Raskolnikow und Augstein

März 19, 2015

Rauch über Frankfurt. Vermummte setzen Streifenwagen und Barrikaden in Brand. Steine fliegen auf eine Polizeiwache. Die Europäische Zentralbank eröffnet ihr neues Gebäude. Blockupy demonstriert. Man sei auf Gewalt vorbereitet gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei, aber “mit derartigem Hass und Aggression konnte man nicht rechnen”

Tatsächlich nicht? Wussten die Behörden nicht, dass es einen großen Zorn gibt in Europa? Auf die Banken und ihren Kapitalismus, der sich selbst zu schützen vermag, aber nicht die Menschen.

Aber gibt es eine legitime politische Gewalt, die nicht vom Staate ausgeht?

(Augstein)

Raskolnikow rechtfertigte den Mord an seiner geizigen Pfandleiherin mit der Überlegenheit seiner Existenz.

Augstein ist zwar nicht darauf angewiesen, sich wie der mittellose Raskolnikow selbst die Hände selbst schmutzig zu machen.

Die Absolution, die Augstein den linken Gewalttätern erteilen will, fußt jedoch auf dem gleichen Überlegenheitsdünkel.

Dem einen stört der Kapitalismus, dem anderen die Islamisierung.

Beides gehört zu Deutschland, mit beidem muss man nicht einverstanden sein, und gegen beides sollte man daher auch demonstrieren dürfen.

Sowohl islamische Asylanten als auch Kapitalisten müssen jedoch vom Staat geschützt werden, wenn das Recht auf friedlichen Protest für Gewalt missbraucht wird.

Augstein will weder den Gegnern der Islamisierung ihr Recht auf Versammlungsfreiheit zugestehen, noch will er den Kapitalisten Schutz vor Gewalt zuteil werden lassen:

Damals blitzte die Wahrheit des Systems auf: Es war der Kapitalismus selbst, zu dessen Schutz sich die Polizei berufen sah. Nicht zum Schutz von Staat, Gesellschaft oder Demokratie. Die Bankenstadt war damals der richtige Ort für den Protest und ist es auch heute.

Auch wenn ein Mob ein Asylantenheim attackiert, muss die Polizei ihren Kopf hinhalten, selbst wenn sich die Gewalt nicht gegen “Staat, Gesellschaft oder Demokratie”, sondern wie bei Blockupy gegen ein anderes Feindbild richtet.

Unser System, das Augstein so verachtet, hat die kleinsten Asylanten genauso wie die größten Kapitalisten zu schützen.

Mohamed überwinden

März 18, 2015

Deutschlands wichtigste und leider wohl auch gefährdetste Stimme zum Islam:

Solange die liberalen Muslime aber die Göttlichkeit des Koran nicht infrage stellen und nur die Rosinen aus dem Kuchen holen, teilen sie den gleichen Boden mit den Radikalen und liefern ihnen sogar Argumente für ihren Kampf, denn sie verzichten gerne auf die Rosinen, solange ihnen der ganze Kuchen gehört.

Der Prophet war zunächst schwach und predigte Frieden, dann hatte er eine Armee, überfiel Handelskarawanen und und führte Eroberungskriege. Zwischendurch schloss er ein paar Friedensverträge, rüstete dabei für den nächsten Krieg auf. Er hatte Schwäche für schöne Frauen und gute Parfüms. Alles ganz menschlich und für die damalige Zeit völlig normal.

Was wäre denn der Mehrwert, wenn wir den Islam so lesen würden?

Das Ergebnis wird sein, dass wir erkennen werden, dass der Koran aus heutiger Sicht entweder schädlich oder bestenfalls nutzlos ist, denn seine gewaltverherrlichende Passagen relativieren sein Friedenspotential. Wir werden erkennen dass der Prophet für die heutige Zeit weder als moralisches noch als politisches Vorbild taugt. Heute werden die Inhalte des Koran nicht wegen ihres moralischen und philosophischen Gehaltes hochgeschätzt, sondern wegen der Vermutung, dass seine Worte direkt von Gott stammen.

Mohamed wird heute nicht wegen seines Tuns geachtet, sondern wegen der Vermutung dass er der Verkünder der Botschaft Gottes war.

Man kann den Koran deshalb weder reformieren noch Mohameds Werk durch eine Neuinterpretation beschönigen. Aber man kann Mohamed und seinen Koran überwinden!

(Hamed Abdel-Samad)

Was Israel aus Obamas Wahl lernen sollte

März 17, 2015

Von Augstein bis Todenhöfer hoffen sämtliche Israelhasser auf die Abwahl Netanjahus:

Netanyahu

Und auch die salonfähigeren “Israelkritiker” von BBC bis ZDF haben die gleichen Präferenzen.

Aus Obamas Wahl können die Israelis allerdings einiges lernen:

Nie wurde in Europa die Wahl eines amerikanischen Präsident begeisterter aufgenommen als bei Obama.

Trotzdem ist Amerika heute sogar noch unbeliebter als unter Bush.

Antiamerikaner bleiben Antiamerikaner, aber unter Obama verliert Amerika auch die Proamerikaner.

Für diejenigen, die angesichts der Probleme wie Islamisierung und Terror eine starke Leadership wollen, hat die USA mit Obama stark an Attraktivität eingebüßt.

War PI-NEWS in den Bush-Jahren noch “proamerikanisch”, wird heute Putinismus gepredigt.

Dass Putin auch andere alte PI-NEWS-Ideale wie “Grundgesetz” und “Menschenrechte” nicht im Programm hat, kommt den Kewilisten ohnehin sehr gelegen.

Putin hat zwar bei den Mainstream-Medien etwas von der Bösewicht-Rolle der USA abbekommen, gleichzeitig wird er jedoch als Mann der Tat ernst genommen.

Tatsächlich ist es heute so, dass man sich besser an Putin hält, wenn man wie Israel Probleme in der Nachbarschaft hat.

Friedlicher ist die Welt unter einem schwachen Obama und einem starken Putin keineswegs geworden.

Je schwächer Obama sich zeigt, desto mehr stachelt er Putin dazu an, alle “roten Linien” zu überschreiten.

Genauso würde ein schwacher israelischer Premier mit Sicherheit sämtliche Feinde dazu animieren, sich durch Schläge gegen Israel zu profilieren.

Deutschlands Asylzahlen unter Bush und Obama

März 11, 2015

Europa hatte sich einen amerikanischen Präsidenten wie Obama gewünscht, der “nicht den Sheriff spielen” sollte:

Sheriff Bush

Subjektiv befand sich die Welt in der Bush-Ära im Kriegs-Chaos.

Objektiv war es jedoch eine Ära der Stabilität, was man an den rückläufigen Flüchtlingsströmen messen konnte:

2001___________118.306

2002_________91.471

2003______67.848

2004_____50.152

2005____42.908

2006___30.100

2007___30.303

2008__28.018

Ab Obamas Amtsantritt verlief die Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung:

2009___33.033

2010____48.589

2011_____53.347

2012_______77.651

Und seit Putin laut Forbes-Liste endlich „mächtigster Mann der Welt“ wurde, schossen die Asylzahlen endgültig durch die Decke:

2013____________127.023

2014____________________202.834

Putins Stärke und Obamas Schwäche haben zu einem jahrelangen Bürgerkrieg in Syrien geführt, der mittlerweile auch auf den Irak übergeschwappt ist und zur Etablierung eines neuen Terrorstaates beigetragen hat.

Die endgültigen Sieger dieses Konflikts stehen noch nicht fest, die Verlierer allerdings schon.

Nämlich die Syrer und Iraker, die vor der Gewalt flüchten mussten, und wir Europäer, die für die Versorgung der Flüchtlinge aufkommen müssen.

Australien hat die Nase voll

März 9, 2015

Die Vereinten Nationen haben Australien ein Mal mehr für seine Flüchtlingspolitik scharf kritisiert, was Premierminister Tony Abbott zu einer verärgerten Replik brachte. “Die Australier haben wirklich die Nase voll von den Vorhaltungen der UNO. Wir haben die Boote gestoppt und damit das Sterben auf dem Meer beendet”, sagte der Regierungschef am Montag vor Journalisten. Dass Canberra die Routen für den Menschenschmuggel – insbesondere aus Indonesien – blockiert habe, sei “die humanitärste, ehrbarste und erbarmungsvollste Sache, die wir machen konnten”.

Da in Europa niemand der Böse sein will, wird das Sterben im Mittelmeer hingegen weitergehen.

Schafft man es nicht bald, die notwendigen Maßnahmen zu setzen, um die illegale Migration zu stoppen, werden es die wirklich Bösen sein, die uns “guten Europäern” diese Drecksarbeit abnehmen.

Wenn bei uns einmal die Le Pens und Straches das Sagen haben, werden wir neidisch auf die zivilisierten Verhältnisse in Australien blicken und uns wundern, warum rechtsextreme Politiker dort keine Chance haben.

Tschetschenisiertes Russland

März 8, 2015

Im Fall des ermordeten Kreml-Kritikers Boris Nemzow hat einer der Verdächtigen nach Justizangaben „ein Geständnis“ abgelegt. Der Tschetschene Saur D. habe seine Beteiligung an der Tat eingeräumt, sagte Natalja Muschnikowa, Vorsitzende Richterin, am Sonntag in Moskau nach Angaben der Nachrichtenagentur TASS.

Saur D. und Ansor G. besitzen den Angaben zufolge eine Wohnung in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Beide sollen einen Hintergrund in den Sicherheitskräften haben. So soll Saur D. rund zehn Jahre im Bataillon „Sewer“, einer Spezialeinheit des tschetschenischen Innenministeriums, gearbeitet und einen Führungsposten innegehabt haben. Ansor G. arbeitete Berichten zufolge für eine private Sicherheitsfirma in Moskau.

(ORF)

Im Moment ermorden Putins Tschetschenen noch die (für Putin) “Richtigen“.

So beunruhigte es Putin auch nicht, dass sein tschetschnischer Bluthund eine Million Tschetschenen aufmarschieren ließ, um sie gegen Charlie Hebdo demonstrieren zu lassen:

Den Islamischen Staat, bei dem tschetschenische Dschihadisten maßgeblich involviert sind, betrachtet Putin als nützlichen Idioten im Kampf gegen den Westen.

Putin scheint sich sehr sicher zu fühlen, weil die Tschetschenen bei einer Wahlbeteiligung von über 99% zu über 99% für Putin gestimmt haben.

Sollte sein tschetschenischer Bluthund allerdings irgendwann nicht mehr genug Futter bzw. Petro-Dollars bekommen, wird er wohl kaum zögern, sein eigenes Herrchen zu beißen.

Putin hatte gegen Tschetschenien einen brutalen Eroberungskrieg geführt.

Zu glauben, dass so ein Volk zu 99% hinter ihm stünde, erinnert an Gaddafi, der auch an die Loyalität seines von ihm selbst unterdrückten Volkes geglaubt hatte.

Idiot oder Agent?

März 8, 2015

„Zerschlagt die NATO!“ Zum 75. Geburtstag von Rudi Dutschke

Rudi Dutsche hätte heute, am 07. März, seinen 75. Geburtstag begangen. COMPACT ehrt Dutschke mit einem Porträt, das ihn als Kämpfer für die nationale und soziale Befreiung des Volkes zeigt. Als linken Patrioten, der zum Hauptfeind der US-Besatzer wurde.

(COMPACT)

Im Gegensatz zu den Morden an heutigen russischen Oppositionellen führte der Anschlag auf Dutschke gleich einmal zu einem Pogrom gegen die Springer Medien, was voll den Wünschen der DDR entsprach.

Wäre Dutschke bei dem Anschlag gestorben, wäre er wohl endgültig zum Jesus der deutschen Revoluzzer geworden.

So behielt jedoch Benno Ohnesorg seine Rolle als oberster Märtyrer. Mittlerweile weiß man, für wen Ohnesorgs Mörder wirklich arbeitete.

Der DDR-Flüchtling Dutschke wollte ausgerechnet im vom Ostblock umzingelten West-Berlin eine freie Räte-Republik gründen.

Wie lange die dann tatsächlich frei geblieben wäre, kann man sich leicht ausrechnen, wenn man auf die Ereignisse des Prager Frühlings von 1968 blickt.

Dutschke war also entweder ein Vollidiot oder ein Agent.

Vermutlich war er zwar für seine Aufgabe von der Stasi geschult und geführt worden – ich glaube aber auch, dass man ihm eine gewisse Freiheit und damit die Illusion der Unabhängigkeit ließ – als reiner Agent hätte er sich nie so ins Zeug gelegt, und der Cheguevarismus-Zauber hätte nicht funktioniert.

Dutschke Stasi

Verschiedene Schleier, gleiche Ideologie

März 7, 2015

Burka Barbie

Die Burka ist nur die Spitze des islamistischen Eisbergs.

Die Verschleierung variiert zwar von Islamisten-Gruppe zu Islamisten-Gruppe.

Die Ideologie ist jedoch die gleiche.

Islam bedeutet stets Unterwerfung.

Muslimbrüder, Salafisten, Mullahs, Scheichs, Emire und Kalifen versuchen einander mit ihrer Form von Islam zu unterwerfen.

Muslime werden heute in erster Linie von anderen Muslimen im Namen des Islam terrorisiert.

Trotzdem zögern sie nicht, sich mit ihren Rivalen zu solidarisieren, wenn es darum geht, sich als Opfer der westlichen “Islamophobie” darzustellen.

Die Dynamik von Verschwörungstheorien

März 4, 2015

Die Boston-Attentäter sind ein gutes Beispiel für die Dynamik von Verschwörungstheorien.

Die Brüder waren Anhänger von 9/11-Verschwörungstheorien und glaubten, dass man 9/11 den armen Muslimen in die Schuhe geschoben hätte:

Tamerlans Mutter habe über Verschwörungstheorien gesprochen, “sie sagte mir, dass die US-Regierung die Anschläge von 9/11 ausgeführt habe, damit Amerika die Muslime hasse”. Ihr Sohn wisse alles darüber, die Kundin könne es selbst im Internet nachlesen.

(Spiegel)

Das hielt sie freilich nicht davon ab, einen Anschlag zu verüben, von dem viele Muslime nun ebenfalls glauben, dass er armen Muslimen in die Schuhe geschoben worden sei:

(Demonstration für die Boston-Attentäter in Wien)

Sisi statt ISIS

März 2, 2015

Tobruk – Das international anerkannte Parlament Libyens hat den pensionierten General Khalifa Haftar zum neuen Armeechef ernannt. Der General pflegt enge Beziehungen zu Ägypten und geht seit Monaten gegen militante Islamisten in dem nordafrikanischen Land vor.

General Haftar macht, was notwendig ist:

Bevor eine Demokratie funktionieren kann, muss Libyen erst die im Bürgerkrieg eingesickerten islamistischen Terroristen kaltstellen.

Wie Sisi sollte er sich den Segen für die Säuberungen besser gleich bei Putin holen.

Obama würde ihm bestimmt sämtliche wirkungsvollen Maßnahmen gegen die islamistischen Extremisten verbieten und ihn im Falle des Falles dann trotzdem erst recht fallenlassen.

Während der weltfremde Obama sich an seinem Feindbild Netanyahu abarbeitet, erkennt Sisi, wer im Nahen Osten das Problem ist:

In a big move, that nevertheless should not surprise those paying attention, Egypt has ruled Hamas to be a terrorist organization. The BBC:

“It has been proven without any doubt that the movement has committed acts of sabotage, assassinations and the killing of innocent civilians and members of the armed forces and police in Egypt,” Judge Mohamed el-Sayed said, according to state news agency Mena.

Besides Hamas, which is now entirely cut off and surrounded by enemies, the biggest losers from this verdict are Turkey and the Obama Administration.

(Achse des Guten)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 69 Followern an