Posts Tagged ‘Guantanamo’

Unschuldig in Guantanamo, schuldiges Gitmo

Juli 19, 2012

In Guantanamo sitzen bekanntlich lauter Unschuldslämmer ein.

Nach Pakistan reisen unschuldige Guantanamo-Opfer nur um den Koran zu studieren:

Kurnaz sagt, er habe sich im Oktober 2001 nach Pakistan aufgemacht, um an einer Schule der Missionsbewegung Tabligh-i-Jamaat in Lahore den Koran zu studieren. Nachdem er dort abgelehnt wurde, sei er ziellos durch Pakistan gereist, naiv und orientierungslos, vielleicht auch verblendet und ideologisch verbohrt, aber nicht mit terroristischen Absichten.

Wer solche Menschen nicht mit offenen Armen empfängt, wird von der FU Berlin und dem Spiegel natürlich sofort an den Pranger gestellt:

Seit Tagen steht der Spitzenbeamte in der Kritik, mit einem Rechtsgutachten im Jahre 2002 die Entscheidung der rot-grünen Bundesregierung legitimiert zu haben, den jahrelang unschuldig in Guantanamo einsitzenden Kurnaz im Falle einer Freilassung nicht einreisen zu lassen. Der promovierte Jurist hatte in einer Vorlage für die Spitze des Bundesinnenministeriums den Schluss gezogen, Kurnaz dürfe aus formalen Gründen nicht wieder einreisen. Seine Aufenthaltsgenehmigung sei erloschen, weil er sich „länger als sechs Monate im Ausland“ aufgehalten hat“.

Wenn so ein unschuldiger Islam-Student und späteres Gunatanamo-Opfer nachher doch etwas anstellt, ist natürlich nicht der Koran sondern Guantanamo schuld.

Ghezali wurde laut dem Bericht in Stockholm geboren und wuchs in Schweden auf. Sein Vater stamme aus Algerien, seine Mutter sei aus Finnland. 2001 hielt sich Ghezli in Pakistan auf, wo er islamisches Recht studiert habe. Am 1. Dezember 2001 wurde er in Pakistan verhaftet und in das US-Lager Guantanamo gebracht. Man habe ihn verdächtigt, der Terrororganisation Al-Kaida anzugehören. Im Juli 2004 sei Ghezali auf Forderung der schwedischen Regierung hin freigelassen worden. In der Begründung aus Stockholm hieß es demnach, dass Ghezali keine Gefahr für die Sicherheit der USA darstelle und kein Verbrechen verübt habe, nach dem man ihn verurteilen könne.

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Die Unschuldslämmer von Guantanamo

Januar 18, 2012

Acht Jahre unschuldig in Guantanamo, dann als Staatenloser abgeschoben: Die US-Regierung hat dem Uiguren Ahmad Tourson viel angetan- aber sie denkt nicht an Wiedergutmachung, schreibt seine Anwältin Seema Saifee. Auf die lange Haft folgten immer weitere Demütigungen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809546,00.html

Dieser SPON-Artikel erzählt (wieder mal heftig auf die Tränendrüse drückend) nur die halbe Wahrheit:

(more…)

Ein „Copy-Shop“ für Dschihadisten

September 28, 2011

Eine Gruppe algerischer Dschihadisten, die während des Balkankrieges nach Bosnien eingesickert waren, plante 2001 Anschläge auf britische und amerikanische Einrichtungen.

Die Anschlagspläne waren zwar nicht konkret genug, um in Bosnien ein Gerichtsverfahren durchzuführen, vorsichtshalber wurden sie jedoch im Einvernehmen zwischen den bosnischen und amerikanischen Behörden nach Guantanamo überstellt.

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1001172,00.html

Genau dort gehörten sie als feindliche Kämpfer auch hin.

Seit ihrer Rückkehr finden die Männer keinen Job mehr in Bosnien, was natürlich nicht an der hohen Arbeitslosigkeit, sondern laut Standard an den „hartnäckigen Vorurteilen“ der Bosnier läge:

Warum die beiden keine feste Anstellung finden, obwohl sie gut ausgebildet sind, lasse sich laut Schmidt nicht nur auf die allgemein hohe Arbeitslosigkeit in Bosnien zurückführen, sondern auch auf die Angst der bosnischen Bevölkerung vor radikalen Islamisten. Während des Bosnienkrieges waren  Muhajedin aus dem Nahen Osten und dem Maghreb nach Bosnien gekommen und mit ihnen ein radikalerer islamischer Einfluss, den es vorher in Bosnien nicht gab. Deshalb halte sich in der bosnischen Öffentlichkeit hartnäckig das Vorurteil, „wer in Guantanamo war, muss ja irgendwie ein Taliban sein oder Al-Kaida angehören.“

Um „die Folgen des Kriegs gegen den Terror zu lindern“, will eine österreichische Spendenplattform den Unschuldslämmern einen „Copy Shop“ spendieren.

Wirklich die ideale Propagandazentrale Beschäftigung für ehemalige Dschihadisten Guantanamo-Opfer…

In einer idealen Welt

Februar 23, 2010

In einer idealen Welt hätten die Behörden der Emirate den Hamas-Terroristen festgegenommen, um ihn an Israel auszuliefern.

Al Qaida-Terroristen hätten in keinem Land einen sicheren Hafen und würden überall gnadenlos von Polizei und Rechtsstaat gejagt werden.

Doch bis dahin müssen international agierende Terroristen auch weiterhin mit unschönen Mitteln wie Geheimdienst-Attentaten oder Gitmo, dessen Schließung Obama jetzt immer weiter hinauszögert, bekämpft werden.

(Obama, als er beschloss, Guantanamo bis Jänner 2010 zu schließen)

(Un)willkommen in Britannistan

Februar 24, 2009

Geert Wilders hätte Anfang Februar nach London reisen sollen, um seinen islamkritischen Film Fitna dem House of Lords vorzuführen. Das für seine respektlosen Satiriker wie Monty Python berühmte Land verweigerte Geert Wilders auf Grund möglicherweise kränkender Inhalte seines Films bzw. befürchteter Gewaltausbrüche der Gekränkten die Einreise.


Cineastisch möchte ich Wilders entbehrliches Filmchen nicht mit dem großartigen Leben des Brian vergleichen – ich hätte Fitna aus verschiedensten Gründen nicht einmal auf meiner Seite veröffentlicht – allerdings waren es andere, die zuvor das Genre des Propaganda-Dokumentarfilms salonfähig gemacht hatten.

Finde es auch nicht nachvollziehbar, dass so ein Film im britischen Oberhaus gezeigt werden sollte – das kann jedoch keine Rechtsfertigung für das Einreiseverbot eines Parlamentariers eines befreundeten Landes sein.

In seine Wahlheimat einreisen durfte hingegen jener junge Mann:

jackieandbinyam

Binyam Mohamed ist äthiopischer Staatsangehöriger. Er suchte mit 16 in England um Asyl an, weil seine Familie angeblich verfolgt wurde. Sein Asylantrag wurde abgewiesen – trotzdem erhielt er 2000 ein weiteres Aufenthaltsrecht in England.

2001 konvertierte er zum Islam. Im gleichen Jahr beschloss der idealistische junge Mann, sich die Herrschaft seiner neuen Religion auf Erden aus nächster Nähe anzuschauen.

Ein weiterer Grund für seine Reise war, dass er in Afghanistan Abstand von seinen Drogenproblemen gewinnen wollte –– scheinbar so was wie eine Schocktherapie – manche Eltern zwingen ihre Kinder, wenn sie sie beim Rauchen erwischen, die ganze Packung auszurauchen. Ähnliches hatte der junge Konvertit vielleicht bei der Wahl seines Reiseziels mit sich selbst vor. Wäre er nur ein Kiffer gewesen hätte auch Amsterdam für so eine Therapie gereicht – und es wäre ihm wohl vieles erspart geblieben.

So bereiste unser junger Held abenteuerliche Länder und lernte dabei so manches bis er schließlich 2002 in Pakistan aufgegriffen wurde.

Sein Anwalt meinte dazu: „I am not saying he never went to any Islamic camp, but he didn’t go to any camp to blow up Americans.“

Es folgten mit Sicherheit nicht angenehme Jahre in verschiedenen Gefängnissen in Afghanistan, Pakistan und Marokko bis er 2004 nach Guantanamo gebracht wurde.

Ab hier ging es wider bergauf – eine Heerschar profilierungssüchtiger Aktivisten und Anwälte setzte sich für das Unschuldslamm ein.

So wie er seine Wahlheimat einst mit Waffen und Bomben bekämpfen wollte, konnte er mit Hilfe seiner Anwälte seine Wahlheimat an einer anderen wichtigen Front weiter bekämpfen: Angeblich will er gemerkt haben, dass die Anweisungen für seine Folterer in Marokko vom Geheimdienst seiner Wahlheimat gekommen sein sollen.

Ein gefundenes Fressen für alle, die davon träumen als Ankläger eines imaginären Weltstrafrechts Blair, Brown & und dem ganzen britischen Unrechtsstaat endlich den großen Prozess zu machen.

Der Hass, den Binyam Mohamed gegen seine Wahlheimat hegt, wird jedoch dort niemanden soweit kränken, dass er etwas Unüberlegtes tun würde.

Darum darf Binyam Mohamed auch einreisen, während Geert Wilders draußen bleiben muss.