Archive for Oktober 2019

Lieber im Horrorlager als in türkischer Wohnung?

Oktober 10, 2019

Die 3,6 Millionen Syrer, denen Erdogan das Tor nach Europa öffnen will, wenn Europa es wagt, seinen Überfall auf die Kurden zu kritisieren, leben laut Türkischer Migrationsbehörde zu 95% in türkischen Privatwohnungen:

According to the latest available figures from the Turkish Directorate General of Migration Management (DGMM) there are currently an estimated 3.9* million foreign nationals present in Turkish territory seeking international protection. Most are Syrians (3,628,120 individuals: 3,484,562* urban caseload and 143,558* residing in camps)

Turkey’s Temporary Protection regime grants 3,628,120* Syrian nationals the right to legally stay in Turkey as well as some level of access to basic rights and services. The vast majority of 3,484,562* individuals live outside camps, mainly spread across cities at the Turkish border provinces of Şanlıurfa, Gaziantep and Hatay as well as other major cities in Turkey. 143,558* Syrians live in 13* Temporary Accommodation Centers (TACs).

(IOM  – Annual Report Turkey – 2018)

Warum sollten sich in türkischen Privatwohnungen legal lebende Menschen, die über das ESSN-Programm der EU angeblich regelmäßig Geld per Bankomatkarte überwiesen bekommen, auf den Weg in das ach so schreckliche „Horrorlager“ auf Lesbos machen?

Würde in Erdogans angeblicher Versorgung von 3,484,562 Syrern in türkischen Privatwohnungen auch nur ein Körnchen Wahrheit stecken, wäre es völlig unlogisch, dass jene Syrer ihre türkischen Wohnungen aufgeben, um sich per Schlauchboot in ein griechisches Horrorlager zu begeben.

Tatsächlich werden in der Türkei wohl nicht mehr als die mittlerweile nur noch 60.000 Bewohner der Flüchtlingslager an der syrischen Grenze versorgt. Dazu kommen noch rund 300.000, die in bereits von Erdogan beherrschten Teilen Syriens ebenfalls in Zeltlagern untergekommen sind .

Bildergebnis für idps syria population mapDie Versorgung jener Lager wird jedoch größtenteils durch internationale UNHCR-Gelder finanziert. Die EU Milliarden für Erdogans angebliche Syrer wanderten daher – abzüglich eines kleinen Schweigegelds an den türkischen UNHCR, der Erdogans getürkte Flüchtlingszahlen deckte – direkt in seine Kriegs-Kasse für seinen Feldzug gegen die syrischen Kurden.

Dürfte heute auch Hitler für WP und NYT schreiben?

Oktober 9, 2019

Das Erdogan-Regime ist wieder einmal zu Gast in der Washington Post und darf dort seinen Vernichtungskrieg gegen die Kurden bewerben:

Das türkische Militär werde zusammen mit der oppositionellen Freien Syrischen Armee in Kürze die syrische Grenze überschreiten, twitterte Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun am Mittwoch. Er schrieb das auch in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“.

(FAZ)

Die mit dem Erdogan-Regime verbündeten Jihadisten, die zum Großteil aus übergelaufenen IS-Veteranen bestehen, dürfen in der sonst (vor allem gegen Trump) so kritischen Zeitung als „oppositionelle freie Syrische Armee“ verharmlost werden.

Fighters from the Free Syrian Army pose for a photo near the town of Qabasin,northeast of Al-Bab, some 30km from Aleppo/AFP

(Die in Al-Bab zu Erdogan übergelaufene Jihadisten zeigen immer noch den gleichen IS-Finger)

Würde eigentlich auch ein Hitler dauernd Gastbeiträge in der WP und der NYT bekommen?

How Turkey sees the Crisis with the US (NYT – By Recep Tayyip Erdogan)

Turkey will continue its efforts to shade light on the Kashoggi Murder (WP – By Recep Tayyip Erdogan)

Wäre Hitler heute ein Trump-Gegner, wäre er wie Erdogan mit Sicherheit auch ein gern gesehener Gast in den feinsten Redaktionsstuben der Welt.

Nur türkischer Hitler böse, seine Nazis nicht?

Oktober 8, 2019

Auf einmal klingt auch N-TV zum Thema Erdogan wie ein „islamophober Hetzer“ (also wie ich):

Erdogan sieht Flüchtlinge ohnedies als politische Waffe, um Europa unter Druck zu setzen. Unter europäischen Diplomaten und Militärs ist seit 2015 von der „Migrationswaffe“ die Rede, weil der türkische Geheimdienst die Wanderungsbewegung von Muslimen immer dann massiv und gezielt befördert, wenn die Türkei mehr Geld oder politisches Wohlverhalten von Europa erpressen will.

Andererseits will Erdogan mit seiner Religionsbehörde Diyanet Europa (explizit auch Deutschland) planvoll islamisieren; die Flüchtlinge spielen dabei eine Schlüsselrolle, etwa mit systematischen Moscheebauten, um den geflüchteten Gläubigen in der Fremde „eine Heimat zu schenken“.

(N-TV)

Erkennt also auch der Mainstream-Journalismus, dass Erdogans Neo-Sultanismus keine islamophobe Verschwörungstheorie, sondern bittere Realität ist?

Das Problem ist, dass es eben nicht nur Erdogan ist, sondern auch seine türkischen und arabischen Anhänger Muslimbrüder wie er sind.

Jene Islamisten wie bei Erdogan als das zu sehen, was sie sind, ist jedoch nach wie vor tabu.

Böse ist nur der türkische Hitler, die türkischen und arabischen Nazis sind hingegen arme, schützenswerte Opfer des islamophoben Rassismus.

Bildergebnis für muslimbrüder deutschland demonstration

Erdogans „Schutzzone“ und „Grenzschutz“

Oktober 7, 2019

„Schutzzone“ nennt Erdogan seinen neuen, alten IS, den er mit seinen Jihadisten zur Vernichtung der Kurden wiedererrichten will.

Wer hat Erdogans Kriegskasse für den geplanten Überfall gefüllt?

6.000.000.000 € hat die EU an Erdogan überwiesen, weil sie sich unter Regie der edlen Merkel zu fein für einen eigenen Grenzschutz war, und diese Aufgabe augerechnet an den größten Schleuser übertragen hat, der die EU nun finanziell und politisch nach Belieben erpressen kann.

Echter Grenzschutz würde natürlich auch den Einsatz von Gewalt beinhalten. Die kroatische Präsidentin wurde für den Ausspruch dieser simplen Wahrheit von den europäischen Medien als primitiver Unmensch angeprangert.

Was sollte jedoch daran humaner sein, wenn unser Grenzschutz statt von Europäern von Türken übernommen wird?

Was die EU unter „Grenzschutz“ versteht, ist in Wahrheit nicht mehr als eine Registrierung der „Schutzsuchenden“. Würden Staaten wie Kroatien oder Ungarn nicht aus der Reihe tanzen und Migranten von der Einreise abhalten, obwohl sie Asyl rufen, hätten wir schon längst wieder die gleichen Zustände wie 2015/2016.

Der Flüchtlingsstrom kam damals zum Erliegen, nachdem Mazedonien auf Betreiben des österreichischen Außenministers und der Visegrad-Staaten (denen Kurz später als Kanzler und EU-Rats-Vorsitzender leider wie seinem eigenen Innenminister in den Rücken fiel) die Grenze zu Griechenland geschlossen hatte.

Aufgrund des Merkel-Erdogan-Deals wurden lediglich 1.800 Migranten von Griechenland in die Türkei zurückgeschickt. Die meisten davon waren Pakistaner, für deren Versorgung Erdogan mit Sicherheit keinen Cent bezahlt hat. Die „Millionen in der Türkei registrierten Syrer“, die von Erdogan angeblich versorgt werden, sind in Wahrheit schon vor über 3 Jahren zu uns weitergereist und werden daher längst von uns selbst versorgt.

Was die Migranten abgeschreckt hat, waren nicht die (kaum exekutierten) Rückführungen aufgrund des Merkel-Deals, sondern die Aussicht, in Griechenland (oder auf einer weiteren Station der Balkanroute) stecken zu bleiben.

Wer etwas für Europas Grenzschutz getan hat, erkennt man sehr leicht daran, wer von der Asyl-Lobby geprügelt wurde. Dies waren in den letzen 3 Jahren nie die Türken, sondern Italiener, Griechen, Ungarn und Kroaten, die sich der illegalen Einreise von Asyl-Forderern (gegen den Willen des EU-Establishments) widersetzt hatten.

Die Türkei war mit dem EU-Deal in einer Win-Win-Situation. Solange die Balkanroute halbwegs dicht war, konnte man einfach fürs Nichts-Tun kassieren. Als man politisch und finanziell noch mehr haben wollte, brauchte man einfach nur ein paar Landungsboote nach Lesbos zu schicken.

Da die EU nach wie vor nicht zu eigenem Grenzschutz bereit ist, welcher aus (im Notfall auch gewaltsamen) Abfangen und Rückführen der türkischen Landungsboote bestehen würde, kann Erdogan bei der EU alles durchsetzen. Selbst die Errichtung eines als „Schutzzone“ getarnten neuen IS.

Ähnliches Foto

Seehofer kriecht zu Kreuze

Oktober 5, 2019

Obwohl die Türkei aufgrund des Erdogan-Merkel-Deals in den letzen 3 Jahren lediglich 1.800 Flüchtlinge aus Griechenland zurückgenommen hatte und nun sogar im Spiegel zu lesen war, dass Erdogan seine Flüchtlingszahlen getürkt hatte, kriecht Seehofer bei Erdogan zu Kreuze:

Innenminister Horst Seehofer hat der Türkei vor Beratungen über den wackelnden Flüchtlingspakt weiter Unterstützung zugesagt. Die Delegation sei nach Ankara gereist, um das Abkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei zu stärken.

„Ohne Eure Solidarität wäre das Migrationsproblem in unserer Region so nicht bewältigt worden“, so Seehofer an den Gastgeber, seinen türkischen Kollegen Süleyman Soylu, gewandt. „Ein ganz herzliches Dankeschön. Das ist eine Leistung, die auch in die Welthistorie eingehen wird.“

(Spiegel)

Erdogan hat sich in Syrien verzockt. Von Putin wurde Erdogan mit einem Eis abgspeist und auch Trump weiß, dass bei Erdogan nichts dahintersteckt.

Nur bei den Deutschen geht für Erdogan nach wie vor jedes Spiel auf. Solange Europa nicht dazu bereit ist, seine Grenzen selbst zu schützen, kann Erdogan Europa finanziell und politisch erpressen. Desto unterwürfiger Deutschland zu Kreuze kriecht, desto unverschämter wird Erdogan.

Dass ausgerechnet deutschen Fans am folgenden Tag bei Erdogans Club in Istanbul ihre Fahnen wegen eines Kreuzes im Stadtwappen abgenommen wurden, war kein Zufall, sondern – wie alles bei Erdogan – eine kalkulierte Provokation.

Kreuze werden Europäern am Boden Konstantinopels abgenommen, während sich der Halbmond über die türkischen Häfen ungehindert nach Europa ausbreiten kann. Solange Europa sein Schicksal lieber in die Hände seines Erzfeindes legt, als sich selbst beim Grenzschutz die Hände schmutzig zu machen, kann sich Erdogan jede Unverschämtheit herausnehmen.

Schlimmer als die Demütigung der Europäer ist jedoch die ethnische Säuberung, die den Kurden nun durch den von Deutschland gestärkten Neo-Sultan droht. Was Erdogan mit seinen Jihadisten den Kurden antun will, die als Einzige in der Region (auch für uns) den IS bekämpft hatten, ist jedoch nur ein Vorgeschmack von dem, was Erdogan auch für uns in Europa in Planung hat.

Bildergebnis für konstantinopel eroberung

Schummelt Erdogan oder türkt er?

Oktober 2, 2019

Zweifel an türkischen Statistiken: Schummelt Erdogan bei den Flüchtlingszahlen?

(Maximilian Popp – SPON)

Nein, lieber Maxi, Erdogan schummelt nicht, er türkt im ganz großen Stil.

Es ist zwar lobenswert, dass Erdogans Flüchtlingszahlen endlich auch einmal in den Mainstream-Medien in Frage gestellt werden.

Leider geschieht es sowohl in der Überschrift als auch inhaltlich auf eine sehr verharmlosende Art und Weise, wie man sie in diesem Zusammenhang auch von der EU kennt.

Als der EU-Rechnungshof die Milliarden-Zahlungen für Erdogans Flüchtlings-Betreuung kontrollieren wollte, wurde die Herausgabe der Primärdaten der angeblichen Nutznießer unter Berufung auf den türkischen Datenschutz verweigert.

Obwohl ohne Primärdaten jegliche Überprüfung völlig unmöglich war, spielte die EU diese Vorgehensweise als (bei EU-Förderungen auch sonst mehr oder weniger übliche) „mangelhafte Transparenz“ herunter.

Wäre es um ein paar Millionen für ein griechisches Flüchtlings-Projekt gegangen, hätte die EU den Griechen bei so einer Vorgehensweise die Hölle heiß gemacht und alle Medien hätten den griechischen Missbrauch von EU-Asyl-Geldern empört angeprangert. Bei Erdogans 6 Milliarden hielt sich die EU jedoch zurück, da man sonst womöglich die Erdogan-Politik der großen Merkel in Frage hätte stellen müssen.

Ein ganz entscheidender Komplize, um die EU melken zu können, war der UNHCR, der mit seinem (längst unberechtigt) guten Namen jahrelang Erdogans getürkte Flüchtlingszahlen deckte.

Dem UNHCR dürfte allerdings langsam dämmern, dass der Image-Schaden als Erdogans Komplize dramatisch ausfallen könnte, und er versucht seine Spuren aus den Karten zu verwischen.

Bis August 2019 wurden in den drei Provinzen Hatay, Gaziantep und Sanliurfa, wo sich auch die organisierten Zeltlager befinden, die meisten der „registierten Syrer“ verortet – „über 300.000 je Provinz“:

https://data2.unhcr.org/en/documents/download/70974

Laut Erdogans Narrativ, das vom UNHCR jahrelang gedeckt wurde, waren die registrierten Syrer in den Provinzen Hatay, Gaziantep und Sanliurfa, in denen sich auch die Zeltlager (für ursprünglich rund 200.000 Menschen) befanden, am privaten Wohnungsmarkt untergekommen.

In jenen strukturschwachen Regionen ist es jedoch völlig unrealistisch, dass Millionen Menschen eine Wohnung finden konnten.

Warum hatte Erdogan ausgerechnet jene strukturschwachen Provinzen als Wohnsitz seiner Syrer angegeben?

Weil jene Lüge der Wahrheit trotzdem noch am nächsten kam. Immerhin gab es dort tatsächlich syrische Flüchtlinge, auch wenn die ursprünglich rund 200.000 (mittlerweile 60.000) Bewohner der Zeltlager nicht 5%, sondern wohl eher 90% der in der Türkei (nicht nur auf der Durchreise) befindlichen Syrer ausmachten.

Statt „über 300.000“ stehen jetzt bei den drei Provinzen auf einmal laut UNHCR nur noch realistische „über 10.000“:

https://data2.unhcr.org/en/documents/download/71505