Eine Million Flüchtlinge bei Al-Qaida?

Als einzige Provinz Syriens ist Idlib noch in den Händen von Regierungsgegnern – der syrische Ableger der Al-Kaida kontrolliert das Gebiet.

Fast eine Million Flüchtlinge haben dort laut UN Zuflucht gefunden, von denen viele in Lagern ausharren. 1,3 Millionen von zwei Millionen Menschen in der Provinz sind demnach auf Hilfe angewiesen.

(n-tv)

Diese Flüchtlingszahlen sind komplett übertrieben. Idlib hatte vor dem Krieg weniger als 400.000 Einwohner. Nach dem Fall von Aleppo hat Idlib zwar sicher einige Jihadisten und ihre Familien aufgenommen. Dabei handelt es sich jedoch mit Sicherheit nicht um mehr als 100.000 Menschen, von denen wiederum etliche mittlerweile über den lange Zeit offenen Grenzübergang in die Türkei und nach Europa weitergereist sein dürften.

So wie Erdogan die Versorgung von 3 Millionen Flüchtlingen (von denen 2,5 Millionen in Wahrheit längst in die EU weitergereist sind) behauptet, behaupten auch die Herrscher von Idlibistan, eine Million zu beherbergen, da sie dafür Hilfslieferungen kassieren und die Flüchtlinge als Verhandlungsmasse einsetzen können.

Dass die UNO bei der Verbreitung der getürkten Flüchtlingszahlen mitmacht, ist der eigentliche Skandal.

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16 Antworten to “Eine Million Flüchtlinge bei Al-Qaida?”

  1. idiota Says:

    Mit Dash haben die syrischen Regierungstruppen und die Kurden bald aufgeräumt, danach geht´s Al-Kaida und Co in Idlib an den Kragen.

    Wie im Fall von Aleppo wird die hohe Zahl von angeblichen Flüchtlingen in die Welt gesetzt, um von der Öffentlichkeit und den Regierungen des Westens eine militärische Intervention zugunsten der verschieden Ableger der Muslimbruderschaft in Syrien moralisch zu erpressen.

    Mal seh´n ob jemand Lust aufs nächste Abenteuer a la Irak hat.

    • salamshalom Says:

      @idiota

      Genau so ist es.
      Als es seitens der SAA und der Russen um die Befreiung Ostaleppos von den Faschoislamisten ging, überboten sich die Commerzmedien mit der Anzahl der „eingekesselten Zivilisten“. Sogar mehrere „hundertausend Kinder“ sollen von Assad und seinen Schergen regelrecht stalingradinisert worden sein.
      Am Ende verpuffte das Ganze wie ein lauer Furz an einem Sommerabend. Nachrichten aus Ostaleppo sind in dieser Presse seit der Abfahrt des letzten grünen Busses gen Idlib nicht mehr gesehen oder gelesen worden. Auch nicht die Rückkehr von Zehntausenden nach „Stalingrad“ scheint eine Randnotiz wert zu sein.

      Das Gleiche nun in Idlib… und es werden noch einige Idlibs und Ostaleppos folgen. Je nach Lage des Fähnchen im Winde!

      • aron2201sperber Says:

        dabei kaut auch RT die UNO-Flüchtlingszahlen von 1 Million wieder und berichtet wie üblich gehässig gegen den Westen:

        https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/56289-syrien-al-kaida-uebt-vollstaendige-kontrolle-idlib-westliche-beihilfe/

        aber immerhin macht man sich zu Al-Qaida in Idlib Gedanken. Die westlichen Journalisten scheinen sich kaum für die Vorgänge zu interessieren

      • idiota Says:

        @ Aron

        Immer wenn unsere Journalisten das Interesse verlieren, können Sie davon ausgehen, dass unserer Führung es mal wieder versaut hat und kein ideologisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten ist. Assad und Putin haben in Syrien gewonnen.

        Bei der Schlacht um Idlib wird es noch ein großes Flüchtlingsdrama ohne Konsequenzen geben und jede Menge Artikel die Beweisen, dass die bösen Despoten der Früchte ihres Sieges nicht froh werden und am Ende doch die Verlierer sind.

  2. aron2201sperber Says:

    Für die Türken ist die USA an Al-Qaida in Idlib schuld, weil sie keinen Finger für die von der Türkei unterstützen Dschihadisten gerührt hätte.

    Für die Russen ist die USA an Al-Qaida in Idlib schuld, weil sie dieselben Dschihadisten zu stark unterstützt hätte.

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2017/08/25/wer-ist-schuld-an-idlibistan/

    In den Schuldzuweisungen gegen die USA sind Russen und Türken zwar Brüder im Geiste. Mehr gemeinsame Interessen werden Putin und Erdogan allerdings kaum finden.

    Erdogan würde zwar seine Dschihadisten in Idlib opfern, wenn ihm Putin dafür freie Hand gegen die Kurden ließe.

    Putin ist jedoch auf Erdogan kaum mehr angewiesen und hat daher wenig Grund, für Erdogan einen offenen Konflikt gegen die einzigen echten Verbündeten der USA zu riskieren.

    Dass in Idlib die schlimmsten Dschihadisten herrschen, ist für Assad und Putin gar nicht so schlecht, da sie so bei Angriffen aus Idlib freie Hand zum Niederbomben haben.

    Erdogan kann sich mit Al-Qaida in Idlib seinen Euphrat-Schild hingegen in die Haare schmieren.

  3. heinzelmann Says:

    aron: Du hattest mal einen Text zur Frage, wieviel Flüchtlinge wirklcih in der Türkei leben, finde ihn nicht mehr! Müsste nicht überprüft werden, wieviele in der Türkei leben? Oder will man so bezahlen?

  4. American Viewer Says:

    Syrien ist wie Palästina. Je länger der Konflikt dauert desto mehr Menschen leben dort angeblich. Entweder Kriege sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, oder es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Oder beides.

    • aron2201sperber Says:

      2,5 Millionen sind angeblich bei den Saudis.
      1 Million in Jordanien, 1 Million im Libanon.
      3 Millionen in der Türkei.
      in die EU sind seit 2015 2,5 Million als Syrer eingereist (hier ist man etwas genauer und nur 0,5 Milionen werden tatsächlich als Syrer gezählt)
      1 Million soll also jetzt in Idlib sein.
      dabei sind so gut wie alle größeren Städte außer Aleppo immer in Hand der Regierung gewesen.
      die 4 Millionen-Stadt Damaskus hat zwar umkämpfte Bezirke. Im Großteil der Stadt ist das Leben relativ normal weitergegangen und es hat kaum größere Fluchtbewegungen gegeben.

      • salamshalom Says:

        Die Syrer rechnen so:
        Vor dem Krieg 22,8 Mio Einwohner
        Januar 2017: 18 Mio Syrer im Binnenland
        Macht: 4,8 Mio echte Auslandsflüchtlinge
        Heute: Etwas weniger Flüchtlinge, da ca. 350.000 Flüchtlinge zurückgekehrt sind

        Jeder kann sich seine Zahlen wählen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die nativen Zahlen aus syrischen Quellen bis dato immer bei weitem die korrekteren waren.

      • aron2201sperber Says:

        5 Millionen sind realistisch, wobei die meisten (etwa 2 Millionen) als Gastarbeiter am Golf leben (Saudi-Arabien, VAE und Kuweit)
        vielleicht 1 Million in Lagern in Jordanien und Libanon und 500.000 in der Türkei.
        1 Million in der EU

      • American Viewer Says:

        Der erste Krieg mit 0 Toten. Das bekommt auch nur der ss hin.

      • salamshalom Says:

        Ein Kommentar mit 0 IQ. Dan bekommt auch nur der AV hin.

  5. Aron Sperber Says:

    […] für die islamische Propaganda zu türken, ist nichts Neues.  Laut UNO sollen sich ja auch gerade eine Million Flüchtlinge bei Al-Qaida in Idlib aufhalten. Die UNO ist ein Zusammenschluss von Staaten. Und man merkt sehr genau, dass von 50 davon […]

  6. Sklavenmarkt oder Arbeitsstrich? | Aron Sperber Says:

    […] die getürkten Flüchtlingszahlen sind nicht nur in Libyen ein ganz eigenes Thema, dem ich schon viele Beiträge gewidmet […]

  7. Erdogans getürkte Flüchtlingszahlen | Aron Sperber Says:

    […] Muslimbrüder aus Syrien nach Europa durchzuschleusen, falls sie ihre letzte starke Provinz Idlib verlieren sollten. Dazu werden bereits völlig übertriebene Horrorzahlen lanciert (900.000 […]

  8. Al-Qaida versorgt laut UNO eine Million Flüchtlinge? | Aron Sperber Says:

    […] Muslimbrüder aus Syrien nach Europa durchzuschleusen, falls sie ihre letzte starke Provinz Idlib verlieren sollten. Dazu werden bereits übertriebene Horrorzahlen lanciert, womit Europa erneut ein […]

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