Archive for the ‘Finanzkrise’ Category

Opec Konferenz in Wien

März 15, 2009

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Der Iran und Venezuela haben am lautesten nach einer weiteren Kürzung der Fördermenge geschrien, obwohl sich die beiden Länder selbst am wenigsten an die Förder-Vereinbarungen halten.

Genauso wie unsere Wirtschaft vom Öl abhängig ist, sind die Ölstaaten von unserer Wirtschaft abhängig.

Daher funktioniert die gewohnte Preistreiberei nur, solange die Wirtschaft wächst, und das verfügbare Öl durch die steigende Nachfrage immer knapper wird.

Saudi Arabien ist nicht mehr bereit, einen weiteren Zusammenbruch der Weltwirtschaft und damit mittelfristige schwere Verluste zu riskieren, nur damit Chavez und Ahmadinejad kurzfristig ihre Kassen füllen können, um ihren Petrodollar-Sozialismus bzw. Petrodollar-Islamismus weiter zu finanzieren.

Werbeanzeigen

„Frag doch den Inder“

März 2, 2009

Selbst in der blödesten Werbung kann ein weiser Ratschlag stecken:

Ohne Besserwisserei und Schadenfreude setzt sich Fareed Zakaria im Spiegel mit der Krise und dem postamerikanischen Zeitalter auseinander.

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Menschen beginnen ihre Gesundheit erst zu schätzen, sobald diese durch eine Krankheit oder einen Unfall beeinträchtigt wird – ähnlich hielt sich unsere Zufriedenheit über die letzten 25 goldenen Jahre sehr in Grenzen.

Auch die Stimmung vor dem Ausbruch der Finanzkrise beschreibt er sehr treffend:

„Die ganze Situation“, sagte er, „erinnert an Aschenputtel auf dem Ball: Die Jungs sehen immer besser aus, die Musik klingt immer schöner, man hat immer mehr Spaß und denkt sich: ‚Warum soll ich bloß um viertel vor zwölf gehen? Ich werde um zwei Minuten vor zwölf gehen.‘ Das Problem ist jedoch, dass nirgendwo Uhren an der Wand hängen. Und jeder glaubt, dass er um zwei Minuten vor zwölf gehen wird.“

Die Krise als Chance

Februar 27, 2009

Linke freuen sich über die herbeigesehnte Krise, weil der oft angeprangerte Neoliberalismus offensichtlich versagt hat, und es wieder mehr Verstaatlichung geben soll.

Aber auch Rechte träumen von einer Verschlimmerung der Krise, die einen reinigenden Prozess in Gang setzen und die alten Eliten mit ihrer Multi-Kulti-Gutmenschen-Gesinnung wegfegen soll.

Beide wünschen sich eine faszinierenden Katastrophe (Raymond Aron – Opium für Intellektuelle), bei der sie hoffen als Gewinner hervorzugehen.

„Hände falten, Goschen halten“ in Grün

Februar 3, 2009

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„Entscheidung ist Entscheidung.“ Man müsse sich jetzt auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg sowie auf die EU-Wahl und auf die Bewältigung der Wirtschaftskrise konzentrieren und nicht auf parteiinternen Diskussionen. (Online Standard)

Glawischnig will sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten. Die Bewältigung der Weltwirtschaftskrise ist schließlich ehrenvoller und auch weniger anstrengend. (Die Rettung des Weltklimas hat als große Aufgabe scheinbar ausgedient).

Statt grüner Realpolitik (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad, Wärmedämmung) und Einsatz für Menschenrechte, bekomme ich als Grünwähler Ähnliches wie von meiner katholischen Kirche vorgesetzt: nicht nachvollziehbare Personalentscheidungen, Weltklima-Ablasshandel und jetzt auch noch die Weltwirtschaftsrettung.

Doch als fatalistischer Masochist wähle ich wohl trotzdem weitehin die Grünen und zahle Kirchensteuer sowie ORF Zwangsgebühren.

Schweizer Prediger als Krisengewinnler

November 20, 2008

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Zitate

  • „Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (aus: We Feed the World)
  • „Heute stirbt […] alle sieben Sekunden ein Kind unter zehn Jahren an Hunger oder an mit Unterernährung verknüpften Krankheiten (aus „Wie kommt der Hunger in die Welt“). Im Jahr 2005 hat der Hunger mehr Menschen getötet als alle in diesem Jahr geführten Kriege zusammen.“ (aus: Das Imperium der Schande, S. 102)
  • „In diesem Augenblick habe ich mir geschworen, nie mehr – nicht einmal rein zufällig – auf der Seite der Henker zu stehen.“ (aus: Wie herrlich, Schweizer zu sein; im Kontext des im Kongo gesehenen Elends, Piper, 1993, S. 137)
  • „Wenn sie unterwegs sind, haben sie…immer ihre Laptops und ihre schematisierten Modellanalysen dabei. Sie wohnen in Luxushotels, halten sich in jedem Schuldnerland nicht länger als einige Tage auf und treffen nur mit ausgewählten Führungspersonen zusammen, wenn möglich solche, die in den USA studiert haben.“ (Jean Ziegler über den Realitätsverlust der Beamten des IWF in seinem Buch Die neuen Herrscher der Welt)
  • „Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen“ (Ziegler, J; Das Imperium der Schande, Pantheon Verlag 2005)

Die urbanen Gesellschaften geben sich aufgeklärt. Die gläubigen Amis werden (wenig) milde belächelt.

Doch auch bei uns scheint das Bedürfnis nach Predigern einigermaßen stark ausgeprägt zu sein. In den letzten Jahren war die Weltklimareligion sehr en vogue.

Mit der Finanzkrise kommen Kapitalismus-Ankläger wie Jean Ziegler wieder stärker zum Zug.

Komplexe Themen wie die Welternährung werden in banalen Stehsätzen abgehandelt.

Jean Ziegler will nie wieder „auf der Seite der Henker“ stehen.

Diese sind bei Jean Ziegler nicht etwa totalitäre Regime, sondern das „Imperium der Schande“, welches es nicht schafft die Welt zu ernähren, sich aber „schamlos am Hunger der Welt bereichert“.

Dass die größten Hungersnöte des 20. Jahrhunderts durch glorreiche „antiimperialistische“ Projekte ausgelöst worden waren, ist dem großen Welternährungsexperten der UNO scheinbar nicht bekannt.

 

Was hat die Finanzkrise bis jetzt bewirkt?

Oktober 24, 2008

Eigentlich lauter Sachen, die wir uns lange gewünscht haben:

Die Schere zwischen Arm und Reich ist kleiner geworden. (auch wenn natürlich nicht die Armen reicher, sondern nur die Reichen ärmer geworden sind)

Die Teuerung ist stark zurückgegangen. Korn kostet im Vergleich zu diesem Sommer am Weltmarkt weniger als die Hälfte.

Auch die Reduktion der Treibhausgase (das unbestrittene Lieblingsthema im aufgeklärten Europa) ist bei einer weltweiten Rezession nicht mehr reine Utopie.

Trotzdem sind wir irgendwie nicht glücklich. Könnte es sein, dass profane Dinge wie ein hoher Lebensstandard doch auch erstrebenswert sind?

Man sollte immer aufpassen, was man sich wünscht.

Denn es könnte in Erfüllung gehen…

Wissenswertes über die Subprime Mortgage Crisis

Oktober 11, 2008

Für die derzeitige Finanzkrise gibt es wohl viele Gründe. Die Gewinne der Finanzmärkte entsprachen nicht mehr jenen der realen Wirtschaft.

Aber wer will schon eine ausgelassene Party stoppen?

Solange die Kurse steil nach oben gingen, wollte niemand der Spielverderber sein.

Die Republikaner werden für diese Versäumnisse der Politik mit großer Wahrscheinlichkeit von den amerikanischen Wählern zur Verantwortung gezogen werden. Seitdem die Kurse massiv fallen, steigen die Umfragewerte Obamas.

Während die tieferliegenden Gründe für die derzeitige Finanzkrise äußerst komplex sind, ist es aber relativ unbestritten, dass der Crash durch die Subprime Mortgage Crisis eingeläutet wurde.

Es mag zwar sein, dass die Finanzkrise auch ohne diesen spezifischen Auslöser unvermeidlich gewesen wäre. Über die Gründe der Krise läßt es sich vorzüglich streiten bzw. spekulieren. Interessanterweise findet der naturgemäß leichter identifizierbare Auslöser dagegen wenig Beachtung in der Berichterstattung.

Ausnahmsweise widmet sich nun der seriöse Sender CNN diesem Thema:

Verhinderte Regulierungen

Oktober 5, 2008

Die zahlreichen Gegner des „Neoliberalismus“ haben es ja schon immer gewußt: dieser unregulierte Turbokapitalismus wird noch ein böses Ende nehmen.

Jetzt wollen sogar die Republikaner mehr Regulierung. Für die Schäden des ungebremsten Kapitalismus sollen die kleinen Steuerzahler und natürlich wir armen Europäer, die nie was dafür können, bezahlen.

Was aber hatte die amerikanischen Banken dazu veranlaßt,  Hypothekarkredite an Menschen, die sich diese eigentlich nicht leisten konnten, zu vergeben?

Die Gier? Der schnelle Gewinn?

Wahrscheinlich!

…aber vielleicht steckt auch in diesen Propagandavideos der Republikaner ein gar nicht einmal so kleines Körnchen Wahrheit.