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Kranke Flughunde interessanter als ermordete Frauen?

Januar 14, 2019

Wenn in Australien ein paar Menschen von Flughunden gebissen oder gekratzt werden, macht Austrias Staatsfunk ein Klima-Drama daraus:

Flughunden wird Australien zu heiß

In den vergangenen zwei Wochen wurden sieben Menschen von Fledermäusen angegriffen – und die Behörden gehen davon aus, dass sich die Attacken häufen werden. Zwei der Tiere waren krank: Sie waren mit dem Lyssavirus infiziert, das Tollwuterregern ähnelt. Eine solche Anzahl an Angriffen auf Bewohnerinnen und Bewohner der Region sei beispiellos, sagte David Durrheim vom zuständigen Gesundheitsamt am Montag gegenüber dem Sender ABC.

„Zwei der Fledermäuse, die wir für Tests ins Labor geschickt haben, hatten eine Lyssavirusinfektion, wir haben da also eine große Sorge um jene Leute, die damit in Berührung kamen.“ Sie hätten nun „das Risiko einer möglicherweise tödlichen Infektion“.

(ORF)

Lyssaviren haben jedoch defintiv nichts mit dem heißen Wetter zu tun.

Zumindest bei den zwei positiv getesteten Tieren dürfte nicht das Wetter, sondern die Viruserkrankung für den Zustand der Tiere verantwortlich gewesen sein.

Gegen den australischen Lyssavirus hilft freilich eine gewöhnliche Tollwut-Impfung, die wohl auch in allen Fällen verabreicht worden sein dürfte. Dies zu erwähnen, hätte jedoch der Dramatik der heißen Klima-Story schwer geschadet.

Wie soll man das Weltklima retten (Bildungsauftrag!), wenn bereits eine ordinäre Impfung ausreicht, das schlimmste Szenario aus dem Artikel zu entschärfen?

Ein wesentlich tödlicheres Phänomen als in Australien hätte der ORF gerade vor seiner eigenen Haustüre erforschen können:

6 Frauen wurden in den letzten 30 Tagen in Österreich ermordet.

Ein Täter war ein Bio-Österreicher, einer war ein Inder, vier waren Moslems.

Das erklärt wohl, warum der ORF beim viel brisanteren und naheliegenderen Phänomen auf eine Ursachenforschung wie in Australien verzichtet hat.

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