Moral am Trikot, Katars Petrodollars in der Hosentasche

Die auf die Situation der Gastarbeiter fokussierte Kritik am WM-Veranstalter Katar ist in Wahrheit eine Verharmlosung. Statt Katar als eine totalitäre Scharia-Diktatur anzuprangern, die weltweit Islamisten fördert, wird Katar als normales Land dargestellt, das lediglich beim Stadionbau seine Arbeitsmigranten nicht fair genug bezahle.

Ausgerechnet die überbezahlten Fußball-Legionäre, die sonst auch nicht groß nachfragen, woher die Millionen für Bayern, PSG, Barca kommen und wie gerecht ihre Bezahlung ist, prangern die ungerechte Bezahlung der Gastarbeiter in Katar an. Sie müssen deswegen auf keinen Cent vezichten, können sich aber für ihr „Virtue Signalling“ feiern lassen.

Gastarbeiter werden in Katar vermutlich nicht schlechter behandelt als in ihren Herkunftsländern wie Indien oder Nepal. Wäre es in Katar wirklich so mies, würden sie wohl kaum freiwillig dort arbeiten. Die Fokussierung auf die angebliche Gastarbeiter-Ausbeutung für den Stadionbau geht komplett an der wahren Katar-Problematik vorbei.

Das kleine Katar ist zwar selber wie alle anderen Golfmonarchien eine absolutistische Diktatur, spielte sich aber als großer Förderer des (angeblich) demokratischen „arabischen Frühlings“ auf, der in Wahrheit auf eine Ersetzung der säkularen Diktaturen durch Islamisten abzielte.

Think Again: The Muslim Brotherhood – Foreign Policy

Katars Staatssender Al-Jazeera, der auch als Sprachrohr der Muslimbruderschaft gilt, spielte bei den diversen Revolutionen, die oft im jahrelangen Bürgerkriegs-Chaos endeten, eine entscheidende Rolle. In fremden Ländern ließ Katar die Islamisten revoluzzern. Im eigenen Land schützte sich die katarische Diktatur vor den „demokratischen“ Islamisten, die womöglich auch für die eigene Diktatur eine Bedrohung gewesen wären, indem sie keine Syrer oder Iraker als Flüchtlinge aufnahm.

Katar fördert zwar weltweit die Islamisten. Im eigenen Land hält man sich jedoch lieber Inder als Arbeitstiere. Im arabischen Katar sind Araber nur eine Minderheit. Lediglich 12% der Einwohner des superreichen Emirats haben überhaupt die eigene Staatsbürgerschaft. Zwar beherbergt Katar die Führungsriege und den größten Propaganda-Sender der Muslimbruderschaft, nicht jedoch die einfachen Brüder, die nach diversen von Katar geförderten Revolutionen lieber weiter in den Westen ziehen mussten, um ihr Asylglück zu suchen.

Ohne das Fußvolk der Muslimbruderschaft im eigenen Land stehen zu haben, kann man es sich erlauben, den politischen Islam weiter weltweit zu promoten. Während Katar 2019 lediglich 22 Brüder als Flüchtlinge aufgenommen hatte, war der Emir stets ein großer Fürsprecher der Asyl-Migration in den Westen (und wird dafür von westlichen Linken als großzügiger Genosse angesehen). Katar war nicht nur der größte Förderer des Jihads in Syrien, sondern auch der größte Lobbyist für islamische Migration. Nur halt nicht ins eigene Emirat.

Dass für die Aufnahme von Muslimen stets der Westen zuständig bleibe müsste, ist jedoch ein Punkt, in dem sich die Vorstellung des Emirs mit der „Haltung“ der westlichen Linken ohnehin vollständig deckt.

Emir ohne Staatsvolk, aber mit Bruderschaft | Aron Sperber

2 Antworten to “Moral am Trikot, Katars Petrodollars in der Hosentasche”

  1. Olaf Says:

    Die woken Bayern-Spieler haben Quatar auf den Ärmeln ihrer Trikots stehen, wofür sie fürstlich oder kalifisch bezahlt werden.
    Noch nicht mal Isnogud der bitterböse Großwesir, war so ein Heuchler, wie die Fußball-Millionäre.

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