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Schuld und Unschuld im Spiegel

Oktober 21, 2020

Ein Hochrisikogebiet der Pandemie, von der „Bild“-Zeitung gar zum „Ultra-Risikogebiet“ hochgejazzt und in einem Atemzug genannt mit dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, wo die Neuinfektionen ungefähr vier- bis fünfmal so hoch sind.  

In dem Bezirk leben viele Menschen, die zwar einen deutschen Pass besitzen und oft seit Jahrzehnten dort leben, aber für die zu einer richtigen Hochzeit nun einmal ein paar Hundert Gäste gehören und zum Feierabend der Besuch in der Shishabar.

Außerdem ist Neukölln Hotspot für Partygänger und Nachtschwärmer. Wer sich Deutschland als beschauliche und biodeutsche Modelleisenbahn-Gesellschaft herbeiträumt, verabscheut Neukölln. Für die Rechtspopulisten von der AfD, vor allem die aus der west- und ostdeutschen Provinz, ist der Berliner Bezirk seit Jahren geradezu ein Hassobjekt par excellence. 

Aber Hikel warnt vor voreiligen Schlüssen: „Ich halte nichts von Bashing und Schuldzuweisungen. Jetzt zu sagen, die jungen Leute sind daran schuld, oder diese türkische Hochzeit war hierfür verantwortlich, bringt uns nicht weiter.“ 

(Spiegel)

Der Spiegel hält natürlich auch nichts von Schuldzuweisungen, wenn die Schuldigen heilige muslimische Migranten und grünwählendes Party-Volk wären.

Die Freikirchen sind hingegen für den Spiegel ein politisch korrektes Ziel für Schuldzuweisungen. Gegen religiöse Minderheiten darf nach Herzenslust wie gegen Trump gehetzt werden, wenn es sich dabei um weiße Christen handelt:

„Halleluja! Keine Masken!“

In Freikirchen kommt es vermehrt zu Masseninfektionen, weil die Gläubigen Schutzmaßnahmen ablehnen. Ihre Prediger verbreiten Verschwörungsmythen über das Virus.

(Spiegel)

Türkei-Besuch: Merkel besucht Erdogan: Missverständnisse auf offener Bühne  | Augsburger Allgemeine