Wieso sind dem Westen Sowjet-Grenzen heilig?

Wo bleibt eigentlich die Friedensbewegung, die früher für Russland in Scharen auf die Straßen ging?

Die hatte wohl nur für die UdSSR Sympathien (wie heute für die EUdSSR). Ohne Kommunismus darf Russland ruhig von der bunten NATO bekämpft werden.

Der Westen sollte sich eigentlich darüber freuen, dass die Sowjetunion untergegangen ist. Zwar gilt Putin als großer Sowjet-Nostalgiker. Es ist jedoch der Westen, der mindestens genauso hartnäckig am alten Feindbild festhält, dabei allerdings gleichzeitig die oft aus machttechnischen Gründen von den Sowjets gezogenen Grenzen als unverrückbar betrachtet.

Den Polen und Ukrainern war von den Sowjets übel mitgespielt worden. Ihre Loyalität zum Ostblock konnten sich die Sowjets in beiden Fällen nur durch große Gebietszuschläge erkaufen.

Hätten die Polen die Seiten gewechselt, hätten die Sowjets auch den Zugriff auf die DDR verloren und die Polen wären ihre deutschen Gebiete rasch an die wohl automatisch mitwiedervereinte BRD losgeworden.

Die Polen hatten den Vorteil, gegen die deutschen Verlierer ethnische Säuberungen durchführen zu können, sodass 45 Jahre später, als es zum Zusammenbruch des Ostblocks kam, in Polen bereits längst vollendete ethnische Tatsachen herrschten.

Die Ukrainer erhielten zwar Russisch-sprachige Gebiete wie den Donbass und die Krim. Das russische Herrschervolk konnten sie hingegen nicht vertreiben.

Das Ergebnis war nach Erlangung der Unabhängigkeit eine ethnisch in West und Ost gespaltene Ukraine. Der ethnisch reine Westen wählte ziemlich einheitlich anders als der Russisch-sprachige Osten.

Als 2014 eine westukrainische „Insurrection“ (wie die guten Democrats heute zu sagen pflegen) die gesamtukrainische Regierung stürzte, war eine Trennung der Russisch-sprachigen Gebiete vorprogrammiert.

14 Antworten to “Wieso sind dem Westen Sowjet-Grenzen heilig?”

  1. aron2201sperber Says:

    Empfehlung:

  2. Olaf Says:

    Gute Karten hast du da raus gesucht.
    In BRD-Talkshows zeigten sich die Kasperl erschüttert über Putins Bezugnahme auf die Grenzen von 1917 und Lenins Fehler.
    Ich dachte nur, die Grenzen Deutschlands und Österreichs 1917, das wäre doch besser als heute.
    Aber die BRD-Politkasper und leider auch das dumme Volk haben keinen Schimmer von Geschichte und Grenzen.
    Ich hab keine Ahnung, ob es Ukrainer überhaupt gibt, und wo deren Gebiete sind. Aber den Lügenmedien, die Weißrussland plötzlich Belarus nennen, glaub ich nix.
    Wenn die bunte Wehr und die grüne Jugend jetzt gegen Putin in den Krieg ziehen will, bitte sehr, ich werd die nicht vermissen;)
    Aber da sind sie wohl zu feige, die „Kämpfer“ gegen blabla.

  3. aron2201sperber Says:

    Und noch eine Empfehlung:

  4. American Viewer Says:

    Sorry, aron aber hier sind Maßstäbe schwer verrutscht. Es geht hier nicht um Grenzen oder was der Westen will oder was Putin will, es geht darum, was die Mehrheit der Ukrainer möchte. Und die wollen mit Putin nichts zu schaffen haben. Oder wie siehst du das? Laut Umfragen will nicht mal die russische Bevölkerung diesen Krieg.

    Putin greift auch nicht „nur“ den Osten an, sondern die ganze Ukraine. Es geht ihm offensichtlich auch nicht um die NATO oder um Grenzen. Es geht ihm darum, dass er demokratische Regierungen in Ex-UdSSR-Staaten als relevante Gefahr für seine Diktatur ansieht, was sicherlich nicht ganz falsch ist. Also will er diese demokratische Regierung unbedingt stürzen und durch eine pro-russische Diktatur ersetzen. Koste es, was es wolle. So etwas kann man ja wohl nicht ernsthaft unterstützen.

    Und Tucker Carlson erzählt extrem viel Schwachsinn, wenn der Tag lang ist. Der widerspricht sich laufend selbst, wirkt teilweise wie unter sehr starken Drogen.

    Und all diese verrutschten Maßstäbe scheinen irgendwie der Idee zu entspringen, dass Putin ein verlässlicher Partner des Westens sein könnte. Aber das war er nie und wird es nie sein. Der kocht seine eigene Suppe.

    Und es entspringt offenbar der fantasievollen Idee Putin sei ein verlässlicher Kämpfer gegen den radikalen Islam. Aber auch das war er nie.

    Putin hat im Grunde nicht mal den Krieg in Tschetschenien gewonnen – bis er dem Kadyrow-Clan nahezu alle Freiheiten überließ, aber deren Islamverständnis ist fließend gegenüber Islamismus und Scharia, um es mal ganz höflich auszudrücken.

    Putin hat auch keinerlei Probleme mit dem Iran zusammenzuarbeiten. Hauptsache es dient seinen Machtinteressen und schadet dem Westen.

    Putin lebt in einer KGB-Welt des 20. Jahrhunderts, alles dreht sich nur um ihn, sein Geld, seine Macht, seine Gesundheit. Er führt Russland im Grunde wie eine paranoide Mafiaorganisation und setzt den Staat Russland seit einigen Jahren mit sich selbst gleich.

    Werte wie Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, Marktwirtschaft sind ihm egal – oder er lehnt sie gleich komplett ab. Gegner schüchtert er ein, kauft sie oder lässt sie gleich reihenweise umbringen.

    Man kann nicht mal ein Glas Wasser von ihm trinken, weil man immer Angst haben muss, dass er es vergiftet. Zu so jemandem kann man nicht ernsthaft ein Vertrauensverhältnis oder eine Freundschaft aufbauen.

    Hinzu kommt, dass er seine Propaganda und seine Lügen mittlerweile selbst zu glauben scheint, und dass man gar nicht mehr sicher sein kann, ob er überhaupt noch in unserer realen Welt lebt oder in seiner ganz eigenen Fantasiewelt.

    • Olaf Says:

      Welcome Back, AV.

    • aron2201sperber Says:

      Freue mich sehr, wieder von dir zu hören.

      und du hast natürlich absolut recht, dass Putin durch den Überfall auf die Ukraine sein wahres Gesicht gezeigt hat.

      ich hätte nie gedacht, einmal mit Sahra Wagenknecht in einem Boot zu sitzen.

      https://www.n-tv.de/politik/Wagenknecht-gesteht-Russland-Irrtum-ein-article23154050.html

    • aron2201sperber Says:

      ich verstehe jetzt die Appeasement-Sache besser.

      im hatte früher nie verstanden, warum man Hitler nicht schon bei den Sudeten den Krieg erklärt hatte.

      dass es damals auch andere Problembären wie die Sowjets gab und man sich auch bewußt war, dass Deutschland nach einem nicht ganz allein begonnen und nach hartem Kampf verlorenen Krieg nicht unbedingt sehr fair behandelt worden war und die Sudeten nun einmal Deutsche waren, verstehe ich heute besser.

      der Westen und Putin hätten im Islamismus auch einen gemeinsamen Feind, die Behandlung Russlands nach Ende der UdSSR war nicht immer die Fairste und auf der Krim lebt eine russische Mehrheit.

      bevor man einen Weltkrieg beginnt, versucht man zuerst, den Gegner zu verstehen.

      es hatte seinen guten Grund, dass erst der völlig unlegitime Überfall auf Polen für den skrupelhaften Westen als Kriegsgrund angesehen wurde.

      diese Schwäche kann man auch als Stärke ansehen.

      • American Viewer Says:

        Ja, das ist so. Es gibt heute auch viele Historiker die sagen, ganz so schlecht war die Politik von Chamberlain nicht.

        Wie du richtig sagst, bis zum Überfall auf Polen konnte man so argumentieren. Außerdem war die britische Armee gar nicht richtig einsatzfähig. Chamberlain wollte dem Empire somit auch Zeit kaufen, denn er hat nicht nur Appeasement gemacht, er hat auch Aufrüsten lassen. Aber das braucht halt seine Zeit. Und es hat ja auch nicht so viel gebracht, die britische Berufsarmee wäre bei Dunkerque nahezu komplett in Gefangenschaft geraten, wenn Hitler nicht seine blödsinnigen Haltebefehle gegeben hätte.

      • aron2201sperber Says:

        Hitler soll ja bis zum bitteren Ende gehofft haben, dass die Engländer die Seiten wechseln würden, um gemeinsam Stalin zu bekämpfen und ihr Empire zu retten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: