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Virus eingeschleppt oder eingeflogen?

Mai 3, 2020

Im „Haus Erdberg“, einer Betreuungsunterkunft für Asylwerber in Wien-Landstraße, sind 21 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Testergebnisse sind noch ausständig. Wie das Virus eingeschleppt wurde, ist noch unklar.

(ORF)

Neue Flüchtlinge kamen aufgrund des in ganz Europa massiv eingeschränkten Reiseverkehrs in Corona-Zeiten zwar kaum mehr an. Bereits anerkannten Flüchtlingen stand jedoch der Flugverkehr in ihre Herkunftsregionen nach wie vor zur Verfügung.

Viele afghanische Flüchtlinge pendeln regelmäßig zwischen ihrer Asyl-Heimat und dem Iran (wo die meisten nicht nur aufgewachsen sind, sondern sehr wohl auch Papiere haben) hin und her. Diese Heimaturlaube führen nicht zur Aberkennung des Asyl-Status, weil sie für die österreichischen Behörden offiziell „Afghanen“ sind.

In den Iran, der nach China der zweite Corona-Hotspot war, konnte man durchgehend mit Qatar Airways ein und ausreisen, sofern man (wie auch anerkannte Flüchtlinge) eine gültige Aufenthaltserlaubnis für Österreich hatte.

Obwohl Katar mittlerweile selbst die höchste Pro-Kopf-Rate an Covid-Erkrankungen der Welt hat, stellt Katar nach wie vor großzügig seine Dienste bei der Verbreitung des Virus zur Verfügung:

Hinflug Di , 05 Mai 2020
06:00 Teheran, Flughafen Imam Khomeini, Iran
Ankunft Di, 05 Mai 2020
06:30 Doha, Internationaler Flughafen Hamad, Qatar
QR 0491, Airbus A350-900 Durchgeführt von : Qatar Airways

Hinflug Di, 05 Mai 2020
08:50 Doha, Internationaler Flughafen Hamad
Ankunft Di, 05 Mai 2020
13:30 Flughafen Wien, Österreich
QR 0183, Airbus A350-900 Durchgeführt von : Qatar Airways

https://booking.qatarairways.com/nsp/views/fafiIndex.xhtml?selLang=de#flightDetailsModalContent

Auch anerkannte syrische Flüchtlinge konnten trotz Corona über die Türkei noch jederzeit Heimaturlaube buchen.

Wozu wurden den Österreichern die vielen (in der Regel wohl berechtigten) Opfer abverlangt, wenn man gleichzeitig wegen der Fliegerei zwischen Wien und Doha bzw. Istanbul leichtfertig eine zweite Corona-Welle riskierte?