American Viewer Says:

        Der sollte gar nicht mehr frei rumlaufen. Das ist auch so ein Skandal. Fast 30 Mios an Steuern hinterziehen gilt in DL offenbar als Kavaliersdelikt. Und das ist auch nur die Summe, die er am Ende selbst „zugegeben“ hat. Das macht alles keine Freude mehr.

    • aron2201sperber Says:

      letztlich hattest du mit dem Bekennerschreiben eher recht. Trotzdem hätte wohl niemand damit gerechnet, dass es so etwas war.

      • American Viewer Says:

        BILD war überraschend gut, die spekulierten wohl relativ früh es seien schlicht Kriminelle ohne politischen Hintergrund. Der Tagesspiegel war auch nicht schlecht, die erkannten den neuen Typus. Dass es kein IS gewesen sein kann, mit der Hälfte hatte ich in der Tat recht, die andere Hälfte hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, das wäre der Super-GAU gewesen. So war es die „bestmögliche“ Variante.

      • aron2201sperber Says:

        interessant wäre allerdings, seit wann die Polizei die Spur bereits hatte

        das könnte möglicherweise schon auch erklären, warum man sich so schnell darauf festlegen konnte, dass es kein authentisches IS-Bekennerschreiben war.

      • American Viewer Says:

        Ich finde die waren relativ schnell. Wahrscheinlich sind auch einige Journalisten ohne Polizei auf ganz ähnliche Ideen gekommen. Es war einfach zu offensichtlich. Ich wollte zum Beispiel am ersten bis zweiten Tag einen Blogeintrag zum Thema schreiben, dann hatten aber schon 1-2 Medien ähnliche Ideen, die waren echt schnell. Die haben den Text der Bekennerschreiben veröffentlich und schon max. 1-2 Stunden später – größtenteils korrekte – Analysen dazu. Wenn die Medien etwas richtig machen, muss man sie auch mal loben.

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