Muslime als Christkinder von heute?

Vor Weihnachten bewegt das Schicksal einer Flüchtlingsfamilie die Steiermark: Seit zwölf Jahren lebt sie hier – nun soll sie von Traiskirchen nach Tschetschenien abgeschoben werden. Schulkollegen und eine Initiative üben Kritik.

Eine Altersbegrenzung für eine Abschiebung kennen die Behörden nicht – das jüngste der insgesamt fünf Kinder der betroffenen tschetschenischen Familie ist gerade einmal ein paar Monate alt. Sie alle wurden in Österreich geboren – jetzt sollen sie das Land, das ihre Heimat ist, verlassen.

Eines der Kinder ist die zehn Jahre alte Linda: Sie besuchte bis zur Überstellung nach Traiskirchen die erste Klasse im Oeverseegymnasium in Graz – von einem Tag auf den anderen war sie nicht mehr da.

(ORF)

Wenn man nichts Gutes sagen kann, soll man besser gar nichts sagen. Da bei der Weihnachtserzählung des ORF über die von Abschiebung bedrohte tschetschenische Familie ausschließlich die Kinder erwähnt worden waren, lag der Verdacht nahe, dass der Vater nicht gerade ein Heiliger war:

Der Erstbeschwerdeführer weist folgende strafgerichtliche Verurteilungen auf:

Urteil des LG für Strafsachen vom 28.02.2008: Sechs Monate Freiheitsstrafe bedingt als Junger Erwachsener gemäß § 83 Abs. 1 und § 84 Abs. 1 StGB (schwere Körperverletzung);

Urteil des LG für Strafsachen vom 08.07.2008: ein Jahr Freiheitsstrafe als Junger Erwachsener gemäß § 142 Abs. 1 iVm § 12 3. Fall sowie § 143 2. Fall StGB (schwerer Raub);

Urteil des LG für Strafsachen vom 25.11.2010: acht Monate Freiheitsstrafe bedingt als Junger Erwachsener gemäß § 84 Abs. 1 und § 83 Abs. 1 StGB (schwere Körperverletzung);

Urteil des LG für Strafsachen vom 29.04.2016: drei Monate Freiheitsstrafe gemäß § 107 Abs. 1 StGB (gefährliche Drohung).

Zuletzt war der Erstbeschwerdeführer von 28.02.2017 bis 28.05.2017 in Strafhaft.

(Erkenntnis Bundesverwaltungsgericht – W234 1310400)

Natürlich sind Kinder nicht dafür verantwortlich, wie sich ihre Eltern während ihrer Zeit als „Schutzsuchende“ in Österreich benommen haben.

Dass Kinder ihren Eltern folgen müssen, wenn sie ins Ausland umziehen, ist jedoch auch in vielen anderen Fällen für Kinder genauso schmerzhaft.

Wer käme ernsthaft auf die Idee, so ein Theater zu veranstalten, weil Kinder mit ihren Eltern nach Kanada oder Spanien übersiedeln müssen, nachdem der Vater dort einen neuen  Job gefunden hat?

Selbst wenn die Kinder kein Wort Spanisch sprechen könnten, wäre das kein Drama.

In dem Fall der tschetschenischen Familie können die Kinder selbstverständlich das von den Eltern zu Hause gesprochene Tschetschnisch sprechen.

Vor der Asylbehörde hatten die Eltern angegeben, als Salafisten den sufistischen Islam in Tschetschenien abzulehnen:

Schon ihre ersten Anträge auf internationalen Schutz begründeten die Beschwerdeführer (den Sechstbeschwerdeführer ausgenommen) im Wesentlichen damit, dass sie im Herkunftsstaat staatliche Übergriffe zu erwarten hätten, weil sie die in Tschetschenien vorherrschende Richtung des Islam, den Sufismus, ablehnen und stattdessen einer anderen Richtung des Islam folgen würden.

Die Stichhaltigkeit dieses Vorbringens wurde mit Erkenntnissen des Asylgerichtshofes vom 14.05.2013 rechtskräftig verneint. Letztlich behaupten die Beschwerdeführer im Wesentlichen nach wie vor, sie wären im Herkunftsstaat Repressionen wegen der von ihnen praktizierten Richtung des Islam ausgesetzt.

(Erkenntnis Bundesverwaltungsgericht – W234 1310400)

Was so eine Salafisten-Familie vom christlichen Weihnachtsfest wirklich hält, kann man sich ausmalen.

Das hindert jedoch naive Christen nicht daran, aus so einem Stoff eine rührselige Weihnachtsgeschichte zusammenzuspinnen.

Bild könnte enthalten: Text

15 Antworten to “Muslime als Christkinder von heute?”

  1. Olaf Says:

    Hat Todi auch ein Foto von Jesus, wenn er behauptet, er sah aus wie ein Araber?
    Die Holy Family ist auch nicht mit einem Boot übers Mittelmeer gereist, durch Italien an Ferrari und Gucci vorbei, über die Alpen nach deutsche lan, weil es hier die meiste Kohle und keine Strafen für Massenvergewaltigung gibt.

    Todi ist eine verlogener Wicht.

  2. American Viewer Says:

    1) Hottentotter hat — wie jedes Jahr — den Kern des Christentums nicht verstanden: Wenn Maria, Josef und Jesu Asyl bekommen, ein schickes Hotel dazu und 2500 Lepta pro Monat in den Arsch, dann geht der gesamte Witz und Kern der Jesu-Geschichte verloren. Als nächstes beklagt sich der Hottentotter, dass Jesu ans Kreuz genagelt wurde, und lässt sich — wie immer — noch mehr antisemitisch aus.

    2) Menschen wie Lügentöter erzählen auch nie die realen Asylgeschichten von Menschen wie Lenin, Stalin, und Hitler. Warum denn nicht? Das sind echt spannende Geschichten, mit grob nur etwas über 100 Millionen Toten als Endresultat. Shit happens, da kann man „natürlich“ echt nichts gegen machen.

    3) Dass „Skepsis gegenüber Fremden“ nicht mit dem Christentum zu vereinbaren sei, halte ich auch für eine sehr steile These. Ich würde mal sagen, es ließ sich fast 2000 Jahre sehr gut miteinander vereinbaren. Dass aus dem Christentum eine Hippie-Religion gemacht wird, ist eher eine Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

    Man könnte eventuell vermuten, dass Jesus immer schon ein Hippie war. Die heutigen Radikalen gehen also nur zurück zu den Anfängen, back to the roots. Das macht sie dann aber nicht zu Moderaten, sondern zu den Salafisten und Wahabiten des Christentums.

    • Paul Says:

      Hallo, lieber Viewer,
      zu 3. eine kleine Anmerkung, die ich gerade in einem Blog dieser Tage irgendwo gelesen habe:
      Die Christen sollen Ihren NÄCHSTEN lieben und nicht Ihren FERNSTEN.

      Allen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr.

      Herzlich, Paul

      PS: Dem Todenhöfer sollte mal jemand sagen, dass für Salafisten Weihnachten ein Tag wie jeder andere ist. Emotional bewegend könnte es für sie sein, wenn Sie an einem ihrer hohen Feiertage ausgewiesen werden würden.
      Deshalb berührt mich ihre Ausweisung zu Weihnachten nicht.
      Ich mache keine Witze mit Familiennamen, weil der Namenträger nichts dafür kann, dass er so heißt. (Obwohl es bei T. schon verlockend ist.)

      Herr T. hat keine Ahnung: Jesus war ein Jude und kein Araber. Er war ein jüdischer Rabbi. Und über sein Aussehen ist uns auch nichts bekannt. Ich halte das Grabtuch von Turin für echt. Dort sehe ich einen Juden und keinen Araber.

      Der Aufreger an der von T. geschilderten Geschichte ist für mich, die späte Abschiebung dieser Familie. Die Ausweisung hätte schon viel früher erfolgen sollen, müssen.

      • American Viewer Says:

        Lieber Paul,

        „Die Christen sollen Ihren NÄCHSTEN lieben und nicht Ihren FERNSTEN.“
        —> so habe ich die Stelle noch nie gelesen, aber es macht Sinn, wenn man weiß wie Altruismus funktioniert — und wie nicht.

        Ich wünsche Dir auch eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr.

  3. American Viewer Says:

    Lieber Aron,

    ich wünsche Dir, und allen Mitlesern,

    Schöne Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr.

  4. American Viewer Says:

    PI und andere behaupten, Maria und Joseph seien gar nicht geflüchtet, was für den absoluten Kern der Weihnachtsgeschichte stimmt; aber relativ sofort nach der Geburt von Jesu sind sie natürlich nach Ägypten entflohen, um seinen Häschern zu entgehen. Herodes wollte den „König der Juden“ aus politischen Gründen umgehend töten. So gesehen war die Flucht ein Idealbeispiel für politisches Asyl.

    Wir halten also fest:

    1) echter Asylgrund war ausnahmsweise gegeben.

    2) die Familie wurde mit Sicherheit nicht gepampert.

    3) die Familie ist nicht durch 100 Länder gereist, sondern direkt in den Anrainerstaat bzw. die Anrainerprovinz. Echte Flüchtlinge machen das so, die haben kein Geld für Asyltourismus.

    4) die Familie ist umgehend wieder in ihre Heimat zurück, als die Gefahr vorbei war.

  5. American Viewer Says:

    Lügentöter gibt aktuell mal wieder eines seiner extrem wirren Interviews im Deutschlandfunk.

    Wenn man seine Familienbiographie so durchliest, ist das so eine klassisch-deutsche Immer-Oben-Mitschwimm-Familie: Kaiserreich, Weimar, NS-Zeit, BRD, scheißegal, man war immer vorne mit dabei.

    Das sind die gleichen Familien, die einem bezüglich „fehlender sozialer Mobilität“ immer das Ohr abquatschen.

    • idiota Says:

      Nicht zu vergessen hohe Kultur und immer hehre Ideale auf der Höhe der Zeit. Die Familien de Maizière und von Weizsäcker haben das auf höchstem Niveau vorgemacht, da sind Todenhöfers nur kleine Lichter.

      • Olaf Says:

        Kohl hat in einem seiner letzten Interviews mal die Frage gestellt, ob Richard von Weizsäcker morgens noch in den Spiegel schauen könne, weil er so undankbar und heuchlerisch sei.

      • American Viewer Says:

        Weizsäcker war auch so ein Dummschwätzer, der nur groß abkassiert hat. In einer Reihe mit Wulffi und Meierstein. Das ganze Amt ist komplett überflüssig.

  6. American Viewer Says:

    Augstein und Diez haben ihre Kolumnen eingestampft bekommen — und niemand hat es wochenlang bemerkt. =) =) =) YES!

    Das ist das tragikomischste Ende von allen, das welches gar nicht mal mehr bemerkt wird.

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