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Integration als unverbindliches Angebot

August 4, 2016

Sein Konzept des Euro-Islams hat Bassam Tibi jetzt allerdings für gescheitert erklärt. In der Zeitschrift Cicero schrieb er: „Ich kapituliere. Der Kopftuch-Islam hat den Euro-Islam besiegt.“ Warum das? Zum einen, weil der Euro-Islam nicht genügend Anhänger gefunden habe.

(Deutschlandfunk)

Warum es mit dem Euro-Islam nicht geklappt hat? Weil er als unverbindliches Angebot formuliert wurde.

Euro-Islam würde eine mit großen Anstrengungen verbundene Integration in Europa bedeuten. Kopftuch-Islam bedeutet mühelose Integration in die Umma.

Warum sollte man sich anstrengen, wenn man die Segnungen des westlichen Lebensstandards auch ernten kann, ohne etwas dafür leisten zu müssen?

Würde man arbeitslosen Alkoholikern anbieten, in einem fremden Land unter Bezahlung eines vielfachen Einkommens ihr gewohntes Leben fortzusetzen, würden sie dieses Angebot ebenfalls gerne annehmen. Ohne unmittelbare negative Konsequenzen würden Therpieangebote bei den importierten Alkoholikern wohl kaum auf großes Interesse stoßen. Die meisten Alkoholiker empfinden sich selbst nicht als krank und werden daher auch keine Grund sehen, freiwillig ihren Lebensstil aufzugeben.

Der Euro-Islam wäre erst dann eine attraktive Option, wenn der Schleier-Islam zum Verlust des europäischen Lebensstands führen würde.

„Ich würde sagen, fünf bis zehn Prozent, aber nicht mehr als zehn Prozent der Muslime, die ich kenne, die ich beobachte, sie leben europäisch, auch als Bürger, deutsche Bürger des Herzens. Aber die Mehrheit leider nicht.“

Um statt Bassam Tibis zehn Prozent eine Mehrheit der europäischen Muslime vom Euro-Islam zu überzeugen, müsste man wohl mindestens zehn Prozent der Muslime aus Europa abschieben.

Und zwar nicht nur die extremen Salafisten, sondern auch die scheingemäßigten Muslimbrüder. Die türkischen Islamisten kassieren im Jahr über 3 Milliarden Euro an Hartz IV-Leistungen.

Würde man alle Sozialhilfe-Bezieher mit Schleier, aber ohne Staatsbürgerschaft, konsequent abschieben,  würde dies den anderen Muslime eine Chance zum Umdenken bieten.

Nur wenn die Verweigerung eines Euro-Islams auch mit unmittelbaren negativen Konsequenzen verbunden wäre, gäbe es für die Mehrheit der Muslime einen echten Anreiz zur Integration.

Islamisten mit Staatsbürgerschaft würde man wohl trotzdem behalten müssen. Ganz lösen würde man das Problem der islamischen Parallelgesellschaft daher trotzdem nicht. Das Massenphänomen der islamischen Integrationsverweigerung könnte man jedoch mit einer entschlossenen Politik zu einem Randphänomen reduzieren (wie die NPD- Nazis unter der biodeutschen Bevölkerung).

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Bassam Tibi in der „Kleinen Zeitung“

Mai 15, 2011

Als Erfinder des „Euro-Islam“ war Bassam Tibi der Liebling der „Großen Medien“ und der „Hohen Politik“.

Bassam Tibi begnügte sich jedoch nicht damit, Europa eine schöne Theorie für das Zusammenleben mit dem Islam zu geben, sondern er verlangte auch, dass diese in die Praxis umgesetzt werde.

Und zwar nicht nur von den Europäern, sondern auch von den nach Europa zugewanderten Muslimen.

Seitdem wird der unbequeme Geist von den den „Großen Medien“ weitgehend ignoriert.

Bassam Tibi, Erfinder des „Euro-Islam“, in einem desillusionierenden Gespräch mit der Kleinen Zeitung:

Mit Moslembrüdern ist kein demokratischer Staat zu machen?

Sie spielen ein Doppelspiel: Nach außen reden sie liberal und demokratisch, in ihrem eigenen Kreis treten sie für einen Scharia-Staat ein. Aber Scharia und Demokratie vertragen sich wie Öl und Wasser. In einer Demokratie muss man zwar auch undemokratische Bewegungen einbinden, aber man darf ihnen nicht die Macht überlassen. Wir sehen das jetzt in der Türkei.

In der Türkei?

Die Türkei ist formal ein demokratisches Land, wo die Regierung demokratisch gewählt ist, aber die Regierungspartei AKP ist keine demokratische, sondern eine islamistische Partei, die das Land wie in einem Einparteienstaat regiert. 163 türkische Journalisten sind ohne Gerichtsprozess in Haft. Wer heute Premier Recep Erdogan kritisiert, wird morgen verhaftet. Die AKP islamisiert das Land schleichend mit formal demokratischen Mitteln.

Wäre die EU gut beraten, der Türkei eine Beitrittsperspektive zu bieten, um dieses Bündnis zu verhindern?

Das ist ein unheimlich naiver Glaube in Europa. Man sagt, wenn die Türkei Mitglied der EU werden würde, würde die Türkei demokratisiert. Aber die EU ist kein Demokratisierungsklub. Man erfüllt die Aufnahmekriterien oder nicht. Auch Griechenland wurde auf Basis gefälschter Tatsachen Mitglied der Währungsunion. Und die griechische Ökonomie wird durch die EU nicht besser. So verhält es sich mit der Türkei, in Bezug auf Demokratie. Nach den Wikileaks-Enthüllungen wissen wir: Der türkische Außenminister hat intern gesagt, wir wollen Mitglied der EU werden, um auf diese Weise den Islam besser in Europa verbreiten können.

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Muslimische Islamkritiker und jüdische Israelkritiker – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

November 3, 2008

Ayaan Hirsi Ali, Seyran Ates, Necla Kelek und Bassam Tibi haben mit Noam Chomsky, Norman Finkelstein, Mosche Friedmann und Uri Averny einiges gemeinsam.

Beide Guppen haben sich sozusagen gegen die eigene Gemeinschaft gestellt. Die Gefahr von Rassisten bzw. Antisemiten als Kronzeugen mißbraucht zu werden, ist bei beiden groß.

Während die einen die Ideologie des Islamismus anprangern, kritisiern die anderen einen demokratischen Verfassungsstaat.

Der große Unterschied ist, dass sich Bassam Tibi & Co mit dem Verfassungstaat als Gegenmodell zum ideologischen Staat identifizieren, während Chomsky und Co zwar Israel, die USA und ganz allgemein den „Westen“ kritisieren, aber sich nicht mit den islamistischen Staaten und Bewegungen identifizieren.

Chomsky und Bin Laden haben lediglich einen gemeinsamen Feind – die muslimischen Islamkritiker sind dagegen echte Freunde der säkularen Demokratie.