Posts Tagged ‘Augstein’

Mit der russischen Lüge leben

Februar 13, 2015

Die Lüge ist in Russland zu einem traditionellen Wert geworden, ohne den der Staat nicht existieren kann. Das Fernsehen konstruierte im vergangenen Jahr eine parallele Welt, in der in der Ukraine Faschisten an die Macht gekommen sind, ein russisches Kind von der ukrainischen Armee gekreuzigt und die Malaysia-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH17 von einem ukrainischen Flieger abgeschossen wurde.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion sucht Russland nach der eigenen Identität und setzt sie eklektisch aus Elementen zusammen, die einander eigentlich widersprechen. Damit die Zukunft wie eine Reinkarnation der mythischen glorreichen Vergangenheit wirkt.

Die verfälschte Sowjetunion und das verfälschte Zarenrussland existieren nebeneinander in diesem absurden postmodernen Stück. Doch die Folgen dieser Identitätssuche sind real und schrecklich. Denn Waffen existieren nicht nur in Propagandavideos. Aus ihnen schießt man nicht nur in den immer populärer werdenden “militärisch-patriotischen Klubs” scharf. Sie töten wirklich. Der Anführer der Separatisten in der Ostukraine, Igor Strelkow, hatte ein Hobby – er rekonstruierte gerne historische Schlachten. Nun begann seine Einheit einen realen Krieg.

(Die Welt)

Putins widersprüchliche Lügen kommen jedoch nicht nur in Russland bei Rechtsaußen und Linksaußen gut an.

Die Begeisterung von Rechtsaußen ist einerseits nachvollziehbar, da Putin alle Eigenschaften eines rechten Führers aufweist.

Andererseits ist es angesichts der deutschen Geschichte trotzdem bizarr, dass ausgerechnet deutsche Rechte sich einen Putin als neues Idol erwählt haben: Erst wollte man sich von Hitler vor dem Kommunismus beschützen lassen. Nun wirft man sich einem KGB-Agenten, der den Zerfall des Ostblocks als “größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts” bezeichnet hatte, an den Hals.

Die EU mag ihre Schwächen haben. Die ökonomischen Probleme Europas lassen sich jedoch nicht durch Putinismus lösen.

Ebenso gut könnte man die Errichtung eines Öl-Emirates fordern. Das ökonomische Erfolgsgeheimnis ist nämlich das gleiche.

Dass Linksaußen immer noch viel Verständnis für Putin hat, obwohl sich die EU in die gewünschte sozialistische Richtung entwickelt, während Putin sich mit Europas Rechtsaußen verbrüdert, hat sentimentale Gründe.

Für das Weiterführen des Kalten Krieges, den man beim Zusammenbruch des Ostblocks schon verloren geglaubt hatte, ist man Putin dankbar, auch wenn man darüber Besorgnis heuchelt:

Selten hat Angela Merkel sich so verschätzt wie in dieser Krise. Weder Russen noch Amerikaner sind bereit, von der Ukraine zu lassen – und auch die mächtigste Frau Europas kann daran nichts ändern. Was ist aus der Ukraine geworden? Eine Beute der Großmächte. Amerikaner und Russen zerren an dem Land an der Grenze zwischen Ost und West. Sie zerren, bis das Land darüber zerreißt.

(Augstein)

Trotz des linken Obamas und des rechten Putins bleibt die USA eindeutig der Hauptfeind:

Da haben die Deutschen die Rechnung ohne die USA gemacht. Amerika hatte nie vor, die Ukraine in der Blockfreiheit zu belassen.

Die EU als Chance für Tsipras und Augstein

Januar 29, 2015

Angela Merkel – und hier kann man mal einen historischen Prozess an einer einzelnen Figur festmachen – hat Griechenland in eine Rezession gestürzt, die schlimmer ist als die berüchtigte Große Depression der USA. Manche Griechen vergleichen Merkel jetzt sogar mit Hitler.

Im Zweiten Weltkrieg wollten die Deutschen Europa erobern. Das ging schief. Man hat ihnen nach der Niederlage dennoch die Hälfte ihrer Schulden erlassen und beim Wiederaufbau geholfen. Die Griechen, denen man von Korruption bis Schlamperei alles Mögliche vorwerfen kann, sind nicht einmal in die Nähe solcher Schuld geraten. Dennoch wurde ihnen ein Sozialvernichtungsprogramm zugemutet, das keine demokratische Gesellschaft aushalten kann.

(Augstein)

Merkel hat höchstens den Fehler gemacht, Griechenland vor der Pleite zu bewahren, um den heiligen Euro zu retten.

Augstein war übrigens ein absoluter Befürworter dieser Politik.

Dass linksradikale Utopisten wie Augstein heute “überzeugte Europäer” sind, zeigt wie falsch die Richtung ist, in die sich die EU entwickelt hat.

Lange Zeit diente die EU dem wirtschaftlichen Vorteil der europäischen Demokratien.

Heute führt die Politik der undemokratischen EU dazu, dass die Europäer ihren Glauben an die Demokratie verlieren und auf Scharlatane wie Tsipras hereinfallen.

Vielleicht schafft es die EU, auch Deutschlands Wohlstand so zu ruinieren, dass die Massen verzweifelt genug sind, sogar einem Augstein zu folgen.

Im Moment verurteilt Augstein deutsche Rechte (alle, die nicht so linksradikal wie er sind) ohne Gnade.

Sobald sie wie in Griechenland als Koalitionspartner in Frage kommen, hat er selbst mit den bösesten “Rechtspopulisten” kein Problem:

Die Aufregung darüber, dass sich in der neuen griechischen Regierung nun ein Populist von Links mit einem Populisten von Rechts zusammentut, hat darum etwas Wohlfeiles. Was haben wir denn von den griechischen Wählern erwartet?

Augstein ist zwar heute der größte Pegida-Gegner aller Zeiten, trotzdem gibt es bereits jetzt eine klare Schnittmenge:

Mutti Multikulti

Wenn es um den Hass auf Angela Merkel geht, steht ein Jakob Augstein einem Jürgen Elsässer um nichts nach:

Merkel Elsässer

Augsteins Islam-Missverständnis

Januar 16, 2015

Augstein beklagt sich darüber, dass seine “schlichte Wahrheit” über den Islam immer weniger geglaubt wird:

Die schlichte Wahrheit – dass es sich beim radikalen Islamismus um eine Perversion, nicht das Wesen dieser Großreligion handelt, wird zwar andauernd wiederholt, aber immer weniger geglaubt. Der eigentlich wahre und bedenkenswerte Satz: “Das hat nichts mit dem Islam zu tun” wird zum Hohn gebraucht. Am Ende bleibt nur Zynismus. In den Kälteecken der schmuddeligen neu-rechten Netzseiten herrscht er schon lange vor. Jetzt erfasst er auch große Medien.

(Augstein – “Das Islam-Missverständnis“)

Augstein hatte versucht, den Islamismus zu einem rein “arabischen Problem” zu deklarieren, nun erklärt er ihn gerade zum “französischen Problem“:

Die Attacke von Paris war die Niederlage des französischen Staates, nicht der Sieg des Islamismus. Fleury-Mérogis ist das größte Gefängnis Europas, dort hatten sich die Attentäter Chérif Kouachi und Amedy Coulibaly kennengelernt. Gebaut für 2800 Insassen, hausen dort heute etwa 4000 Häftlinge. Und es gibt für sie einen einzigen muslimischen Seelsorger.

Doch selbst den “großen Medien” wird langsam klar, dass es sich beim Islamismus eben doch um ein islamisches Problem handelt.

Von Nigeria bis zu den Philippinen werden Menschen im Namen des Islam terrorisiert.

Zu glauben, dass es sich dabei nur um lauter Missverständnisse handele, ist wohl das größte Missverständnis.

Augsteins Bastard

Januar 8, 2015

Zwölf Menschen sind tot. Das Leben ihrer Familien vernichtet. Die Attentäter sind auf der Flucht. Sie werden dabei umkommen oder den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Milde wird es nicht geben. Frankreich empfindet den Anschlag in der Pariser Rue Nicolas Appert als Angriff auf die ganze Nation. Was wird aus so viel Leid?

Wenn wir erlauben, dass das Grauen von uns Besitz ergreift, dann ist das der wahre Triumph des Terrorismus. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 waren die USA dieser Herausforderung nicht gewachsen. Sie waren zu schwach. Im Kampf mit Osama Bin Laden haben die USA die schwerste Niederlage ihrer Geschichte erlitten: Sie haben gegen sich selbst verloren.

(Spiegel)

In den USA wurde nur wenige Jahre nach 9/11 ein Halbafrikaner mit arabischem Namen zum Präsidenten gewählt.

So viel zur angeblichen Niederlage der eigenen Werte.

Obwohl es bei 9/11 ein Vielfaches an Opfern zu beklagen gab, hielt sich das Verständnis für den “nationalen Schmerz” der Amerikaner bei Augstein & Co. sehr in Grenzen.

Für die Verantwortlichen von Paris dürfe es laut Augstein “keine Milde” geben, bei 9/11 hätten die Auftraggeber des Anschlags, wenn es nach Augsteins Willen gegangen wäre, ruhig ungestraft davonkommen dürfen.

Klar hat die USA nach 9/11 auch Fehler gemacht.

Statt den mühsamen Weg der versuchten Demokratisierung des Nahen Ostens zu gehen, hätte man einfach Saddam wieder zum “eigenen Bastard” machen können, der sicher wieder gern die Drecksarbeit für die USA erledigt hätte.

Leuten wie Augstein würde man einen Bastard wie Saddam zwar glatt wünschen.

Doch wenn es in Deutschland wieder einen Bastard wie Saddam oder Hitler geben würde, wäre Augstein wohl entweder auf seiner Seite oder in den USA.

Fällt die Islamisierung wirklich aus?

Dezember 25, 2014

Der Sachverhalt lässt sich ja schnell klären. Wie hoch ist der Anteil von Muslimen in Deutschland heute? Fünf Prozent. Wie hoch wird er nach seriösen Schätzungen im Jahr 2050 liegen? Bei sieben Prozent. Die “Islamisierung” fällt also aus. Hat sich Pegida damit erledigt? Nein. Denn darum geht es in Wahrheit gar nicht.

(Augstein)

Noch stellen die Muslime in Deutschland zwar eine klare Minderheit dar.

Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass die Alten fast ausschließlich Nicht-Muslime sind.

Nimmt man nur die Jungen, die sich noch reproduzieren und durch Heirat weitere Muslime ins Land holen können, schaut es schon anders aus.

Dass die Zuwanderung über die Asylschiene auch weiterhin zu über 90 % von Muslimen in Anspruch genommen werden wird, wurde bei Augsteins Prognose wohl ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die islamischen Zuwanderer kommen zwar aus verschiedenen Ländern, was normalerweise eine Assimilierung begünstigen sollte.

Der Islamismus ist jedoch ein starker gemeinsamem Nenner, um den sich Muslime in der neuen Heimat oft scharen, selbst wenn sie sich in der alten Heimat noch gegenseitig bekämpft hatten.

Es ist leider kaum anzunehmen, dass die Muslime, wenn sie in Deutschland die Mehrheit hätten, sich anders benehmen würden als in allen anderen Ländern, in denen sie bereits die Mehrheit haben.

Vor 30 Jahren hätte sich auch niemand vorstellen können, dass die Türkei eine Re-Islamisierung erleben würde…

…und es ist trotzdem geschehen.

Augsteins Intoleranz

Dezember 19, 2014

Märsche der Anti-Islamisten: Null Toleranz für Pegida

In Dresden waren es schon 15.000!

In ganz Deutschland wächst der Protest. Medien und Politik reagieren: Sie wollen “verstehen” und “erklären”. Das ist ein Fehler. Erstens ist Rassismus kein Problem der Erkenntnis, sondern eines der Moral.

Thierse und Gabriel sind aufrechte Demokraten. Aber sie irren. Die Politik sollte den Teufel tun und die Debatte mit Idioten und Rassisten suchen. Denn ein Idiot oder ein Rassist ist jeder, der an einer Demonstration gegen die “Islamisierung des Abendlandes” teilnimmt.

(Augstein)

Von den 15.000 Demonstranten haben wahrscheinlich um die 20 % extremistisches Gedankengut, von denen wiederum vielleicht 2 % akut gewaltbereit sein könnten.

Der Prozentsatz bei Pegida dürfte also in etwa jenem der gewaltbereiten Extremisten unter der muslimischen Bevölkerung Deutschlands entsprechen.

Würde jemand Null Toleranz gegen alle Muslime einfordern, weil ein kleiner Teil extremistisch und ein noch kleinerer Teil gewaltbereit ist, würde man ihn wohl zu Recht als Rassisten brandmarken.

In einem klassischen Zirkelschluss verweist Augstein auf einen (bereits auf der Achse des Guten zerlegten) “Fakten-Check” des Spiegels zum angeblich nicht stattfindenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung in Deutschland:

Der Sachverhalt lässt sich ja schnell klären. Wie hoch ist der Anteil von Muslimen in Deutschland heute? Fünf Prozent. Wie hoch wird er nach seriösen Schätzungen im Jahr 2050 liegen? Bei sieben Prozent. Die “Islamisierung” fällt also aus. Hat sich Pegida damit erledigt? Nein. Denn darum geht es in Wahrheit gar nicht.

Wo es gar keine Muslime gibt, braucht man sich natürlich auch nicht vor Islamismus zu sorgen.

Als es jedoch darum ging, die “Krise des weißen Mannes” zu feiern, hatte Augstein noch andere Ansichten zur demografischen Zukunft Deutschlands.

Den Muslimen die Schuld am Anti-Islamismus in die Schuhe zu schieben, ist ebenso perfide, wie die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen. Die verfehlte Siedlungspolitik Israels hat mit dem Antisemitismus ebenso wenig zu tun wie die Verbrechen des “Islamischen Staates” mit dem Anti-Islamismus.

Juden für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich zu machen, ist tatsächlich genau Augsteins Spezialität.

Anti-Islamismus lässt sich jedoch nicht mit Antisemitismus vergleichen, zumal Semitismus keine Ideologie und Islamismus keine Rasse ist.

Verantwortungslosigkeit im Ausland

November 28, 2014

Seit Januar haben mehr als 130.000 Menschen in Deutschland Schutz gesucht. Es sind so viele, wie seit Langem nicht. Das ist die Flüchtlingswelle, von der immer die Rede war. Wir haben sie kommen sehen. Aber wir haben uns nicht darauf vorbereitet. Jetzt ist sie da. Und wie reagiert Deutschland? Abscheulich.

Verantwortung. Das ist auch das Wort, das der Bundespräsident, die Verteidigungsministerin, der Außenminister schon das ganze Jahr über gebraucht haben. Deutschland solle mehr Verantwortung im Ausland übernehmen. Dabei haben wir im Inland genug zu tun. All die Menschen, die bei uns Schutz suchen, wo sollen sie hin? Wer kümmert sich um sie? Es gibt in den Gemeinden nicht genug Unterkünfte, es gibt in den Behörden nicht genug Mitarbeiter.

(Augstein)

Europa hatte sich einen amerikanischen Präsidenten wie Obama gewünscht, der nicht den “Sheriff spielen” sollte.

Was passiert, wenn niemand im Ausland Verantwortung übernehmen will, zeigt sich besonders anschaulich an den Asylzahlen.

Subjektiv befand sich die Welt in der Bush-Ära im Kriegs-Chaos.

Objektiv war es jedoch eine Ära der Stabilität, was man nicht zuletzt an den rückläufigen Flüchtlingsströmen nach Europa messen konnte:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76095/umfrage/asylantraege-insgesamt-in-deutschland-seit-1995/

Am Ende der Bush-Ära gab es in Deutschland lediglich 25.000 Asylanträge.

Gerade der Mangel an echten Flüchtlingen hat jedoch dazu geführt, dass man es sich leisten konnte, auch bei allen anderen ein Auge zuzudrücken.

Wer wollte schon der Böse sein, als die Asylzahlen ohnehin niedrig waren?

Diese Nachlässigkeit rächt sich nun leider fürchterlich und führt dazu, dass sich die echten Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs hinten anstellen müssen.

Dabei handelt es sich um einen dramatischen Wettlauf mit der Zeit.

Schafft man es nicht, wie die “bösen Australier” die notwendigen Maßnahmen gegen die illegale Zuwanderung zu setzen, werden es die wirklich Bösen sein, die den “guten Europäern” diese Drecksarbeit abnehmen.

Wenn bei uns einmal die Le Pens, Orbans und Straches das Sagen haben, werden wir neidisch auf die zivilisierten Verhältnisse in Australien blicken und uns wundern, warum Extremisten dort keine Chance haben und es dort immer noch ein Recht auf Asyl gibt.

Der schöne Prinz und sein hässliches Volk

November 28, 2014

Als freundliches, weltoffenes Volk wollen sich die Deutschen am liebsten sehen. Doch kaum steigt die Zahl der Flüchtlinge, zeigt der hässliche Deutsche wieder seine ausländerfeindliche Fratze.

Es geht um Menschen in Not, denen wir in diesem reichen, glücklichen Land helfen können. Es geht darum, ob wir anständig sind – oder nicht.

(Augstein)

Der schöne linke Prinz beschimpft wieder einmal sein hässliches rechtes Volk, weil es seinen schönen Traum von einer islamisch-feministischen Zukunft Deutschlands nicht teilt.

Lediglich beim Thema Außenpolitik kommt zwischen Prinz Augstein und seinem Spiegel-Volk so etwas wie Nähe auf.

Wenn Augstein Putin versteht, gegen die USA wettert und Israel kritisiert, klopft ihm das Spiegel-Forum anerkennend auf die Schulter, und selbst der besonders hässliche Kewil findet den deutschen Prinzen toll.

Putins Krim und Hitlers Österreich

November 20, 2014

Und jetzt Platzeck mit seinem erfrischenden Rat für die Weltpolitiker in Washington, Brüssel und Berlin: “Der Klügere gibt auch mal nach.” Tatsächlich. Aber das wäre das erste Mal. “Appeasement”, schimpft die “FAZ”, “München 2.0!”

Dabei hat Platzeck nur die Tatsachen ausgesprochen: Die Krim wird russisch bleiben. Der Vergleich mit dem Baltikum, dass 1940 von der Sowjetunion annektiert wurde, geht fehl: Niemand zweifelt, dass die Mehrheit der Krim-Bevölkerung sich Russland zugehörig fühlt.

(Augstein)

Der Vergleich mit Hitlers Einmarsch in Österreich wäre allerdings passend.

Auch die Österreicher und die Sudetendeutschen waren für den Anschluss, und Deutschland fühlte sich nicht ganz zu Unrecht von den Siegermächten ungerecht behandelt.

Hätte sich Hitler damit begnügt, Österreich und das Sudetenland an Deutschland anzuschließen, wäre Hitler auch kein großes Problem gewesen.

Leider wurde Hitler gerade durch das Nachgeben dazu beflügelt, mit seiner Politik weiterzumachen und auch in Prag und Polen einzumarschieren.

Auch Putin, der den Zusammenbrauch der Sowjetunion als die “größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts” bezeichnet hatte, setzt in letzter Zeit beliebig seinen Willen durch:

Dem Westen verbietet er, sich in die inneren Angelegenheiten von Diktaturen einzumischen, auch wenn es in Syrien bereits mehr als 200.000 Tote gibt.

Selbst marschiert Putin ohne humanitäre Not in souveräne, demokratische Staaten ein.

Erst in Georgien, dann in die Ukraine.

Augsteins Araber-Problem

November 2, 2014

Erst prangert Augstein den “Rassismus” der “Islamophoben” an:

Es darf kein neuer Rassismus im Schatten der Sorgen erblühen, die sich der Westen über das Scheitern der arabischen Welt macht. Denn wir erleben ja das schmerzhafte Zerbrechen der postkolonialen Staaten.

(Augstein)

Zwei Sätze weiter will er aus dem “Islam-Problem” ein “Araber-Problem” machen:

Die meisten Muslime aber leben in Indonesien, Pakistan, Indien und Bangladesch. Die Probleme des arabischen Islam sind nicht unbedingt ihre.

Wer ist also der Rassist?

Aus einem Ideologie-Problem ein Rassen-Problem zu machen, ist in Deutschland nichts Neues.

Deutschland hatte nach dem Ersten Weltkrieg ein reales Kommunismus-Problem.

Hitler hat daraus ein Judenproblem gemacht.

Am Ende waren Millionen Juden ausgerottet und halb Europa kommunistisch.

Tatsächlich: Die Verbrechen des Islamismus haben mit dem Islam weniger zu tun als die Dummheit unserer Rechten mit uns selbst.

Es gibt kein “uns” mit Rechts- und Linksradikalen (wie Augstein).

Jene lehnen unser System von Demokratie und Freiheit ja ab und wollen wie die Islamisten ihr eigenes System etablieren.


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