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Campino wollte 1983 Deutschland nicht verteidigen, aber dafür heute den Donbass?

Mai 17, 2022

In einem Interview erzählt Rocksänger Campino wegen des Ukraine-Kriegs viele alte Grundsätze auf den Prüfstand stellt. So würde er wohl auch heute nicht mehr den Wehrdienst verweigern, wie er es 1983 getan hatte.

Damals hätte der Wehrdienst bedeutet, das eigene Land vor einer aggressiven Macht zu verteidigen, die in Ostdeutschland mittels einer Diktatur herrschte und es letztlich auf ganz Europa und viele weitere Erdteile abgesehen hatte.

Südkorea konnte dank amerikanischer Hilfe vor einer Machtübernahme des kommunistischen Nordens bewahrt werden. Südvietnam hatte hingegen nicht so viel Glück. Weil der linke Zeitgeist die Verteidigung vor den Kommunisten als etwas Böses definierte, zogen sich die USA trotz militärischer Überlegenheit aus Vietnam zurück. Zwei Jahre später marschierten Nordvietnams Truppen in Saigon ein.

In Italien wählte die gesamte Intelligenzija geschlossen die PCI und auch in Westdeutschland waren trotz der Niederschlagung der tschechischen Freiheitsbestrebungen in der unmittelbaren Nachbarschaft die jungen Guten beim von Moskau gesteuerten Sozialistischen Stundentenbund oder zumindest stolze Wehrdienstverweigerer wie Campino.

Was ich von Putins Krieg halte, habe ich hier wiederholt dargelegt. Die Ukrainer sind im Recht, sich gegen den russischen Angriff zu verteidigen und sie sollten dabei wirtschaftlich und diplomatisch unterstützt werden. Wenn Deutsche, die Deutschland nicht vor der UdSSR verteidigt hätten, auf einmal bereit wären, Europas Freheit im Donbass (Seite an Seite mit dem Asow-Regiment) zu verteidigen, ist jedoch etwas faul.

Für die BRD wollte Campino nicht kämpfen. Aber da saßen ja auch die guten Genossen in Moskau an der Macht und die westlichen Kapitalisten waren die Bösen. Siehe Vietnam. Heute sind wir die EUdSSR, also die Guten. Obwohl Ost-Europäer wie die Polen oder Ungarn sonst von guten Deutschen eher wie Europas Untermenschen behandelt werden, ist das bei Ukrainern (trotz ihrer Verwandtschaft zu den verachteten Polen) plötzlich anders und ihre Grenzen sind uns heilig. Dass der von Russen bewohnte Donbass ukrainisch bleibt, ist Campino offenbar wichtiger als ihm das Schicksal seines 1983 von den Sowjets bedohten Heimatlandes war.

So wie ihm seine Freiheit vor medizinischer Fremdbestimmung durch die Pharma-Lobby nur wichtig war, solange es ohnehin noch keinen Impfzwang gab.