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„Gutmenschen“ schon von Hitler verfolgt?

September 4, 2011

„Teilen, Partizipieren, Versöhnen, Krötenzäune aufstellen”, das hat unser Mann bei der SZ schon “in der Grundschule” gelernt, er weiss auch “zwischen Muslim und Islamist” zu unterscheiden, “ökologische, nachhaltige, solidarische und nicht-xenophobe Ansätze” sind ihm vertrauter als das “Säbelrasseln” in den “Online-Teestuben”.

Wer solchen Leberkäs von der Leine lässt, dem ist ein Platz bei der SZ sicher. Und der muss sich auch um seine “Quellen” keinen Kopf machen.

So behauptet unser Mann bei der SZ, die “NS-Propaganda” haben den Begriff “Gutmensch” erfunden und “das erste Mal” benutzt.

Wo hat er das her?

Nun, er hat recherchiert, das heisst bei Wikipedia nachgeschaut, wo in der Tat so etwas angedeutet, aber keine Primärquelle genannt wird, weswegen Alan Posener schon vor Jahren in seinem Welt-Blog die Frage stellte, ob “es sich hier schlicht und einfach um eine Ente” handeln könnte.

Unser Mann bei der SZ hat sich bei “proisraelischen Bloggern”, “Suv-Fahrern”, “Islamkritikern” und “Neonazis” umgehört, und das hat ihn so viel Zeit, Kraft und Verstand gekostet, dass er eine Adresse nicht mehr ansteuern konnte: Die “Gesellschaft für deutsche Sprache”.

Also wollen wir ihm ein wenig unter die Arme greifen und auf die Sprünge helfen. Hier steht, was die Gesellschaft für deutsche Sprache über die Herkunft des Wortes “Gutmensch” zu berichten weiss. Da ist von vielem die Rede, nur nicht von einer Wortschöpfung der NS-Propaganda. Womit unser Mann bei der SZ sich ins Abseits getrickst hat. Denn nur von ein Nazi drin ist, darf auch Nazi drauf stehen.

Das macht aber nichts. Die SZ ist und bleibt ein Qualitätsblatt. Besonders gut geeignet zum Einpacken toter Fische.

(Henryk M. Broder)

Auch der Lindwurm hat dazu einen empfehlenwerten Beitrag verfasst.

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Henryk for President

Oktober 21, 2009

Broder I

Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet.

(Henryk M. Broder im Tagesspiegel vom 21.10.2009)

Als sich der Lindwurm in einem Beitrag über „irrlichternde Liberale“, die sich zur Forderung nach der Abschaffung der Strafwürdigkeit der Holocaust-Leugnung hinreißen ließen, beschwerte, fühlte ich mich von der Kritik angesprochen.

Und gerade vom Lindwurm nehme ich jede Kritik sehr ernst. Auch in jenem Fall war sie sicher berechtigt: wenn man in Kärnten lebt, muss einem meine Prämisse, dass der Holocaust in Europa ohnehin historisch unbestritten sei, wohl als Hohn vorkommen.

Von dieser wohl zu optimistischen Prämisse geht auch Broder in seinem Artikel aus.

Trotzdem wäre mir ein „irrlichtender Liberaler“  als Präsident des Zentralrats der Juden sympathischer als jene, die jetzt das Sagen haben.