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Das antirassistische Paradoxon

Juni 16, 2020

Türkische Stimmen schließen sich zwar gerne der linken Rassismus-Kritik gegen Deutschland und Amerika an. Wieviele türkische Männer einen Schwarzen als Schwiegersohn akzeptieren würden, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Tatsächlich gibt es so gut wie keine gemischten Ehen zwischen deutschen Türkinnen und deutschen Afrikanern. Antirassismus ist in der Regel eine Einbahnstraße, die nur für weiße Europäer oder Amerikaner gilt. Alle anderen dürfen ihren traditionellen Rassismus daheim, aber auch als Migranten im Westen weiter pflegen.

Nirgendwo auf der Welt gab es je weniger Rassismus als bei der heutigen weißen Bevölkerung der westlichen Demokratien. In den USA wurde nicht nur ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt, sondern sogar einer, der fast genauso wie Osama hieß. Die angeblichen Rassisten, die ihn nicht gewählt hatten, akzeptierten seine Wahl, ohne deswegen bei jeder Gelegenheit Terror zu machen.

Paradoxerweise geht die Abnahme des weißen Rassismus mit einem immer schrilleren Antirassismus-Geschrei einher. „Rassistisch“ war früher die pauschale Ablehnung einer anderen Ethnie. Heute ist es auch die politische Forderung nach einer Begrenzung der Migration. So können Trump und alle anderen „Rechtspopulisten“ ohne klassischen Rassismus (wie bei Erdogan gegen die Kurden) trotzdem zu „Rassisten“ gestempelt werden. „Beweis“ für „Trumps Rassismus“ ist, dass es ja „alle sagen“.

Die gesunde Ablehnung von pauschalem Rassismus hat sich in den westlichen Demokratien zu einer hysterischen antirassistischen Überreaktion des politischen Immunsystems entwickelt.

President Donald Trump meets with leaders from historically black colleges and universities in the Oval Office, Feb. 27, 2017.