Archive for the ‘Qualitätsjournalismus’ Category

Zensuriert

Januar 15, 2016

Beginnen wir beim „Einzelfall“: Anfang Dezember wurde im Wiener Theresienbad ein zehnjähriger Bub von einem Iraker auf einer Toilette missbraucht. Das gesamte Medienecho: eine Kurzmeldung im „Kurier“. Sonst Schweigen.

Bevor sich Andreas Unterberger, heute Blogger, aber früher immerhin Chefredakteur der wichtigsten konservativen Tageszeitung Österreichs, der Sache widmete, wurde der Vorfall im Internet zunächst ausschließlich auf “Unzensuriert” behandelt.

Mir gefällt die politische Ausrichtung von “Unzensuriert” zwar nicht.

Wenn die Qualitätsmedien geschlossen dem politisch korrekten Schweigegebot folgen, ist man leider auf Schmuddelseiten wie “Unzensuriert” angewiesen, um sich zeitgerecht über die Realität zu informieren.

Die zweite Verteidigungslinie der Medien ist hingegen nur als frech zu bezeichnen: Sie würden wegen des „Opferschutzes“ schweigen. Aber in Wahrheit verlangt gerade der Opferschutz eine massive und intensive Berichterstattung – nämlich zum Schutz der künftigen Opfer!

(Andreas Unterberger)

Rassismus oder Realität?

Januar 5, 2016

Warnungen vor Zuständen wie am Kölner Hauptbahnhof wurden in Jakob Augsteins SPON-Kolumne als Rassismus angeprangert:

Mit der Zahl der Flüchtlinge wächst der fremdenfeindliche Reflex. Ganz vorne: die Angst vor den jungen, aggressiven Männern mit den dunklen Augen.

Zu Hause unterdrücken sie ihre eigenen Frauen. Jetzt bedrohen sie unsere. Betonung auf “unsere”. Da lässt sich von linken Emanzen bis zu rechten Pöblern eine erstaunliche Einigkeit herstellen in Einwanderungs-Deutschland.

Kulturchauvinismus und Rassismus überwinden alle Grenzen. Und zusätzlich fürchtet unsere alternde Gesellschaft die Virilität der Kommenden.

(Jakob Augstein – SPON)

Selbst der Spiegel muss sich mittlerweile (nach 3 Tagen Verzögerung zur Focus-Meldung) mit einer Realität konfrontieren, die sich nicht länger ins Reich der rassistischen Legenden verbannen lässt.

Wäre so ein Vorfall in den USA oder im fernen Indien passiert, wäre der Spiegel vom ersten Tag an vor Ort gewesen und hätte wie bei den Fällen von irgendwelchen unkorrekten College-Boys zahlreiche eigene schonungslose Storys verfasst:

“Sofie Karaseks Kampf gegen Vergewaltigung” – SPON, 13.10.2014,  Frauke Lüpke-Narberhaus, Boston

“Matratzenprotest in den USA” – SPON, 22.12.2014, Frauke Lüpke-Narberhaus, Boston

Über die Vorfälle vor der eigenen Haustüre berichtete man hingegen zunächst gar nicht und dann nur äußerst zögerlich.

Mut zur Wahrheit” wird beim Spiegel nur gepflegt, solange er nicht der eigenen Agenda schadet.

Kein roter Tschetschene

Dezember 29, 2015

Abu Omar al-Schischani wurde als Tarchan Batiraschwili 1986 im Pankissi-Tal geboren, einer Region im Norden Georgiens, die mehrheitlich von Tschetschenen (Kisten) bewohnt wird. Sein Vater ist christlicher Georgier, seine Mutter muslimische Tschetschenin.[2] In den 1990er-Jahren zogen sich häufig tschetschenische Rebellen und Dschihadisten aus Russland zurück, so dass der junge Tarchan bereits früh mit Extremisten in Kontakt kam.[3]

Nach dem Schulabschluss verpflichtete sich Batiraschwili bei der georgischen Armee,[4][5] wo er von 2007 bis 2010 diente. Während dieser Zeit wurde er auch von amerikanischen Militärausbildern trainiert.[6]

(Wikipedia)

Bei der Wikipedia-Quelle für das angebliche amerikanische Training von al-Schischani handelt es sich um den Artikel eines “Special Correspondent” des (nicht gerade weltberühmten) US-amerikanischen Medienkonzerns “McClatchy”:

(more…)

Die verlorene Ehre der Uwes

Dezember 11, 2015

Im Frauengefängnis von München-Stadelheim, im Trakt 3 im dritten Stock, soll Beate Zschäpe sich wie eine Diva aufführen.

Zur ihrem Gefolge gehörten eine Drogensüchtige und eine notorische Schlägerin. Mit ihnen würde sie im Gruppenraum Mittagessen, über andere herziehen.

Zschäpe, so die Insassin, erwecke den Eindruck, als ginge sie der ganze Prozess nichts an: „Sie benimmt sich wie ein fröhliches Schulmädchen auf Klassenfahrt: alles eitel Sonnenschein.“

Doch die Fassade trügt: Den Richter, so die Insassin, habe Zschäpe „ein Schwein“ genannt. Und eine ihrer Gefolgsfrauen habe einer Ausländerin gedroht: „Die Beate hat mir versprochen, dass du fertig gemacht wirst.“

Andere Mitgefangene erzählen, dass es auch beim Wachpersonal Frauen gibt, die ihr – so wörtlich – „in den Arsch kriechen”

Sie sei die „Königin“ unter den Gefangenen, die „Chefin“.

(Bild)

Gegen eine “Politische Gefangene” der RAF hätte die Bild nie einen derartigen Artikel vom Stapel gelassen.

Sämtliche Nobelpreisträger wären dann nämlich losgestürmt, um die Ehre der von Bild geschändeten Frau zu retten.

Gegen eine Rechtsextreme darf Bild hingegen hemmungslos hetzen, wie es dem linken Klischee von Bild entspricht.

Dafür sorgt sich der Spiegel rührend um den guten Ruf der Uwes, die sich gegen die Anschuldigungen durch die böse Beate nicht mehr wehren können:

Die beiden können sich also nicht mehr dagegen wehren, dass Zschäpe sie nun massiv belastet und ihnen die alleinige Verantwortung an der Mordserie zuweist.

(SPON)

Die deutsche Berichterstattung erreicht schön langsam das italienische Foxy Knoxy-Niveau.

Das kalte Schweige-Monster Zschäpe hatte erst die beiden Uwes gesteuert, jetzt streitet es alles ab und lacht sich im Gefängnis einen Ast.

Die Vorstellung, dass eine Frau mit ihren weiblichen Kräften zwei Männer kontrollierte, weist Gemeinsamkeiten mit der Amanda Knox-Story auf

Zwar war die Narrative bei Knox um einiges absurder, zumal Knox den einen Mann, der für sie gemordet haben sollte, gerade mal eine Woche und den anderen Mann (einen kriminellen Penner, der laut DNA-Spuren eindeutig der Vergewaltiger war) gar nicht gekannt hatte, und es für ein gemeinsames satanisches Ritual nicht den geringsten Hinweis gab.

Zschäpe hatte mit den Uwes immerhin zusammengelebt und es handelte sich um eine rechtsextreme Bande.

Dass Zschäpe das Alpha-Weibchen gewesen sein soll, das die beiden Männchen steuerte, ist jedoch an den Haaren herbeigezogen, selbst wenn sie beim Camping-Urlaub die Kassa verwaltet hatte.

Witzig ist auch, dass Zschäpes Verteidigung jetzt vorgeworfen wird, weibliche Klischees zu strapazieren:

Beim NSU-Prozess hat die Verteidigung Klischees über Frauen strapaziert, um Beate Zschäpe als naives Mädchen darzustellen: abhängig, emotional, unselbstständig. Zudem wird Zschäpe in eine deutsche Tradition der Schuldverdrängung gestellt: Erst habe man von nichts gewusst – und später nichts tun können.

(Von Patrick Gensing, tagesschau.de)

Dabei ist die Hexe, welche die wehrlosen Männer mit ihrer geheimnisvollen weiblichen Macht steuert, eines der ältesten Klischees über Frauen.

Meistens sind es nun einmal doch die Männer, die in solchen Gruppen die Hosen anhaben.

Selbst bei der RAF, die besonders viele “emanzipierte” Frauen in ihren Reihen hatte, war Andreas Baader der große Macker, dem sich auch die Ober-Emanze Ulrike Meinhof brav unterordnete.

Klar kann es auch Ausnahmen geben, wie jetzt bei der Terrorbraut von San Bernardino – doch die war bei der Schießerei nachweislich dabei.

Wäre sie zu Hause geblieben, wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, sie zur Mittäterin oder gar zum Kopf ihres Mannes zu erklären.

Bei Hexen wie Knox oder Zschäpe ist das hingegen anders.

Virtuelle Helden

November 18, 2015

Erst hat man alles getan, um den Staat aus dem Internet fernzuhalten.

Jetzt möchte man dort selbst Polizei spielen:

Paris-Terror: Anonymous greift IS im Netz an

Doch wenn sich der IS gegen die virtuellen Polizisten in der realen Welt zur Wehr setzt, werden diese virtuellen Helden weinend zur realen Polizei laufen.

Niemand verkörpert die Figur des infantilen Internet-Helden besser als der Cyber-Punk Sascha Lobo:

Sasch Lobo

In Europa und den USA ist man mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale digitale Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden – wirkliche Angst vor einer realen Verfolgung hat man natürlich nicht.

Trotz aller Empörung weiß man ganz genau, dass bei uns wohl kaum irgendwelche Wichtigtuer mit bunten Haaren im Visier der Sicherheitsapparate stehen.

Trotzdem ist es ein großes Anliegen, den Staat bei der Überwachung des Internets zu behindern.

Die Freiheit, die eigene Meinung zu äußern und die eigene Regierung harsch zu kritisieren, war noch sie so groß wie heute.

Wenn es  Einschränkungen gibt, so kommen sie nicht vom Staat, sondern von einer über-politisch-korrekten Öffentlichkeit, die allzu rasch die Nazi-Keule gegen fremde Meinungen schwingt:

Deshalb plädiere ich hiermit für die gezielte Verwendung der Nazikeule (und damit implizit für eine Umdeutung des Begriffs).

(Sascha Lobo – SPON)

Der Staat hält sich hingegen (noch) weitgehend raus, wie es in unserer Verfassung auch vorgesehen ist.

Dass die Selbstverständlichkeit der Meinungsfreiheit lediglich für die westlichen Demokratien gilt, wird von Lobo & Co. gerne ausgeblendet.

Bereits in der Türkei wird man als Regierungskritiker ganz real eingesperrt und in Russland, wohin sich der Jesus der virtuellen Rebellen verkrochen hat, wird man sogar ganz real ermordet.

Die Medien sind das Problem

August 14, 2015

Eines jedoch kann und muss man Mikl-Leitner sehr wohl vorwerfen: Sie hat ohne irgendeine Not den Spendenkeilverein „Amnesty International“ zum obersten Kontrollor über die Flüchtlingslager gemacht. An dieser schwachsinnigen Entscheidung ist sie ganz allein schuld (auch wenn wahrscheinlich sowohl der Regierungs- als auch ihr Parteichef sie dazu ermuntert haben dürften, aber jetzt infam und feige in der Kulisse feixen und schweigen).

Jetzt lässt sich Österreich also freiwillig von diesem Gutmenschverein und seinen „Inspektoren“ mit Irokesenhaarschnitt maßregeln und beschimpfen, obwohl dieser keinerlei Jurisdiktion über das Land hat. Obwohl Österreich ohnedies nach Schweden nachweislich das zweitbeliebteste Land in der Asylantenszene ist.

(Andreas Unterberger)

Das Problem ist nicht Amnesty. Es ist nun einmal die Aufgabe von Amnesty und ähnlichen Vereinen polemischen Krawall zu schlagen.

Bei einer gesunden Medienlandschaft kämen Politiker gar nicht erst auf die Idee, Amnestys Getöse allzu viel Beachtung zu schenken.

Heute ist es jedoch ausgerechnet die ehemals super-böse Kronen Zeitung, die Australien für seine harte Asylpolitik anprangert.

Was soll man da von den Politikern erwarten?

Dass es sich bei Unterberger, dem ehemaligen Chefredakteur des wichtigsten konservativen Leitmediums, nur noch um einen Blogger handelt, ist symptomatisch.

Die Medien sind entweder staatlich oder halbstaatlich, und selbst wenn sie nicht staatlich sind, so sind die Besitzer unpolitisch wie Fellner oder die Dichand-Erben.

Auf diese Weise konnte sich ein mächtiger Brei von einheitlich oder ähnlich denkenden Journalisten breit machen:

Ösis

Wer diesem Brei widerspricht, macht sich bei der mächtigen Mehrheit der Kollegen unbeliebt.

Was Europa fehlt, sind politisch denkende Medienunternehmer wie Rupert Murdoch, die einen anderen Journalismus wollen als den heute angebotenen Einheitsbrei.

Kein Abhörskandal

Februar 7, 2014

Seit einem halben Jahr empört sich der Spiegel täglich über die Eingriffe in die Privatsphäre durch die NSA.

Wenn es jedoch um von Russland abgehörte Gespräche der Amerikaner geht, echauffiert man sich auf einmal nicht mehr übers Abhören, sondern über die Abgehörten:

Obamas wichtigste Europaberaterin sollte den Amerikafrust der Europäer mildern, stattdessen heizt sie ihn offenbar eher neu an. In einem YouTube-Video beleidigt sie die Europäische Union im Zusammenhang mit der Lage in der Ukraine hörbar grob.

Auch bei Berlusconis “Rubygate” hatte sich schon jene Doppelmoral der Medien gezeigt.

Dass Italiens Justiz das Handy eines unliebsamen Politikers offenbar permanent abhören ließ, war für Spiegel & Co. ebenfalls kein Abhörskandal.

Ka Problem oder Köpferl im Sand?

Dezember 5, 2013

In Österreich „kein Problem“

Die Debatte um den Sozialtourismus in der EU ist allerdings nicht neu. Schon im Frühjahr hatten die Innenminister von vier Ländern – darunter neben Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden auch Österreich – einen Brief nach Brüssel geschickt und Maßnahmen gegen das angebliche Phänomen gefordert.

In Österreich betont man aber seit jeher, den Brief aus reiner Solidarität gegenüber den Partnerländern unterzeichnet zu haben. Das Problem der Armutsmigration gebe es hierzulande derzeit nicht, versichert der Sprecher von Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit der „Presse“ – und auch nach der Arbeitsmarktöffnung im kommenden Jahr werde sich daran nichts ändern.

(“Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Angesichts eines Problems, das alle Nettozahler der EU gerade in Alarmbereitschaft versetzt, hilft die angeblich bürgerliche “Presse” der angeblich bürgerlichen Innenministerin den Kopf in den Sand zu stecken.

Wenn man die Armutsmigration leugnet, wird man auch kaum die notwendigen Schritte setzen, das Problem abzuwenden.

Selbst die Presse gesteht ein, dass der Problemfall wohl letztlich eintreten werde:

“Sozialtourismus“ ist eine perfide Wortkreation. Die Innenminister von Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Österreich argumentieren seit Monaten gegen das angebliche Ausnutzen ihres Sozialsystems durch Zuwanderer aus anderen EU-Staaten. In Großbritannien und Deutschland werden Forderungen laut, Zuwanderer aus der EU künftig bei Sozialleistungen schlechter zu stellen. Das suggeriert ein Problem der Freizügigkeit, das es laut veröffentlichten Zahlen bisher überhaupt nicht gibt.

Verlogen ist, dass alle vom selben reden, es aber nicht beim Namen nennen: Denn es geht nicht um schon aufgetretene Probleme. Es geht darum, dass mit 1. Jänner der Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet wird, und um die Angst, dass dann Roma und Sinti in Massen ins Land strömen. Das könnte irgendwann tatsächlich geschehen, aber nicht wegen der Arbeitsmarktöffnung, sondern weil unter den EU-Staaten ein Wettbewerb der Verdrängung dieser Volksgruppe eingesetzt hat. Frankreich und Ungarn sind dabei Vorreiter.

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

(“Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Allerdings wird er nicht als “Sozialtourismus” (für die Presse ein ganz böses Wort, das man nur unter Anführungszeichen verwenden darf), sondern als unvermeidliche “Verdrängung dieser Volksgruppe” wahrgenommen.

Gerade indem man das Problem des Sozialtourismus erfolgreich verdrängt und so verhindert, dass Österreich sich davor schützt, spielt man einem Strache in die Hände, bei dem der Vorwurf, es gehe nicht um Sozialtourismus, sondern um die rassistisch motivierte Ablehnung der Roma, womöglich tatsächlich stimmen könnte.

Letztlich liegt es gerade im Interesse der Roma, in Westeuropa nicht mehr als ewig zu versorgende “Opfer” (aus Sicht der Guten) oder als “Schmarotzer” (aus Sicht der Bösen) wahrgenommen zu werden, sondern durch die EU-Freizügigkeit neue Chancen als gleichberechtigte Bürger zu bekommen.

Arafats letzte Unterhose

Dezember 3, 2013

Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat ist nach Ansicht französischer Experten nicht durch den radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden. Die von der französischen Justiz beauftragten Experten schlössen eine Vergiftung aus, verlautete am Dienstag aus mit den Ermittlungen in Nanterre bei Paris vertrauten Kreisen. Vielmehr weise vieles auf eine natürliche Todesursache hin.

Tatsächlich hatten auch die Schweizer – wie zuvor die Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 in Arafats Überresten gefunden. Polonium 210 hatte sich hingegen lediglich auf seiner Unterhose befunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertrauten unsere Qualitätsmedien lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

Rechtsruck als Vorbote des linken Endsiegs?

März 30, 2012

Straches FPÖ liegt in aktuellen Umfragen in Führung.

Österreichs marxistischer Paradejournalist will sich jedoch weiterhin lieber mit der “verkommenen und unkultivierten Mitte” auseinandersetzen:

Die Demokratie zu verteidigen, gilt es ebenso – wahrscheinlich jedoch weniger gegen einen Vormarsch der Rechten als gegen die Indolenz und Verkommenheit, gegen den haltlosen Opportunismus und die Unkultiviertheit der politischen Mitte.

http://www.profil.at/articles/1211/572/322325/georg-hoffmann-ostenhof-der-rechtsruck

Statt Vetreter der Mitte – wie den Sozialdemokraten Sarrazin, den Konservativen Sarkozy oder den Liberalen Wilders – ständig in die rechtsextreme Ecke zu stellen, sollte man lieber froh sein, dass in jenen Ländern im Gegensatz zu Österreich keine (in weiten Teilen) tatsächlich rechtsextreme Partei zu einem wesentlichen politischen Machtfaktor geworden ist.

Die “Gefahr von rechts” wird von den linken Meinungsmachern jedoch nur solange beschworen, solange man damit der politischen Mitte ein schlechtes Gewissen einreden kann.

Sobald tatsächlich ein gefährlicher Rechtsruck droht, redet man sich ein, dass darauf als Gegenreaktion bald der ersehnte Linksruck folgen werde.

Darauf hatten schon die Genossen der KPD fest vertraut:

Auf dem 12. Parteitag der KPD im Juni 1929 polemisierte Thälmann gegen die deutsche Sozialdemokratie „als den aktivsten Vorkämpfer des deutschen Imperialismus und seiner Kriegspolitik gegen die Sowjetunion“.

Dagegen bezeichnete die KPD-Führung den Nationalsozialismus noch wenige Monate vor dessen Machtübernahme öffentlich als lediglich sekundäre Randerscheinung in der Endphase der kapitalistischen Entwicklung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands

Immerhin hatten die deutschen Genossen nach 12 bitteren Jahren dann doch noch ihren Anteil abbekommen.

Die iranischen Genossen warten hingegen immer noch darauf, für ihre revolutionären Mühen entlohnt zu werden:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/02/17/georg-hoffmann-ostenhof-und-die-demokratische-volksrevolution/


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