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Spiel mit getürkten Karten

März 14, 2019

Kommissar Johannes Hahn reißt sich förmlich darum, Erdogan weitere Milliarden für die angebliche Versorgung von Syrern in seinen gierigen Rachen zu schmeißen:

Hahn zufolge ist die Unterstützung für die Nachbarn Syriens auch „im eigenen Interesse“ der EU, die in den vergangenen Jahren Ziel von Hunderttausenden Flüchtlingen aus der Krisenregion war. Eine Rückkehr nach Syrien könne nur nach einer politischen Lösung des Konflikts unter UNO-Vermittlung erfolgen, werde aber „so bald nicht stattfinden“, sagte Hahn. Bei der Geberkonferenz in Brüssel hofft die UNO auf Zusagen von fast neun Milliarden Dollar (knapp acht Mrd. Euro) zur Unterstützung von Flüchtlingen.

(ORF)

Erdogan kassierte bereits 6 Milliarden Euro von der EU. Was er mit dem Geld geleistet hat, war für den EU-Rechnungshof jedoch nicht überprüfbar.

Tatsächlich hat Erdogan der EU die Herausgabe von Primärdaten der syrischen Leistungsempfänger verweigert, ohne welche eine Kontrolle der mit EU-Geldern vollbrachten türkischen Leistungen völlig unmöglich ist.

Stattdessen hat die Türkei der EU anonymisierte Zahlen präsentiert und somit die EU-Hilfe mit den von der EU finanzierten Prepaid-Karten zu einem Bingo-Spiel gemacht, bei dem Erdogan den Ausgang des Spiels nach Belieben türken kann.

Doch Kommissar Hahn, der selbst aus der Glücksspielsbranche kommt, scheint den Türken das Spiel mit den gezinkten Karten nicht krumm zu nehmen.

Für diese Nachsichtigkeit sind die Türken dem Kommissar jedoch keineswegs dankbar.

Weil das EU-Parlament gewagt hat, eine Unterbrechung der Beitrittsverhandlungen zu fordern, nachdem die Türkei regelmäßig europäische Journalisten als Geiseln genommen hatte, schäumt das Erdogan-Regime gegen Kommissar Hahn:

Jeder wisse um die rassistischen Tendenzen des Kommissars für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik Bescheid. Man wisse auch, dass der Verfasser der Empfehlung Terrorunterstützern näher stehe als der Demokratie.

(Daily Sabah)

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