Spiegel spricht McCain heilig

Weil McCain ein Gegner von Trump war, verehrt der Spiegel John McCain als amerikanischen Helden.

Wäre McCain zu Lebzeiten zum amerikanischen Präsidenten gewählt geworden, wäre er mit Sicherheit wie Reagan, Bush und Trump zum Hauptfeind des deutschen Journalismus stilisiert worden.

McCain hatte mit allem, was er gegen Putin vorbrachte, vollkommen recht. Putin ist ein im Kalten Krieg hängen gebliebener Autokrat, der den Untergang der UdSSR für die größte Tragödie hält und ein neues Sowjet-Imperium (nur ohne Kommunismus) wieder errichten möchte. Statt des Kommunismus ist Putin selbst die Ideologie für sein Russisches Imperium.

Die strengen Maßstäbe, die McCain bei Trumps Verhältnis zu Putin ansetzt, müssten jedoch auch für alle anderen Freunde und Feinde der USA gelten.

Der NATO-Partner Erdogan hat die Türkei in weiten Teilen zu einem Islamischen Staat umgewandelt, der mit westlichen Werten noch viel unvereinbarer ist als Putins „Gelenkte Demokratie“.

Der politische Islam ist der Grund, warum Demokratie in der islamischen Welt nicht funktionieren kann und auch westliche Demokratien, in die der politische Islam vordringt, gefährdet werden.

Die mächtigste Organisation des politischen Islam ist die Muslimbruderschaft, die unter Trumps Vorgänger Obama völlig unkritisch hofiert wurde. Die Bruderschaft hat ihren Hauptsitz in Katar, wo die USA ihre größte Militärbasis am Persischen Golf betreiben.

Die Saudis scheinen zwar nun selbst gegen islamischen Extremismus vorgehen zu wollen. Das alte Bündnis zwischen dem saudischen Königshaus und den Wahabiten ist jedoch noch lange nicht aufgelöst. Miese Salafisten-Vögel, die bei uns Dawa-Missionierung betreiben, werden immer noch von Saudi-Barbaren finanziert.

Solange man solche Freunde hat, braucht man bei seinen Feinden wie Putin nicht so heilig zu sein.

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9 Antworten to “Spiegel spricht McCain heilig”

  1. Olaf Says:

    Bei der Trauerfeier hat die Tochter McCains auf Trump geschimpft, Amerika muß nicht wieder groß werden, weil es schon immer blabla.
    Was hat der arme Trump mit McCain zu tun? Sie hat so getan, als sei Trump schuld am Krebstod ihres Daddies. Einfach nur peinlich, dieser Neid auf Trumps Sieg. McCain hatte seine Chance und er hat verloren. Trump hat es besser gemacht.

    • Olaf Says:

      Jetzt wirft man Trump vor, dass er Golf spielen war, nachdem McCain den AMTIERENDEN PRÄSIDENTEN ausgeladen hat. Wie bei den Hexen, wenn sie gestehen sind sie schuldig, wenn nicht, wars der Teufel.

  2. Benjamin Goldstein Says:

    Auch sehr subtil, wie plötzlich Konsens ist gefällige Leute als Kriegshelden zu feiern. Vorher waren die Amis ja so martialisch und schlecht, weil die Soldaten als Helden bezeichnen.

    Ich hasse McCain. Und das ist natürlich, was die Linken auch provozieren wollen. Man kann angesichts des Todes solche Äußerungen eine Zeitlang zurückhalten, aber die Dauerparade macht es immer schwieriger.

    Der Mann war ein Linker, der nur aus einem Grund in der republikanischen Partei war: er hasste Russen.

    Wie der die Vorwahlen gewinnen konnte, ist mir vollkommen unverständlich.

    • arprin Says:

      Der Mann war ein Linker

      Wie kommst du auf diese Schlussfolgerung? Im Kalten Krieg war jeder gegen die Sowjetunion, auch die Demokraten, er hätte also nicht deshalb zu den Republikanern gehen müssen. Und auch McCains andere Ansichten erscheinen mir nicht typisch links.

      • Benjamin Goldstein Says:

        Die Demokraten, und übrigens auch SPD und Grüne, hatten teilweise ein sehr gespaltenes Verhältnis zur Sowjetunion.

        McCain wuchs innerhalb der militärischen Strukturen auf. Das ist ein Wohlfahrtsstaat innerhalb der USA. Das Militär ist heillos aufgeblasen und übernimmt sämtliche Aufgaben für die Soldaten, deren Lösungen normalerweise auch auf dem freien Markt zu haben sind. Von daher hat McCain seine „Kompromissbereitschaft“. Er war ein Wohlfahrtsstaatler und sah da irgendwie auch keine vernünftigen Grenzen. Fiskalpolitische Bedenken hatte er nicht. Er war auch einfach rein psychologisch „mobfähig“, weshalb er sich so wunderbar für alle Anschuldigungen gegen Trump einspannen ließ. „Mobfähigkeit“ ist im Grunde das Hauptcharakteristikum der Linken im Moment.

        Alle konservativen Positionen, die er hatte, waren seiner militärischen Karriere geschuldet und nicht aus Überlegung erwachsen. Unter gedienten Soldaten ist halt fast jeder für liberales Waffenrecht, Todesstrafe und hohes Militärbudget.

  3. aron2201sperber Says:

    Nur ein toter Republikaner ist für die linken Helldeutschen ein guter Republikaner. Ähnliches gilt für die toten und lebenden Juden.

    • Benjamin Goldstein Says:

      Man wird auch schon zu einem Guten, wenn man auf andere Republikaner schimpft. Dann heißt es, „selbst Republikaner wie …. sind unserer Meinung.“

      Ich habe in meinem Leben noch nie so ein „selbst die da“ benutzt, um über Linke zu reden. „Selbst Linke wie Sahra Wagenknecht kritisieren Angela Merkel“ klingt irgendwie komisch.

  4. American Viewer Says:

    Wäre McCain zu Lebzeiten zum amerikanischen Präsidenten gewählt geworden, wäre er mit Sicherheit wie Reagan, Bush und Trump zum Hauptfeind des deutschen Journalismus stilisiert worden.

    Das muss man nicht mal im Konjunktiv schreiben, die Lügenpresse hat ihn 2008 abgeschlachtet, als er es wagte gegen Obama anzutreten. Da war dann auch jedes Mittel recht: Ein rechtsextremer Hardliner, ein kranker Krüppel, und sowieso viel zu alt.

    Jetzt wo er tot ist, finden sie ihn toll. Das ist das alte vorhersehbare Spielchen. 2008 hätte man ihn ruhig mal fair behandeln können. Aber der Presse geht es bekanntlich nur noch um die eigene politische Agenda.

    Gegen diese Presse waren Leute wie McCain und Romney einfach viel zu brav und viel zu harmlos. Die haben alles mit sich machen lassen. Das Verhalten der Presse muss letztendlich zu Leuten wie Trump führen, wenn man überhaupt noch eine winzig kleine Chance haben will.

  5. Springer sinkt auf Spiegel-Niveau | Aron Sperber Says:

    […] Wergin vertritt eine McCain-Sicht. Menschlich war mir der republikanische Trump-Gegenspieler McCain zwar sehr sympathisch. So […]

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