Trägt die Türkei für uns die Flüchtlingslast?

2014 hielten sich in der Türkei nicht mehr als 600.000 syrische Flüchtlinge auf:

Von Sommer 2015 bis zur Schließung der Balkanroute im April 2016 sind 1,5 Millionen Menschen von der Türkei nach Griechenland eingereist, also wesentlich mehr als die Flüchtlinge, die sich zuvor laut Medienberichten in der Türkei aufgehalten hatten.

In den Transitländern der Balkanroute wie Griechenland, Kroatien, Ungarn war die Zahl der eigenen Asylanten am Ende der Flüchtlingskrise fast auf Null gesunken, da praktisch sämtliche im Land aufhältigen Asylanten die Gelegenheit der offenen Balkanroute genutzt hatten, um in einen nördlicheren und besser dotierten Wohfahrtsstaat zu übersiedeln (außer die 20.000, die gerade in Griechenland im Transit waren, als die mazedonische Grenze geschlossen wurde).

Nur in der Türkei waren nach der Flüchtlingskrise nicht weniger, sondern sogar mehr „syrische Flüchtlinge“ im Land.

Und sie stiegen von behaupteten 2 Millionen aus 2016 bis 2018 sogar noch auf 4 Millionen an, ohne dass je irgendwelche Notlager (mit unansehlichen Zelten, Regenpfützen und suizidalen Kindern wie auf Lesbos) zur Verfügung gestellt werden mussten.

Bildergebnis für lager moria

(Das „schlimmste Flüchtlingslager der Welt“ auf Lesbos)

Die EU zahlt Milliarden für die türkische Versorgung jener angeblichen Millionen „syrischer Flüchtlinge“. Kontrollen gibt es seitens der EU gar keine, sondern man verlässt sich auf die die Angaben diverser NGOs, die mit Erdogan im „besten Einvernehmen“ die Geschäfte mit den EU-Geldern abwickeln.

Merkels Deal funktioniert zwar nicht, wie selbst die wohlmeindendsten Medien zugeben müssen. Dafür hat sich das Narrativ durchgesetzt, dass die Türkei „für uns“ die „Hauptlast“ der Flüchtlingsversorgung trage und für uns „3,5 Millionen syrische Flüchtlinge“ versorge.

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2 Antworten to “Trägt die Türkei für uns die Flüchtlingslast?”

  1. aron2201sperber Says:

    desto genauer man ins Detail geht, desto grotesker wird das Ganze.

    Obwohl die EU nun Milliarden an die Türkei für die Flüchtlingsversrgung zahlt, lehnt die griechische Justiz Rückführungen in die Türkei ab, da die Türkei für Syrer „nicht sicher“ wäre.

    Dabei haben auch die deutschen Gerichte seit Jahren Rückführungen nach Griechenland ausgesetzt, weil für die deutsche Justiz wiederum Griechenland kein sicheres Land für Flüchtlinge ist.

    Erdogan kann sich ins Fäustchen lachen. Er bekommt fast völlig ohne Gegenleistung und ohne Kontrolle Milliarden ausbezahlt.

    Erdogan hat lediglich ein paar Pakistaner und Bangladeschi wieder zurücknehmen müssen, die ohnehin nie einen Cent oder eine Lira Unterstützung von der türkischen Regierung kassiert hätten und mit Sicherheit die Türkei bald wieder verlassen haben.

    Erdogan ist mit dieser EU in einer Win-Win-Situation.

    Reisen keine mehr durch, weil Kurz die Balkanroute geschlossen hat, muss am Deal festgehalten werden, weil er scheinbar toll funktioniert.

    Würde man die Balkanroute wieder öffnen (weil Kurz z.B. wie Merkel geisteskrank wird), würde die EU Erdogan erst recht noch mehr bezahlen, damit der Deal vielleicht wie beim letzten Mal wieder funktioniert.

  2. ARD übertrifft Flüchtlings-Hetze der AfD | Aron Sperber Says:

    […] man von Moria jedes Mistsackerl, jede graue Wolke und jede dreckige Pfütze kennt, sind über die 3,5 Millionen von Erdogan untergebrachten Flüchtlinge keinerlei Missstände […]

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