Archive for 23. Dezember 2018

Was wurde aus den Sklaven in Libyen?

Dezember 23, 2018

Wird der Spiegel jetzt auch andere Fake-News in Frage stellen oder wird die Selbstkritik ein Einzelfall bleiben?

Die Libyer wurden vom Spiegel als rassistische Sklavenhändler abgestempelt, weil sie mit Italien kooperiert hatten und so die Mittelmeer-Route unterbrochen werden konnte:

Das Erbe des arabischen Rassismus

Das Bürgerkriegsland Libyen ist ein Eldorado für Menschenhändler. Auf nächtlichen Sklavenmärkten werden internierte afrikanische Migranten wie Vieh verkauft. Ein Grund: Hass auf Dunkelhäutige.

(SPON)

Die berühmte CNN-Reportage über Libyens Sklavenmärkte war die einzige Quelle, die gespiegelt wurde. Eigene Recherchen fehlten völlig.

Was CNN produziert hatte, wurde allerdings nicht nur vom Spiegel völlig unkritisch übernommen. Sämtliche Medien und Politiker wie Juncker, Merkel und Macron hatten sich über die barbarischen Sklavenhalter Libyens empört.

Was immer in dem Video auch zu sehen sein mochte, so handelte es sich dabei wohl kaum um Sklaverei.

Eine komplette Inszenierung wäre aufgrund der wenigen beteiligten Personen zwar nicht einmal besonders schwierig. Am wahrscheinlichsten handelte es sich jedoch einfach um Männer, die wie auch in vielen europäischen Ländern ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsstrich anboten.

Auch bei den Internierungslagern handelte es sich nach meiner Meinung um moderne Schauermärchen.

Die Bedingungen in den von den Schleppern zur Verfügung gestellten Lagern, in denen die Afrikaner in Libyen auf ihre Überfahrt warteten, waren mit Sicherheit miserabel. Niemand wurde jedoch dort festgehalten, sondern es handelte sich um einen provisorischen Aufenthalt, für den weder die libyschen Schlepper noch die geschleppten Afrikaner viel Geld investieren wollten.

Dauerte der Aufenthalt ungeplant länger, stieg natürlich auch der Druck, während des Aufenthaltes Geld zu verdienen. Hier kommen wir wieder zu den Filmaufnahmen von den am „Sklavenmarkt“ bzw. Arbeitsmarkt angebotenen Afrikanern.

So wie miese Schlepperunterkünfte keine Internierungslager sind, handelt es sich bei Tagelöhnern nicht um Sklaven, auch wenn in der Leidenschaft des Agenda-Journalismus solche feinen Unterschiede leicht verschwinden.

Auch die Zahl von einer Million Afrikanern, die angeblich in Libyen interniert gewesen sein sollen, war völlig aus der Luft gegriffen.

Die Schlepperbanden hatten wohl lediglich Kapazitäten für ein paar Tausend Kunden. Staatliche Lager für Flüchtlinge gab es in Libyen sicher auch nur in sehr geringen Dimensionen.

Aber die getürkten Flüchtlingszahlen sind nicht nur in Libyen ein ganz eigenes Thema, dem ich schon viele Beiträge gewidmet habe.

Die Libyer betätigten sich für die Afrikaner als Schlepper. Sie taten das mit Sicherheit nicht aus Altruismus, aber sie befriedigten eine Nachfrage der Geschleppten.

Während die Schlepper dämonisiert wurden, wurden die Geschleppten von Spiegel & Co. zu Opfern von Sklaverei erklärt, die man natürlich wieder direkt von der libyschen Sklavenküste abholen sollte.

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Putins Pyrrhussieg über USA?

Dezember 23, 2018

Der Rückzug aus Syrien wird von den Feinden der USA als Niederlage gefeiert. Für Assad wäre die damit wohl verbundene Invasion Erdogans in die Kurdengebiete allerdings eine Katastrophe:

Erdogans FSA-Muslimbrüder streben ja nach wie vor die Herrschaft über Gesamt-Syrien an, während die Kurden höchstens die derzeit gehaltenen Gebiete beansprucht hätten.

Wenn die FSA mit der Türkei erst einmal das halbe Staatsgebiet kontrolliert, käme man den Plänen zur Übernahme ganz Syriens einen großen Schritt näher.

Das müsste nicht einmal militärisch geschehen, sondern demographisch durch die Forderung der Abhaltung von demokratischen Wahlen für alle Syrer.

Wäre der Kurden-Teil erobert, könnte Erdogan behaupten, dass aus Jordanien und dem Libanon weitere 2 Millionen Syrer dorthin zurückgekehrt wären. Mit den bereits zuvor eroberten Gebieten (angeblich „2 Millionen“ in Idlib und angeblich „1,5 Millionen“ in Afrin und El-Bab) und den „registrierten Auslands-Syrern“ in der Türkei (angeblich „3,6 Millionen“) und in Deutschland (tatsächlich 700.000, und fast alle Muslimbrüder) käme der Zahlen-Türker Erdogan wohl recht locker auf eine Mehrheit bei gesamtsyrischen Wahlen.

Entweder Putin ist so ignorant und überheblich geworden, dass er jene Gefahr durch Erdogan nicht erkennt.

Oder er ist ein Spieler, der darauf setzt, dass die Kurden ihr Terriorium nun rasch an Assad übergeben werden.

Wenn das so aufgeht, steht Putin natürlich als großer Sieger da. Es ist aber ein verdammt riskantes Spiel. Die Gefahr ist hoch, dass Erdogan und seine FSA-Muslimbrüder Putin und seinen Assad am Ende doch noch ausstechen, wenn sie auch die Kurdengebiete übernehmen.

Die Demographie spricht für Erdogans Muslimbrüder und ihr Schutzherr ist ein Meister im Täuschen und im Türken von Zahlen, was die Chancen bei demokratischen Wahlen zusätzlich erhöht.

Bildergebnis für erdogan putin