Archive for August 2019

Objektivität unter Anführungszeichen

August 12, 2019

Wäre ein Parteibüro der Grünen von vier Identitären mit Brandsätzen beworfen worden, wäre der „rechte Terror“ mindestens acht Wochen lang (bis zur Wahl) das Hauptthema im ORF.

Wenn es jedoch die FPÖ trifft, wird der Anschlag auf der ORF-Seite unter Anführungszeichen gesetzt und das Ö1-Journal hat bereits am selben Abend über Wichtigeres als die vier Einzeltäter, die ein wenig gezündelt haben, zu berichten.

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Krise der italienischen Demokratie?

August 11, 2019

Nach Orban, Netanjahu, Trump und Johnson ist nun Salvini der neue Lieblings-Schurke des deutschen Establishments. Wie die anderen politischen Bösewichte bedrohe auch Salvini Merkels gute EU.

Statt sich damit zu begnügen, Salvini als bösen rechten Verführer darzustellen, könnte sich das deutsche Establishment allerdings zur Abwechslung auch einmal selbst fragen, warum die meisten Europäer alles andere besser finden als das grüne, deutsche Modell mit seinen wursthaarigen Raketen.

Salvini ist ein wenig charismatischer Typ, der lange Zeit als Hinterbänkler kaum auffiel. Ähnlich wie unser Innenminister Kickl in Österreich. Die Europäer wählen solche Politiker aus (wohlbekannten) inhaltlichen Gründen. Sebastian Kurz wurde nicht wegen seiner Schönheit und Jugend gewählt, sondern wegen seiner Linie in der Flüchtlingskrise.

Auch die Deutschen wünschen sich in Wahrheit eine strengere Migrationspolitik. Sie lassen sich jedoch von der Angst, dann vom Establishment als AfD-Nazis angeprangert zu werden, davon abhalten, die Politik zu wählen, die sie eigentlich wollen.

Nicht in den USA, GB, Ungarn oder Italien versagt die Demokratie, sondern dort, wo es für die Wähler keine Alternativen geben darf.

Bildergebnis für salvini israele

Erdogan plant neuen IS gegen Kurden

August 7, 2019

Was die Türkei tatsächlich in der Region plant, ist daher keine Sicherheitszone, sondern die vollständige Beseitigung der von Kurden geführten, de facto autonomen Kantone – und die Schaffung eines Gebiets, in das die 3,6 Millionen syrischen Flüchtlinge umgesiedelt werden können, die sich derzeit in der Türkei befinden.

(Mena-Watch)

Ich teile die Einschätzung, dass die Türkei wie in Afrin eine ethnische Säuberung der Kurden-Gebiete plant.

Allerdings wird Erdogan dafür wohl kaum die angeblichen 3,6 Millionen Syrer, die sich laut Erdogan in der Türkei aufhalten, verwenden. Und zwar schon allein deswegen nicht, weil diese Syrer, für die Erdogan Milliarden von der EU kassiert, die Türkei von 2015 bis 2016 lediglich als Transitland genützt hatten und in Wahrheit längst von der EU selbst versorgt werden.

Prädestiniert für eine Ansiedlung in den Kurdengebieten wären hingegen die mit Erdogan verbündeten Al-Qaida-Terroristen, die gerade von Assad aus Idlib vertrieben werden.

Erdogan hatte schon einmal einen IS als Puffer-Staat gegen die Kurden gefördert. Mit seinen Al-Qaida-Terroristen wird er nun versuchen, auf dem ehemaligen Gebiet des IS einen neuen islamischen Terror-Staat gegen die Kurden zu errichten.

Dass er sich bei der Errichtung jenes neuen islamischen Terror-Korridors vor der eigenen Haustüre ausgerechnet seinen Kampf gegen einen angeblichen „kurdischen Terror-Korridor“ auf die Fahnen schreibt, ist typisch für Erdogans tückische Verlogenheit.

Bildergebnis für erdogan kurden karikatur is

Warum gute Nachrichten zu Afghanistan schlechtgemacht werden?

August 4, 2019

Die zivilen Opfer des Afghanistan-Konfliktes sind gemäß dem halbjährlichen UNO-Bericht um fast 30% zurückgegangen.

Diese sehr gute Nachricht ist jedoch schlecht für eine Agenda der Guten (zu denen natürlich auch die afghanische UNO gehört). Wenn die Sicherheitslage sich verbessert, wird es schwerer, gegen Abschiebungen von abgelehnten Asylwerbern ins „unsichere Afghanistan“ zu agitieren.

Also pickte man sich einen Aspekt heraus, den man den Medien als schlechte Nachricht zu Afghanistans Sicherheitslage verkaufen konnte:

„Armee und US-Truppen töten erstmals mehr Zivilisten als die Taliban“ lautete in allen deutschen Medien die Schlagzeile zum UNO-Bericht.

Die Taliban und die IS-Terroristen sind keine regulären Armeen. Folglich werden getötete Terroristen im Zweifel oft als zivile Opfer verbucht.

Wenn die Taliban erfolgreich von Afghanistans Armee bekämpft werden, sterben natürlich auch mehr solche Taliban-„Zivilisten“ durch Armee und Polizei. Insgesamt ist der Effekt für die Zivilbevölkerung jedoch klar positiv, selbst wenn man die Taliban als zivile Opfer mitrechnet.

Würde es wie bei der UNO nur um den „guten Zweck“ der Anti-Abschiebungs-Agenda gehen, wäre diese Form der Desinformation vielleicht noch vertretbar.

Tatsächlich werden solche Nachrichten jedoch auch dazu genützt, um Hass gegen den Westen zu schüren und so den islamischen Terror anzufachen.

Bei Jürgen Todenhöfer, der gerade unter deutschen Muslimen besonders viele Fans hat, werden getötete muslimische Zivilisten in Afghanistan zu Opfern der USA erklärt.

Bildergebnis für todenhöfer afghanistan  usa

Obwohl in Afghanistan der Terror gegen die eigene Zivilbevölkerung in den letzten Jahren eindeutig von den Taliban auging, was durch die langjährigen Opferzahlen eindeutig belegt wird, dürfen sich Muslime dank Todenhöfer & Co trotzdem als Opfer des Westens fühlen und sich ihrem Hass, der zu weiterem Terror führen wird, hingeben.

Kicken statt Kickl?

August 3, 2019

„Kickl raus“ und „Kicken in den ORF“. Mit diesen beiden Programmpunkten biedert sich die „neue ÖVP“ hemmungslos an das alte Establishment an.

Kurz wurde beim letzten Mal (wie Trump in den USA) gegen den Willen des Establishments gewählt. In erster Linie wurde er dafür gewählt, dass er bei der Zuwanderung und bei der Islamisierung rechte Positionen (die ihm nun offenbar nicht mehr fein genug sind) übernommen hatte. Genau dies war auch der Grund, warum er beim linken Establishment sogar noch verhasster als die FPÖ war.

Sein Sieg war nur möglich, weil die etablierten Medien durch die sozialen Medien ihr Monopol auf Meinungsäußerung verloren hatten. Kurz schien jedoch schon bald nach seiner Machtübernahme vergessen zu haben, wem er seinen Wahlsieg zu verdanken hatte.

Statt wie von den eigenen Wählern erwartet, gingen Kurz und sein Metternich Blümel nicht gegen den mächtigen roten Staatsfunk vor, sondern gegen die freie Meinungsäußerung im Internet. Und zwar nicht gegen irgendwelche bösen russischen Trolle (die ja immer gerne von ORF & Co. als Ausrede für den eigenen Bedeutungsverlust hervorgekramt werden), sondern ausschließlich gegen die eigene Bevölkerung, die ab 2020 durch eine Klarnamenpflicht im Internet an die Leine genommen werden soll.

Dieselben Leute, die überall die Meinungsfreiheit gefährdet sehen, wo linke Medien nicht mehr gefördert oder der Staatsfunk zurückgestutzt wird, reiben sich zufrieden die Hände, wenn jetzt in Österreich wie zuvor in Deutschland die Anonymität im Internet prophylaktisch abgeschafft wird, ohne dass zuvor ein strafrechtlich relevantes Handeln gesetzt werden muss.

Medienförderung und Staatsfunk gehören nicht unbedingt zur Meinungsfreiheit. Das Recht, sich frei (und anonym) zu äußern, solange man damit nicht gegen Strafrecht verstößt, hingegen schon.

Statt die Gebühren für den ORF (700 Millionen im Jahr) zu senken, soll der Staatsfunk mit dem Gratis-Fußball sogar weiter aufgefettet werden. Statt auf die freie Meinungsäußerung, der man den ersten Wahlsieg zu verdanken hatte, zu setzen, versucht man den Rotfunk mit noch mehr Kohle zu korrumpieren und die Krone als einzige echte unabhängige Konkurrenz zum Rotfunk in ein Schwarzblatt umzufärben.