Posts Tagged ‘Imperialismus’

Sinkt der Ölpreis, sinkt die Würde

Mai 15, 2009

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Im November 2007 hatte Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez die Beziehungen zu Kolumbien aus Verärgerung über das Verhalten des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe in der Geiselaffäre abbrechen lassen. Uribe hatte ihm damals ein Mandat zur Vermittlung bei den Bemühungen um die Freilassung von Geiseln der linken FARC-Rebellen, darunter auch die dann im Juli 2008 befreite frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, entzogen.

Chávez erklärte damals, solange der konservative Uribe Präsident Kolumbiens sei, werde er weder zum Staatschef noch zur Regierung Kolumbiens Beziehungen unterhalten. „Ich kann das schon allein wegen meiner Würde nicht“, meinte er. Bei einem Treffen der beiden Präsidenten Anfang dieses Jahres hatte sich jedoch schon das Tauwetter angekündigt. (APA/dpa)

Sinkt der Ölpreis, sinkt die Würde – und Hugo redet doch wieder mit den teuflischen Imperialisten.

Die hiesigen kompromisslosen Antiimperialisten werden jetzt sicher enttäuscht sein.

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Schweizer Prediger als Krisengewinnler

November 20, 2008

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Zitate

  • „Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (aus: We Feed the World)
  • „Heute stirbt […] alle sieben Sekunden ein Kind unter zehn Jahren an Hunger oder an mit Unterernährung verknüpften Krankheiten (aus „Wie kommt der Hunger in die Welt“). Im Jahr 2005 hat der Hunger mehr Menschen getötet als alle in diesem Jahr geführten Kriege zusammen.“ (aus: Das Imperium der Schande, S. 102)
  • „In diesem Augenblick habe ich mir geschworen, nie mehr – nicht einmal rein zufällig – auf der Seite der Henker zu stehen.“ (aus: Wie herrlich, Schweizer zu sein; im Kontext des im Kongo gesehenen Elends, Piper, 1993, S. 137)
  • „Wenn sie unterwegs sind, haben sie…immer ihre Laptops und ihre schematisierten Modellanalysen dabei. Sie wohnen in Luxushotels, halten sich in jedem Schuldnerland nicht länger als einige Tage auf und treffen nur mit ausgewählten Führungspersonen zusammen, wenn möglich solche, die in den USA studiert haben.“ (Jean Ziegler über den Realitätsverlust der Beamten des IWF in seinem Buch Die neuen Herrscher der Welt)
  • „Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen“ (Ziegler, J; Das Imperium der Schande, Pantheon Verlag 2005)

Die urbanen Gesellschaften geben sich aufgeklärt. Die gläubigen Amis werden (wenig) milde belächelt.

Doch auch bei uns scheint das Bedürfnis nach Predigern einigermaßen stark ausgeprägt zu sein. In den letzten Jahren war die Weltklimareligion sehr en vogue.

Mit der Finanzkrise kommen Kapitalismus-Ankläger wie Jean Ziegler wieder stärker zum Zug.

Komplexe Themen wie die Welternährung werden in banalen Stehsätzen abgehandelt.

Jean Ziegler will nie wieder „auf der Seite der Henker“ stehen.

Diese sind bei Jean Ziegler nicht etwa totalitäre Regime, sondern das „Imperium der Schande“, welches es nicht schafft die Welt zu ernähren, sich aber „schamlos am Hunger der Welt bereichert“.

Dass die größten Hungersnöte des 20. Jahrhunderts durch glorreiche „antiimperialistische“ Projekte ausgelöst worden waren, ist dem großen Welternährungsexperten der UNO scheinbar nicht bekannt.

 

Gekaufter Frieden?

Oktober 1, 2008

Nicht nur die Zahl der getöteten US Soldaten, sondern auch die Zahl der getöteten Zivilisten ist stark zurückgegangen. Seit Juni 2008 lagen die Opferzahlen immer unter 500 pro Monat.

Opfer des US Imperialismus wenden gerne ein, dass man sich die sunnitischen Milizen und damit einen Rückgang der Gewalt nur gekauft habe.

Dass der Zivilisten mordende „Widerstand“ ebenfalls von Anfang an durch Ölscheichs und Ölmullahs finanziert wurde, hinderte dieselben Leute nicht, die Heldentaten dieses „Widerstands“ im Kampf gegen die neokonservativen, ölraubenden Kreuzzügler zu bejubeln.

Sozialistische Petrodollar-Demokratie für Alle?

September 15, 2008

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Zugegeben: Vom Ölreichtum Venezuelas profitierten früher nur wenige. Eine gerechtere Aufteilung der Einnahmen ist daher mehr als legitim.

Gegen eine Verstaatlichung der Ölindustrie ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange diese mit rechtsstaatlichen Mitteln umgesetzt wird.

Hugo Chavez kann es sich dank der hohen Öl Einnahmen, die er an sein Wahlvolk verteilen darf, sogar erlauben, den demokratischen Verfassungsstaat nicht gleich vollständig abzuschaffen.

Tatsache ist, dass nachhaltiger Wohlstand nur durch Förderung der Wirtschaft und einen dadurch entstehenden starken Mittelstand erreicht werden kann.

Hugos Brot (Petrodollars) und Spiele (Bush Bashing, Bolivarische Revolution, Aló Presidente,…) Politik wird letztlich auch den armen Menschen in Venezuela mehr schaden als nützen.

Erst wenn die Öl Einnahmen zurückgehen, wird sich zeigen ob Chavez ein echter Demokrat ist, und freiwillig seine Macht wieder aus der Hand geben wird.

In Ländern ohne einen derartigen Rohstoffreichtum wird auf Grund der vielfach nachgewiesenen Unterlegenheit der Planwirtschaft Sozialismus auch weiterhin nur in Form einer handfesten Diktatur durchsetzbar sein.

Sind Sie auch ein Opfer des US Imperialismus?

August 3, 2008

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Von Kindheit an wurden Ihnen ungesundes Coca Cola, geschmackloses McDonalds Essen, blöde Hollywood Filme und schlechte TV Serien aufgezwungen.

Sie wissen, was ein Leben unter der Knute des US Imperialismus bedeutet: daher ihre Solidarität mit dem irakischen Widerstand.

Dass der Widerstand (bestehend aus nationalsozialistischen Baathisten, sunnitischen Jihadisten und schiitischen Martyrern, wenn er den gewünschten Erfolg gegen die US Besatzung gehabt hätte, sich anschließend wahrscheinlich über Jahre gegenseitig bekämpft hätte, macht nix.

Millionen von Opfern nicht nur im Irak wären in einem derartigen Krieg wohl wahrscheinlich gewesen. Die Empörung und das Mitgefühl für die Opfer hätten sich aber in Grenzen gehalten – Hauptsache die imperialistische Besatzung wäre beseitigt und die Amis auf die arrogante Schnauze gefallen.