Posts Tagged ‘Haider’

Jörg, der Opportunist – Jürgen, der Idealist

August 8, 2010

Wäre Jörg Haider nicht durch eine Promillefahrt mit seinem VW Phaeton vorzeitig aus dem Leben geschieden, gäbe es bestimmt auch schon ein Freundschaftsfoto mit Ahmadinejad.

Während man für einen einen Propaganda-Besuch von Jörg Haider scheinbar tief in die Tasche greifen musste, gab es jedoch auch „echte Idealisten“, die aus reiner Überzeugung Terror- und Folter-Regime unterstützten:

Jürgen Todenhöfer auf „Bergreise“ zu den Taliban.

Claus Peymann beim „kulturellen Brückenbau“ zu den Mullahs.

Konstantin Wecker auf „Friedensmission“ beim Baath-Regime.

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Haiders „Notgroschen für Wahlkämpfe“

August 1, 2010

Laut Profil soll Jörg Haider bis zu 45 Millionen Euro nach Liechtenstein geschleust haben.

Besonders spannend ist die Frage, von wem die großzügigen Spenden stammen könnten:

Jörg Haiders politischer Aufstieg war jedenfalls geprägt von pompösen Auftritten, aufwändigen Wahlkämpfen, exotischen Privatreisen und kostspieliger Toilette. Bekannt war bisher nur, dass er lange Zeit auf das Wohlwollen potenter österreichischer Gönner, etwa des verstorbenen Industriellen Herbert Turnauer, zählen konnte. Spekulationen, wonach auch Libyens eigenwilliger Diktator Muammar al-Gaddafi auf Haiders Spenderliste stand, ließen sich dagegen nie festmachen. Gaddafis Sohn Saif al-Islam zählte bekanntlich zu Haiders Freundeskreis, Haider war zweimal Gast im Zelt des Revolutionsführers.

Ein langjähriger Vertrauter des Landeshauptmanns – profil nennt seinen Namen bewusst nicht – erzählt jetzt Erstaunliches: „Gaddafi hat uns vor Wahlkämpfen immer wieder Geld zukommen lassen, und zwar in bar. Das war fest in Plastik eingeschweißt.“ So sollen wiederholt Beträge zwischen 150.000 und 200.000 Dollar den Besitzer gewechselt haben. Haiders Entourage stellte das immer wieder vor organisatorische Herausforderungen. „Wir haben das anschließend in kleine Beträge von zirka 7000 Dollar aufgeteilt und sind quer durch Österreich gefahren, um das in Bankfilialen in Euro zu wechseln. Allein die Wechselspesen waren ein Wahnsinn.“

Die Bischöfin und der Landeshauptmann

Februar 24, 2010

Beide waren mit einem VW Phaeton und viel Alkohol in der Krone unterwegs.

Die Promille-Fahrt des Oberhaupts der evangelischen Kirche konnte von der Polizei gestoppt werden, nachdem sie eine rote Ampel übersehen hatte, der Kärntner Landeshauptmann raste in den Tod.

Bischöfin Käßmann ist am Leben, steht jedoch als geknickte Sünderin da.

Jörg Haider ist tot, wird jedoch von seinen Jüngern als Heiliger verehrt.

Denn verantwortlich für seinen Tod war nicht seine schwerst besoffene Wahnsinnsfahrt, sondern der Mossad:

Dabei wäre die Bischöfin das viel idealere Verschwörungsopfer finsterer Mächte gewesen.

Mit heiligem Eifer predigte sie gegen den Krieg in Afghanistan.

Selbst Barack Obama wurde von ihr streng abgekanzelt, weil er in seiner Nobelpreis-Rede behauptet hatte, es gäbe gerechte Kriege.

Nicht einmal der Krieg gegen das NS-Regime war vor der strengen Moral der deutschen Bischöfin aus der Friedensbewegung sicher:

„Das Argument lautet immer: Hätten die Alliierten nicht eingegriffen, hätte es keinen Frieden gegeben. Warum gab es vorher keine Strategien? Warum wurde die Opposition in Deutschland nicht gestärkt? Warum wurden die Gleise, die nach Auschwitz führten, nicht bombardiert? Schließlich heißt es immer: Jetzt müssen wir Waffen einsetzen. Der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist enorm hoch“

Aber Frau Käßmann lebt, und so ist nicht die CIA, sondern Frau Käßmann selbst für ihr Fehlverhalten verantwortlich.

Tratsch vom Lustgreis

Juli 10, 2009

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Vor etwa 18 Jahren habe ich das erste Mal Gerüchte über Jörg Haiders Homosexualität gehört. Diese Gerüchte tauchten seitdem immer wieder auf, und sie wurden mir auch von Insidern aus der Gay-Community bestätigt.

Trotzdem war ich, als die Umstände seiner Todesnacht bekannt wurden, ehrlich verblüfft: Ich hatte auf Grund des beharrlichen Schweigens der Medien und seiner zahlreichen politischen Gegner nicht mehr an die Schwulen-Story geglaubt.

Dieses Schweigen spricht für unsere Medien und auch für unsere politische Kultur. Schmuddel-Geschichten sollten auch bei politischen Gegnern wie Haider Privatsache bleiben.

Auch nachdem der Besuch in der Schwulen-Bar bekannt wurde, hielten sich die Qualitätsmedien zurück:

Google-Suche: „Haider Homosexualität“

Clintons Monicagate wurde im aufgeklärten Europa als typisch-amerikanische Prüderie belächelt.

Wenn es um Berlusconi geht, scheint dieser europäische Journalisten-Ethos jedoch völlig außer Kraft gesetzt zu sein:

Obwohl es nicht um strafrechtlich relevante Tatbestände geht, stürzen sich besonders die Qualitätsmedien (siehe Google-Suche: „Berlusconi“) auf die schmuddeligen Tratsch-Geschichten über den Lustgreis Berlusconi.

Das Bild Berlusconis ist in den europäischen Medien seit jeher ein äußerst negatives – in Österreich würde der Skandal-Mafia-Lustgreis keine 5 % der Stimmen bekommen. Dass es in Italien über 50 % sind, kann sich der ORF-Journalist Franz Kössler nur damit erklären, dass Berlusconi die Medien beherrsche und damit die italienische Demokratie untergrabe.

Berlusconi verfügt zwar über enorme Medienmacht – die Pressefreiheit wurde von Berlusconi jedoch in keiner Weise eingeschränkt. Italien verfügt nach wie vor über eine vielfältige Medienlandschaft. Fast alle großen Tageszeitungen sind Berluconi-kritisch.

Die politischen Ansichten des ORF-Journalisten würden in Österreich keineswegs mehrheitsfähig sein. Österreich hat seit 9 Jahren eine rechte Mehrheit bei den Wahlen. Beim Thema Außenpolitik bestimmen Köstler und Co jedoch die öffentliche Meinung und sorgen dafür, dass ein Volk von Schwarz/Blau/Orange Wählern mit empörtem Kopfschütteln auf die italienischen Verhältnisse blickt.

Italiens Demokratie hat tatsächlich große Defizite. Die Kommunistische Partei war dank freundlicher Unterstützung der fast gesamten italienischen Intelligenz die stärkste politische Kraft im Nachkriegs-Italien. So waren die (unintellektuellen, politisch unbewußten) demokratischen Kräfte gezwungen fast 45 Jahre lang eine Koalition gegen die (intellektuellen, politisch bewußten – aber leider) undemokratischen Kräfte zu bilden.

Das führte zu ungefähr 50 Regierungswechseln und natürlich massiver Korruption, da sich die Koalitionsregierungen naturgemäß immer aus denselben politischen Kräften zusammensetzten.

Diese Polarisierung lähmt das Land auch nach Zusammenbruch des Kommunismus.

Dabei ist der unüberbrückbare Gegensatz zwischen rechts und links nirgendwo artifizieller als in Italien.

Die konservativsten und bürgerlichsten Leute wählen kommunistisch:  Eine Freundin meiner Mutter – aus einer der aristokratischsten Familien Mailands stammend und bekennender Snob – stimmte bei den letzten Wahlen für Rifondazione,  ihre Bedienerin – eine „Terrona“ aus dem Süden – für die „Lega Nord“

Akademiker und deren Kinder wählen die „linken“ Parteien der „Arbeiter“
die „arbeitenden“ Menschen wählen die „rechten“ Parteien der „Unternehmer“

Aber warum in die Tiefe gehen, wenn sich ein politischer Gegner auch mit Schmuddel-Geschichten über sein Privatleben bekämpfen läßt?

Petzner und die „neuen Fakten“

Juni 28, 2009

Stefan Petzner – Haiders „Lebensmensch“ – hat gerade Wisnewskis letztes Werk ausgelesen:

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Obwohl er immer wieder darauf hinweist, dass er anders als der Autor kein Verschwörungstheoretiker sei, sollen jetzt auf einmal „neue Fakten“ bekannt sein.

Wer sind laut Petzner die potenziellen Attentäter?

„Großkoalitionäre“ und/oder die „Ostküste“.

Wenn wir Jörg Haider schon nicht in Frieden ruhen lassen wollen – wie wäre es mit ein paar Fakten aus erster Hand über das Paar Petzner/Haider?

War da was? Bis wann war da was? Hatte es Krach gegeben? Warum? Was machte Haider in der Schwulen-Bar? Kam das öfters vor?

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Warum hatten die skrupellosen „Großkoalitionäre“ oder „Ostküstler“, die vor nichts zurückschrecken, darauf verzichtet, den Landeshauptmann zu „outen“?

Ultranationalisten oder Lausbuben?

März 17, 2009

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Österreichs größte Qualität-Tageszeitung wird immer unerträglicher:

Im Vergleich zu Lieberman sind Jean-Marie Le Pen und Jörg Haider so harmlos wie Max und Moritz“, sagte der israelische Friedensaktivist Uri Avnery einmal. Nun, abgesehen davon, dass die beiden Busch-Figuren gar nicht so harmlos waren – immerhin verübten sie ein Sprengstoffattentat auf den Lehrer Lämpel –, ist der Ultranationalist Avigdor Lieberman als möglicher Außenminister tatsächlich eine Zumutung. Für jeden israelischen Demokraten, für den sogenannten Friedensprozess sowieso.

Der “Ultranationalist” (ein nur für serbische und israelische Rechtspopulisten reservierter Begriff) Lieberman wird nicht einfach mit europäischen Rechten gleichgesetzt (was anhand der Probleme der Israelis wie Terror-Anschläge oder Ahmadinejads Vernichtungsdrohungen und den Problemchen der Europäer wie ein bissi Ausländerkriminalität oder zweisprachige Ortstafeln ohnehin schon eine ziemliche Zumutung wäre), sondern Lieberman sei eine derartige Zumutung, dass Le Pen und Haider im Vergleich dazu wie – wenn auch nicht ganz harmlose – Lausbuben wirkten.

Als Kronzeuge für diese Kurier-”Meinung” wird der israelische Waluliso Uri Avnery zitiert.

Auch Nazi- und Islamisten-Seiten greifen gerne und regelmäßig auf dessen Dienste zurück.