Posts Tagged ‘Arafat’

Arafats letzte Unterhose

Dezember 3, 2013

Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat ist nach Ansicht französischer Experten nicht durch den radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden. Die von der französischen Justiz beauftragten Experten schlössen eine Vergiftung aus, verlautete am Dienstag aus mit den Ermittlungen in Nanterre bei Paris vertrauten Kreisen. Vielmehr weise vieles auf eine natürliche Todesursache hin.

Tatsächlich hatten auch die Schweizer – wie zuvor die Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 in Arafats Überresten gefunden. Polonium 210 hatte sich hingegen lediglich auf seiner Unterhose befunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertrauten unsere Qualitätsmedien lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

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Arafats Unterhose nicht von Arafat kontaminiert

Oktober 15, 2013

Jassir Arafat wurde nicht mit Polonium 210 vergiftet. Das fanden russische Fachleute heraus, die die Leiche des 2004 gestorbenen Palästinenserführers untersucht hatten. Ein Artikel in einem Fachmagazin sorgt zwischenzeitlich für Verwirrung.

„Er kann nicht mit Polonium vergiftet worden sein“, sagte Wladimir Ujba, der Chef der staatlichen biologisch-medizinischen Agentur, am Dienstag in Moskau.

Bei dem Fachmagazin, das die Verwirrung gestiftet hatte, handelte es sich um den britischen Lancet, der auch schon beim Irak durch das Kolportieren von Fantasie-Opferzahlen („Eine Million Todesopfer“) für Desinformation gesorgt hatte.

Dabei hatte die Veröffentlichung des Lancet diesmal nicht einmal neue Behauptungen enthalten, sondern lediglich an Hand des Poloniums, das auf Arafats Unterhose gefunden worden war, über die Menge an Polonium spekuliert, die für die Ermordung benützt worden sein müsste:

Das Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ sorgte mit einem am Samstag veröffentlichten Artikel für Aufsehen. Demnach hätten Schweizer Wissenschaftler anhand der 2012 an Arafats persönlichen Gegenständen gefundenen Polonium-Mengen berechnet, dass der Palästinenserführer acht Jahre zuvor mehrere tödlich wirkende Mengen von Polonium erhalten haben könnte. Dies seien allerdings nur wissenschaftliche Schlussfolgerungen ohne konkrete Beweise einer Vergiftung.

Nun haben sich die Spekulationen wohl erledigt, da das Polonium in der Unterhose nicht von Arafats Ausscheidungen stammen konnte.

Überraschend ist für mich, dass diese Erkenntnis von einem russischen Wissenschaftler veröffentlicht werden durfte.

Da scheint Putin nicht ordentlich aufgepasst zu haben.

Russische Wissenschaftler sind offenbar noch nicht so gut kontrolliert und dressiert wie die Medien.

Die Erkenntnisse des russischen Wissenschaftlers wurden von den russischen Medien zunächst vollständig ignoriert, während man die Lancet-Studie zu einem „neuen Beweis“ für die Polonium-Vergiftung uminterpretierte und zur Inspiration für unzählige Berichte heranzog:

http://de.ria.ru/politics/20131013/267065036.html
http://de.ria.ru/zeitungen/20131014/267072921.html
http://de.ria.ru/politics/20131014/267074621.html
http://de.ria.ru/politics/20131015/267080550.html

Nachdem das Polonium in Arafats Unterhose nicht von Arafat abgesondert worden sein konnte, kann man nun darüber spekulieren, von wem es sonst stammen könnte:

Hergestellt wird Polonium 210 fast ausschließlich innerhalb Russlands…

…und außerhalb von wissenschaftlichen Zwecken wurde Polonium 210 bislang nur vom russischen Geheimdienst eingesetzt.

Litwinenkos Tee und Arafats Unterhose

November 27, 2012

Putins Agenten vergifteten den Tee eines russischen Dissidenten mit Polonium 210.

Polonium 210 wird fast ausschließlich in Russland hergestellt.

Die Konzentration des Poloniums auf Arafats Unterhose war so hoch, dass es wohl ebenfalls nur aus frischer russischer Erzeugung stammen konnte.

Genauso wie der Mord an Litwinenko nicht ohne Putins Befehl ausgeführt worden wäre, hätten auch die Anti-Israel-Aktivisten nie ohne Putins Einverständnis das Polonium für Arafats Unterhose erhalten.

Mit derselben Skrupellosigket, mit der Putin einen Dissidenten ermorden ließ, liefert er einer blöden Welt, die sich über die Liquidierung eines Osama Bin Laden empörte, jedoch nichts dabei fand, dass Putin einen Mann umbringen ließ, der nicht das Geringste mit Terrorismus zu tun hatte, die gefälschten Beweismittel, die sie sich wünscht.

Putin wird von der antiimperialistischen Welt als Held verehrt, auch wenn seine Herrschaft bis auf den imperialen Machtanspruch nichts mehr mit Kommunismus zu tun hat.

Viel eher besteht eine Kontinuität zur zaristischen Geheimpolizei Ochrana, die auch schon für die Verbreitung der „Protokolle der Weisen von Zion“ verantwortlich war.

Gudrun Harrers Binsenweisheiten

Januar 7, 2009

Israel und die islamistischen Geister

Eine alte Kontroverse lebt in den Diskussionen über den Gaza-Krieg wieder auf: die Rolle Israels bei der Gründung der Hamas – In Wahrheit ein Streit um des Kaisers Bart

Wenn israelische Offizielle die Behauptung zurückweisen, Israel hätte bei der Gründung der Hamas die Finger im Spiel gehabt, dann sagen sie die Wahrheit. Ebenso lügen diejenigen nicht, die behaupten, Israel sei mitbeteiligt gewesen an deren Aufstieg. Es ist, wie so oft in der Nahost-Geschichte, ein Streit um des Kaisers Bart.

Als Scheich Ahmed Yassin 1987 die Harakat al-Muqawama al-Islamiya (Islamische Widerstandsbewegung, das Akronym Hamas bedeutet auch „Eifer“ ) gründete, ideologisch ein Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft, da war die Sache den Israelis tatsächlich nicht mehr geheuer. In einem Flugblatt, auf dem der Name Hamas zum ersten Mal auftauchte, wurde Israel der Unterwanderung der palästinensischen Jugend beschuldigt – und da war schon was dran.

Dass Israel dem Aufkommen von islamistischen Aktivitäten in den Palästinensergebieten in den 1970er-Jahren freundlich gegenüberstand, ist eine Binsenweisheit: Ihre Stärkung sollte auf Kosten der PLO von Yassir Arafat gehen. Ein Streitfall ist das Ausmaß der Unterstützung, aber man muss wohl Analysten vom Stand eines Anthony Cordesman vom CSIS (Center for Strategic and International Studies) in Washington vertrauen, der von „direkter“ israelischer Hilfe, inklusive Geld, für Yassins Islamisten spricht.

Für die israelische Militärverwaltung war die Förderung der Islamisten, die durch ihre Sozialarbeit großen Zulauf hatten, leicht zu bewerkstelligen – und ihnen wurde auch erlaubt, Unterstützung von außen anzunehmen: eine Einladung an Saudi-Arabien und andere islamistische Organisationen, die mit dem linken säkularen Nationalismus eines Arafat nichts am Hut hatten.

Außer „Divide et impera“ hatte Israel jedoch noch einen Vorteil vom freundschaftlichen Umgang: Zugang zu Informationen durch Infiltration durch Kollaborateure. Dem schob Yassin 1987 durch die Neuorganisierung einen Riegel vor. Und in den 1990ern begannen die Angriffe auf Israel.
Bei alldem: Die Behauptung, dass Israel die islamistische Bewegung „geschaffen“ hätte, bleibt Unsinn. So etwas wäre nach der arabischen Niederlage 1967 nicht notwendig gewesen, die Islamisierung brach buchstäblich über Nacht aus – übrigens mit einem gleichzeitigen Aufstieg der Nationalreligiösen auf israelischer Seite.
1979 war dann die Islamische Revolution im Iran eine große Inspiration für alle islamistischen Bewegungen, obwohl keiner der Sunniten den Schiiten Khomeini als „islamischen Führer“ akzeptiert hätte (gerade jetzt probieren es die Iraner wieder, zum Ärger vieler Sunniten).

Die Hamas wäre gar nicht mehr auf israelische Hilfe – abgesehen vom Umdenken dort – angewiesen gewesen. Ein im Irak 2003 sichergestellter Geheimdienstreport von 1998 berichtet, dass die Hamas von Teheran zu der Zeit 15 Millionen Dollar pro Monat und praktische Hilfe bekam. Nun waren, wie wir wissen, die Iraker damals auch nicht mehr die professionellsten Spooks, aber im Prinzip wird es schon gestimmt haben. Dazu kam weiter Unterstützung diverser Araber. (Gudrun Harrer/DER STANDARD Printausgabe, 7. Jänner 2009)

Nach Gudrun Harrers Ansicht ist es eine „Binsenweisheit“, dass Israel dem Aufkommen islamistischer Aktivitäten unter den Palästinensern freundlich gegenüberstand.

Laut Wictionary eine „allgemein bekannte Tatsache“ also!

Dank der Verwendung dieser Prämisse kann sie sich anschließend als Verteidigerin Israels darstellen, und relativiert ihre Unterstellungen ein wenig. (nämlich nicht gegründet, sondern nur gefördert habe Israel die Hamas – und außerdem hätten das auch andere Länder, im 5. Absatz kommt sogar der Iran vor)

Der Unterschied zu den Aussagen gewisser Personen, die nicht müde werden, zu behaupten, dass eigentlich die Juden selbst an Hitlers Aufstieg schuld gewesen seien, ist wahrlich nicht mehr groß.

Zum „linken säkularen Nationalismus“ eines Arafats kann ich ihr nur empfehlen, sich doch ein wenig mit dessen Mentor zu beschäftigen.

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