Eine „keine Inszenierung“?

Die Silberstein-Affäre gab wohl letztlich den Ausschlag für den Wahlsieg von Sebastian Kurz. Wozu die SPÖ auf derartig blöde Methoden gesetzt hatte, war für mich jedoch kein Grund, nach Verschwörungstheorien zu suchen. Vieles im Leben passiert aus Zufall und aus menschlicher Unzulänglichkeit. Darunter fiel für mich auch die Silberstein-Affäre, die für mich einfach ein blöder Fehler der SPÖ war.

Ich hatte Kurz zwar nicht wegen der Silberstein-Affäre gewählt, aber die jenseitige Angelegenheit bestärkte mich wie viele Wähler wohl in meiner Entscheidung. Dass es gegen Tal Silberstein, Peter Puller und Christian Kern nie strafrechtliche Ermittlungen gegeben hatte, erscheint absurd, zumal immerhin der Vorwurf der Wahlmanipulation im Raum stand. Andererseits hatte es keinen Geschädigten gegeben, zumal ja Kurz von der Silberstein-Affäre sogar eindeutig profitierte.

Dass nun ein zweites Mal vor der Wahl eine große Verschwörung, die wohl wieder nur der ÖVP nützen wird, aufgedeckt wurde, macht stutzig. Die an den Falter geleakten türkisen Kulis, die natürlich auch vom ORF begierig aufgegriffen wurden, haben außerhalb der grünroten Blase allerdings wohl kaum geschadet. Dass trotz monatelang gehackter Daten nicht mehr als ein paar Kulis und ein paar (legale) Spenden herausgekommen sind, machen aus dem Daten-Leak einen PR-Coup für den ÖVP-Wahlkampf nach dem Motto: „Die Gegner suchen Schmutz, aber wir sind trotzdem sauber.“

Wenn man allerdings wie die ÖVP glaubt, darauf hinweisen zu müssen, dass „keine Inszenierung“ vorliege, schreit es förmlich danach. Mich erinnert es an einen guten Freund, der nach einer gemeinsam durchzechten Nacht seinen (mit uns beiden befreundeten) Chef mit der Ausrede anrief, krank zu sein und dann aber noch beifügte: „Nicht dass du glaubst, ich war angsoffen“. Ich lachte mich daneben sitzend über das unfreiwillige Eingeständnis des Saufgelages halb tot.

Wie es aussieht, wenn ein Politiker gelegt wird, hatte man bei Strache sehr genau beobachten können. Bei Kurz schaute das beide Male völlig anders aus.

Bildergebnis für strache ibiza

3 Antworten to “Eine „keine Inszenierung“?”

  1. Olaf Says:

    Von Silberstein hatte man in den BRD-Medien keinen Ton gehört. Bei Ibiza-Strache war alles voll davon, als ob der Anschluß schon vollzogen wäre und unsere Landsleute in der Ostmark näher als die Friesen seien. Die linke Medienmafia ist grenzenlos, wenn es gegen Rächte geht, bei Sozi-Silber hält sie dicht wie die NdranGreta.

  2. aron2201sperber Says:

    Tatsache ist, dass die gehackten Daten Petitessen enthielten, die der ÖVP wohl kaum schaden, aber die kriminelle Aktion wieder genützt werden kann, um mit dem Opfer-Mythos Wähler zu mobilisieren.

    Wer auch immer es getan hat, hat der ÖVP freiwillig oder unfreiwillig einen Gefallen getan. Wie auch schon Herr Silberstein.

  3. aron2201sperber Says:

    Der Falter hat die ÖVP Daten von einem „unbescholtenen Bürger“. Der heilige Datenschutz ist wurscht, wenn es gegen politische Gegner geht.

    Wenn man auch das Ibiza-Video als „zivilgesellschaftliches Projekt“ durchgehen lassen konnte, warum sollte nicht auch ein kleiner Daten-Hack im „öffentichen Interesse“ (wie es der Falter ausdrückte) sein?

    Staches Daten braucht man nicht zu hacken: Wenn sie die Justiz hat, sind sie sowieso praktisch schon beim Falter

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