Auch „Russen raus“ ist Rassismus

Im Geschichtsunterricht hatte ich über den Ausdruck „Cäsarenwahn“ noch herzlich gelacht. Heute lache ich nicht mehr. Es steht für mich außer Frage, dass der verbrecherische Überfall auf die Ukraine der Anfang von Putins Ende ist. Die Frage ist nur, wie viele Menschen er noch mit in den Abgrund reißen wird.

Die Russen bräuchten dringend ein Angebot für eine Exit-Strategie. Kollektivschuld fördert nur Bunkermentalität und nützt Putin.

Dürfen die Russen nicht aus der Verantwortung genommen werden, weil sie schließlich 20 Jahre für Putin gestimmt hätten?

Von Putins wahnwitzigem Krieg sind Freund und Feind wohl gleichermaßen überrascht worden. Bei unseren Guten war der Sowjet-Nostalgiker Putin weniger wegen seiner eigenen Politik unbeliebt, sondern weil er als Trump-Rechtspopulismus-Förderer angesehen wurde.

Es war ein bisschen wie bei Gaddafi, der nicht abgelehnt wurde, weil er der alte Terrorförderer Gaddafi war, sondern weil er als neuer Berlusconi-Freund galt.

Russland wurde von Putin nicht geführt wie Nordkorea. Die Russen haben trotz „gelenkter Demokratie“ halbwegs frei und gut gelebt. Solange sie das Gefühl hatten, Putin würde im Wohle Russlands handeln, folgten sie ihm weitgehend freiwillig. Das könnte sich jetzt sehr rasch ändern.

Das putin’sche Narrativ von der „Entnazifizierung“ der (von einem Juden regierten) Ukraine, die von ihm als Grund für den Überfall angegeben wurde, ist unglaublich schwach. Nicht einmal RT klingt davon wirklich überzeugt.

Die Russen werden wohl kaum wegen des (relativ leicht durchschaubaren) politischen Irrsinns Putins langfristig auf Wohlstand und Anerkennung verzichten und sich daher hoffentlich rasch gegen ihren völlig aus der Spur geratenen Lenker erheben.

Der Westen sollte versuchen, das russische Volk als Verbündeten gegen Putin zu gewinnen, statt es durch Generalverdacht gegen alle Russen hintern ihn zu scharen.

4 Antworten to “Auch „Russen raus“ ist Rassismus”

  1. aron2201sperber Says:

    die Ober-Moralisten von der BILD sind euphorisch gegenüber eines Abhängigkeitstauschs von russischem auf katarisches Gas.

    https://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/bundesregierung-verhandelt-mit-katar-loest-dieser-scheich-unsere-gas-krise-79429846.bild.html

    was macht Deutschland, wenn dann Katar-Bruder Erdogan Griechenland angreift?

    https://www.focus.de/politik/experten/ghadban/gas-von-den-scheichs-statt-von-putin-wer-jetzt-auf-katar-setzt-macht-grossen-fehler_id_64322201.html

    Mit dem Beginn des arabischen Frühlings 2011 unterstützte Katar wie der Iran die Schiiten in Bahrain gegen die herrschenden Sunniten. Trotz einer Vereinbarung mit Saudi-Arabien, die syrische Opposition als Ganzes zu unterstützen, halfen die Kataris in Syrien nur den Islamisten und Dschihadisten, insbesondere dem Ableger von Al-Qaida, der Al-Nasra-Front. In Libyen unterstützen sie die Islamisten, im Libanon Hizbollah, in Gaza die Hamas und in Ägypten die Muslimbrüder.

    Die herrschende Familie in Katar betrachtet sich als Bewahrerin des wahabitischen Vermächtnis, die Saudis hätten dieses Erbe verraten. So errichtete sie in Doha eine Moschee für 30.0000 Besucher, gewidmet ist sie Muhammad Abdelwahab, den Begründer des Wahabismus. Die Katar-Herrscher hatten immer gute Beziehungen zu den Taliban unterhalten, ließen sie ein Verbindungsbüro in Doha einrichten und betreuten ihre Geheimverhandlungen mit den Amerikanern.

    Obama hat die alten Verbündeten der USA im Nahen Osten fallen gelassen und manchmal bekämpft. Er wollte die Region mit den Muslimbrüdern in Ägypten und dem Mullahregime im Iran neu gestalten. Ein zentraler Punkt in seinem Programm bildete das Atomabkommen von 2015. Die Ergebnisse waren katastrophal, die iranische Revolution dehnte sich aus und zerstörte vier arabische Länder. Seitdem sind die Araber vorsichtig und haben ihre Kontakte zu Russland und China verstärkt. Trotz aller Warnungen setzt Biden die Politik von Obama fort in der Hoffnung, doch mit dem Iran ein Atomabkommen zu unterschreiben. Er hat sich keine Mühe gegeben, seine alten Freunde zurückzugewinnen; deshalb hat kein arabisches Land den Einmarsch der Russen in die Ukraine verurteilt. Alle verhielten sich neutral, haben für den Frieden appelliert.

  2. Olaf Says:

    „Hunderte Attacken auf Menschen aus Russland in Deutschland“

    So steht es in der WELT. Wo ist die neue Rassismus-Beauftragte des Bundes?
    Wofür kriegt die ihr Geld? Was ist ihr Job?
    Wieder eine teure Mogelpackung, denn es geht natürlich nur darum Kritiker der Islamisierung und die Wahrheit über Multi-Kulti zu diffamieren. Das sieht die türkische Sozi-Dame als ihren Job, wahrer Rassismus ist ihr wurscht.

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