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Miersch verlässt die Achse der Vernunft

Januar 21, 2015

Es gibt viele Belege dafür, dass ein Großteil der Anhänger von AfD, Pegida und verwandten Organisationen ausländerfeindlich und antisemitisch sind, und anti-westliche Verschwörungsgerüchte verbreiten.

Im ersten Satz beklagt sich Miersch über von Pegida-Anhängern verbreitete Verschwörungsgerüchte, um im nächsten Satz gleich selbst zwei typisch verschwörungstheoretische Halbwahrheiten abzusondern:

Die Annahme, dass der Feind meines Feindes, mein Freund sei, ist einer der dümmsten politischen Trugschlüsse. Mit diesem Ungeist hat Israel einst die Hamas gefördert und Amerika die Taliban.

(Michael Miersch)

In den 70er-Jahren war die PFLP nun einmal die Terrororganisation Nummer 1 und die Sowjetunion war in Afghanistan einmarschiert, um dort eine kommunistische Diktatur zu stützen.

Hätte man die PFLP und die Sowjets einfach gewähren lassen sollen, weil man vorausahnen hätte müssen, dass in Zukunft einmal die Taliban und die Hamas in deren Machtlücke stoßen würden?

Nach derselben Logik wäre der Westen auch an der Ostblock-Diktatur schuld, weil man Hitler gemeinsam mit Stalin bekämpft hatte.

Die Politik des Westens gegenüber seinen alten Feinden mag zwar ein Faktor für das Erstarken des politischen Islam gewesen sein.

Ähnliches könnte man man jedoch auch hinsichtlich des Versailler Friedensvertrages für den Aufstieg der Nazis konstatieren.

Für die Verbrechen der Nazis waren jedoch trotzdem die Nazis selbst verantwortlich, sowie für den Terror der Islamisten ebenfalls die Islamisten verantwortlich sind.

Gerade die von Miersch genannten Beispiele zeigen, dass es wichtig ist, sich selbst den Problemen zu stellen, statt sich die Drecksarbeit von anderen abnehmen zu lassen.

Idioten wird es immer geben und selbstverständlich rennen gerade bei Pegida massenweise Idioten mit. Die Gefahr ist daher groß, dass die berechtigte Opposition gegen die Islamisierung in eine falsche Richtung laufen könnte.

Auch Hitler war ursprünglich angetreten, um das Abendland vor dem nach seiner Ansicht „jüdischen Bolschewismus“ zu retten, was zwar dazu geführt hatte, dass 6 Millionen Juden vernichtet wurden, aber halb Europa am Ende erst recht kommunistisch war.

Wenn man will, dass es in eine richtige Richtung geht, sollte man gerade die vernünftige Achse des Gute stärken, auch wenn man dabei Zulauf von so manchem Idioten erhält.

Sich nobel herauszuhalten, um zuzusehen, wie ein Kewil oder Jürgen Elsässer daraus ihr Ding zu machen, hilft der Sache der Vernunft am wenigsten.