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Die verlorene Ehre der Hayat B.

Januar 11, 2015

Ob diese Jugendliche, Hayat Boumeddiene, eine von der Presse zur „Terroristin“ erklärte Französin, es lebend vor ein ordentliches französisches Gericht schaffen wird?

Ihre unterstellten „Partner“ wurden in Paris erschossen. Alle! An unterschiedlichen Schauplätzen. 88.000 Polizisten waren dafür auf den Straßen. Wegen erst zwei, dann drei Personen. Es sah aus wie eine Massen-Treibjagd.

Angenommen, die Frau weiß gar nicht wie ihr geschieht, da sie keine Chance hat zu Wort zu kommen, wird sie vor allem eines haben, Angst. Sie kann niemandem trauen, um z.B. ihre Unschuld zu erklären. Wo sollte sie hingehen? Zur schießwütigen Polizei? Zum aufgebrachten Mob?

(Ken Jebsen)

In Kens Welt waren die Täter Opfer einer Massen-Treibjagd. Das hat sich der kleine Ken wohl eindeutig von unseren alten 68ern abgeschaut:

Die Bundesrepublik Deutschland hat 60 000 000 Einwohner. Die Gruppe um Ulrike Meinhof mag zur Zeit ihrer größten Ausdehnung 30 Mitglieder gehabt haben. Das war ein Verhältnis von 1:2 000 000. Nimmt man an, daß die Gruppe inzwischen auf 6 Mitglieder geschrumpft ist, wird das Verhältnis noch gespenstischer 1:10 000 000.

(Heinrich Böll – Spiegel)

Dass man ein Fahndungs-Foto der 26jährigen „Jugendlichen“ veröffentlicht hatte, wäre auch ein schöner Grund für zusätzliche Empörung nach dem Böll-Schema:

Coulibaly und Boumeddiene vollzogen 2009 eine religiöse Trauung, offiziell verheiratet waren sie nicht. Die Frau habe als Kassiererin gearbeitet, bis sie begonnen habe, sich komplett zu verschleiern, berichtet der „Figaro“.

Die „Jugendliche“ hatte ihren Job an der Supermarkt-Kasse für ihre religiöse Bestimmung zur Vollverschleierung aufgegeben.

Dass man in den Fahndungsfotos ihr nacktes Antlitz zeigte und ihre Entscheidung, nur noch vollverschleiert in Erscheinung zu treten, nicht respektierte, zeugt von der Islamophobie des Westens.

Gott sei Dank gibt es den Islamischen Staat, wohin sich die „Jugendliche“ im Vorfeld der Tat in Sicherheit gebracht haben dürfte.

Hayat B.

Unehrenhafter NSU-Terror

Mai 18, 2013

Niemand fragt, ob die Terroristen nicht irgendwelche furchtbaren Kränkungen durch ihre Opfer erlitten hätten.

Niemand weist daraufhin, dass man die tausenden „friedlichen“ Gesinnungsgenossen, die noch niemanden ermordet hätten, jetzt keinesfalls unter Generalverdacht stellen dürfe.

Es melden sich auch keine um den Linksstaat Rechtsstaat besorgten Anwälte, welche die „politischen Gefangenen“ gegen die grausame Staatsmacht vertreten wollen, um damit den Grundstein für ihre eigenen blendenden politischen Karrieren zu legen.

Und es wird sich wohl kaum ein Nobelpreisträger finden, der den „Verlust der Ehre“ einer Terroristenkomplizin literarisch aufarbeiten möchte.

Das Einzige, was gleich bleibt:

Man versucht, diejenigen, deren mühselige Aufgabe es ist, die Extremisten zu überwachen, für die Taten verantwortlich zu machen.

Der Verfassungsschutz ist darauf angewiesen, mit Leuten aus dem Extremistenmilieu unfeine Deals (z.B. Hafterleichterungen) auszuhandeln, um an Informationen heranzukommen.

Dass der Verfassungsschutz im Rahmen einer „Strategie der Spannung“ die Extremisten bewusst fördern würde, gehört zu den alten Mythen, wonach die armen Linken Opfer einer rechten Nato-Geheimdienst-Verschwörung wären.

Einer der Erfinder des „Strategie der Spannung“-Mythos erhielt übrigens ebenfalls den Literaturnobelpreis.