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Die Friedrich-Affäre

Februar 17, 2014

Im Falle des Kinderporno-Konsumenten Sebastian Edathy empörte sich der Spiegel über die Vorverurteilung durch die unethischen Medien.

Als es jedoch darum ging, den ehemaligen CSU-Innenminister wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses anzuprangern, hatte man sofort rechtliche Expertisen parat:

Der Fall Edathy weitet sich aus: Durfte der damalige Innenminister Friedrich SPD-Chef Gabriel über mögliche Ermittlungen gegen Sebastian Edathy informieren? Staatsrechtler sind der Meinung, der CSU-Politiker habe das Amtsgeheimnis verletzt. Auch Ermittler sind empört.

(Spiegel)

Mich hat die Spiegel-Kampagne gegen Friedrich sehr an die Barschel-Affäre erinnert.

Der Fall Barschel ist zwar heute mehr als Verschwörungstheorie bekannt, bei der über seine Ermordung wegen irgendwelchen imaginären Waffengeschäften spekuliert wird (ein israelischer Ex-Geheimdienstler und Romancier hatte die Iran-Contra-Affäre einfach mit Barschels Tod zusammengemischt und daraus eine Geschichte konstruiert, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut).

Die reale Vorgeschichte zu Barschels Tod ist dagegen völlig in den Hintergrund gerückt.

Tatsächlich handelte es sich dabei um einen der brutalsten Fälle von medialer Vorverurteilung, durch den obendrein eine Wahl massiv beeinflusst wurde:

Im Jahr 1987/88 erschütterte die Barschel-Affäre Schleswig-Holstein und die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Dieser Skandal kam durch die Äußerungen des Journalisten und ehemaligen Barschel-Mitarbeiters Reiner Pfeiffer gegenüber dem Spiegel ins Rollen.

In seiner Ausgabe am 7. September 1987 meldete das Magazin Der Spiegel, dass Engholm von Detektiven beschattet worden und dass gegen ihn eine anonyme Steueranzeige erstattet worden sei. Dass die Vorgänge auf Pfeiffers Aktivitäten zurückgingen, wurde nicht bekannt.[1]

(Barschel-Affäre)

Als Schubladenaffäre wurde 1993 ein politischer Skandal in Schleswig-Holstein bezeichnet. Er wurde durch das Geständnis des schleswig-holsteinischen Sozialministers Günther Jansen (SPD) ausgelöst, er habe dem Auslöser der Barschel-Affäre, Reiner Pfeiffer, insgesamt 40.000 bis 50.000 DM in bar geschenkt.

(Schubladenaffäre)