NY Times als Kronzeugin gegen Rassismus?

Der „Bevölkerungsaustausch“ war schon lange vor den Identitären das Kernthema der FPÖ. Mal unberechtigt, mal berechtiger. Manchmal sogar so berechtigt, dass es auch von anderen wie Sebastian Kurz übenommen wurde.

Was die Migrationspolitik angeht, so gibt es keine großen idelogischen Unterschiede zwischen Sellner, Strache und Kurz. Was den großen Unterschied ausmacht, sind die politischen Methoden. Sellner ist die rechte Version des sonst typisch linken Aktivismus.

Man könnte Sellner vorhalten, dass sein politischer Aktivismus wie bei linken Aktivisten leicht einmal in politische Gewalt ausarten könnte. Bis jetzt waren die Identitären allerdings nicht Täter, sondern selbst Opfer von politischer Gewalt.

So fragwürdig sein politischer Aktivismus im Stile der Linken sein mag, so reicht die Spende, die er von einem späteren Terroristen bekommen hatte, mit Sicherheit nicht aus, um ihn selbst zum politischen Gewalttäter abzustempeln.

Martin Sellner ist zwar für die Tat des früheren Spenders rechtlich nicht verantwortlich (was selbst rechtliche Experten des linken Establishments wie Florian Kenk eingestehen). Trotzdem wirft der Terror des Spenders natürlich ein schiefes Licht auf seine Organisation. Bis zu einem gewissen Grad müssen sich auch friedliche linke Demonstranten die Gewaltexzesse des Black Blocks zurechnen lassen, wenn sie gemeinsam auf die Straße gehen.

Dafür ist es grundsätzlich auch legitim, die Identitären für widerlich zu halten. Gegen eine soeben vom Verdacht der kriminellen Vereinigung vor Gericht freigesproche Organisation ein Verbotsverfahren einzuleiten, weil ein Mann, der nicht zur Organisation gehört hatte, eine Geldspende getätigt hatte, ist eine völlig überschießende Hexenjagd.

Kurz hat vergessen, dass er gegen den Willen des linken Establishment gewählt worden ist. Und zwar für eine Politik, die sich mit FPÖ-Themen und Identitären-Aktionen deckt.

Mit seiner Hexenjagd gegen die Identitären und der Distanzierungsforderungen an die FPÖ, brachte er die FPÖ in eine Zwickmühle.

Je mehr sich die FPÖ-Politiker (von sich selbst) distanzieren mussten, desto einfacher wurde es, jeden Tag eine neue Nazi-Sau durchs Dorf zu treiben, von der sich die FPÖ dann wieder distanzieren musste.

Petitessen aus der österreichischen Provinz wurden zu Nazi-Weltskandalen aufgeblasen. Dies wäre wohl noch lange so weitergegangen, wenn nicht Strache endlich selbst das böse Wort ausgesprochen  hätte.

Jetzt kann die Jagdgesellschaft nicht mehr auf kleine Provinz-Ratten losgehen, und Kurz wird es wohl schwer haben, von Strache eine Distanzierung von Strache einzufordern.

Um Kurz trotzdem zu so einem Manöver anzustiften, muss der ORF schon besonders schwere Geschütze auffahren, die Kurz beweisen sollen, dass dies die ganz wichtige Welt vom ihm erwarte:

Vom britischen „Guardian“, der „New York Times“ („NYT“) und der „Washington Post“ („WP“) bis zur EU-Ausgabe von „Politico“ und dem europäischen Sender Euronews berichteten Journalistinnen und Journalisten über Straches Wortwahl und den rechtsextrem geprägten Begriff.

(ORF)

Dabei erklärt der ORF den „Bevölkerungsaustausch“ zur rechtsextremen Verschwörungstheorie, weil gar kein autochthones Volk existiere, das man austauschen könne.

Die Nennung der NY Times ist im Zusammenhang mit den FPÖ-Skandalen zum Rattengedicht und der manipulierten Stürmer-Karikatur besonders lustig.

Die NY Times steht nämlich gerade selbst wegen einer antisemitischen Karikatur in der Kritik, bei der Netanjahu als Juden-Hund dargestellt wird, der den blinden Trump-Juden führt.

Die Karikatur der großen NY Times übertrifft sowohl das Rattengedicht aus dem kleinen Braunau, das sich nicht Migranten, sondern alle Menschen als Ratten dargestellt hatte, als auch die Karikatur der FPÖ-Jugend, die man schon kräftig mit einem Bildprogramm manipulieren musste, um damit überhaupt ein Stürmer-Skandälchen hinzubekommen.

Dass es so weit kommen musste, liegt zu einem großen Teil in der Verantwortung von Sebastian Kurz. Vermutlich wollte Kurz der FPÖ bei der Europawahl einen Dämpfer versetzen, nachdem er selbst auf den falschen Kandidaten Othmar Karas gesetzt hatte.

Von den eigenen Umfragewerten berauscht möchte Österrechs Kanzler wohl so etwas wie Deutschlands Mutti werden und mit Hilfe der Medien von der Mitte aus herrschen.

Letztlich demoliert er damit seine eigene Marke: Kurz war die Alternative zur Alternative. Während in Deutschland nur die AfD gegen Bunt ist, hatte man in Österreich eine Alternative zu Bunt und Blau.

Kurz war der Junge mit Hausverstand, der erkannt hatte, dass in der aktuellen Lage eine restriktive Migrationspolitik gegen die islamische Massenzuwanderung notwendig wäre, selbst wenn es sich dabei um klassische FPÖ-Politik handelt.

Ohne die FPÖ wählen zu müssen, bekam man durch Kurz die FPÖ-Politik angeboten, die im konkreten Fall richtig war. Für mich und viele andere so erzogene FPÖ-Verächter war dies ein äußerst verlockendes Angebot, um das uns wohl auch viele deutsche Bunt-Kritiker beneideten.

Diese Alternative gibt es nun nicht mehr. Kurz ist genauso bunt wie Mutti, und die FPÖ ist wie die AfD die einzige Alternative. Alte FPÖ-Verächter wie ich werden in den sauren blauen Apfel beißen müssen, um gegen Bunt zu stimmen.

Eine Antwort to “NY Times als Kronzeugin gegen Rassismus?”

  1. aron2201sperber Says:

    Seit Strache das böse Wort sagte, ist Kurz ziemlich schmähstad:

    https://kurier.at/politik/inland/strache-bekraeftigt-begriff-vom-bevoelkerungsaustausch/400481032

    Eigentlich wolle er genau dasselbe wie die FPÖ. Nur passe ihm der Begriff „Austausch“ nicht, weil ja im Austausch zur Massenzuwanderung aus Afrika und Asien keine österreichische Bevölkerung nach Afrika oder Afghanistan gezogen wäre.

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