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Experten für Verschwörungstheorien?

Oktober 2, 2022

Befeuert von Russland mutmaßen Verschwörungsfans über eine US-Beteiligung an der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines. Experten halten das für unwahrscheinlich und Desinformation.

(ZDF)

Wer nicht glaubt, dass die Russen ihr größtes nichtmilitärisches Druckmittel selbst zerstört hätten, sei ein „Verschwörungsfan“?

Durch die Nordstream-Pipeline hätten Russland und Europa die Möglichkeit gehabt, die umkämpfte Ukraine zu umgehen. Die Pipeline war den USA auch schon vor Putins Angriffskrieg ein Dorn im Auge. Biden hatte sogar explizit angekündigt, der Pipeline im Fall einer russischen Invasion in der Ukraine „ein Ende zu bereiten“.

Dass die Russen ihre eigene Pipeline selbst gesprengt hätten, kann zwar wie jede Theorie theoretisch wahr sein. Sie enthält jedoch alle Komponenten einer klassischen Verschwörungstheorie.

Ich glaubte auch nicht an die Verschwörungstheorien, dass die USA ihren eigenen Präsidenten ermordet hätten oder den schlimmsten Terroranschlag der Geschichte gegen sich selbst verübt hätten, nur um wie die Sowjets ins liebliche Afghanistan einmarschieren zu dürfen. Mich haben die (oftmals von guten Linken vorgebrachten) Theorien, wonach der islamistische Terror nicht von Terroristen, sondern von irgendwelchen dunklen Mächten inszeniert worden wäre, nie überzeugt.

Seit Corona sind „Verschwörungstheorien“ auf einmal etwas böses Rechtes geworden. Wie man an der angeblich selbst gesprengten Pipeline sieht, können es unsere Linksguten jedoch auch immer noch gut.

Ich hielt und halte Putins Invasion für falsch und brandgefährlich. Dass er sein größtes nichtmilitärisches Druckmittel nun selbst vernichtet hätte, halte ich jedoch neben der Theorie, dass Russland die US-Wahlen von 2016 im Internet (das damals wie heute zu 99% in amerikanischer bzw. Democrats-freundlicher Hand liegt) manipuliert hätte, für die absurdeste Verschwörungstheorie der letzten 10 Jahre.