Posts Tagged ‘irak’

Frieden durch Diktatur

Dezember 22, 2011

Bagdad – Nach einer Bombenserie in schiitischen Gegenden der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die Zahl der Todesopfer Donnerstag früh stetig angestiegen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Verweis auf die Gesundheitsbehörden von mindestens 40 Toten und rund 179 Verletzten.

Kurz nach dem Abzug der letzten US-Kampftruppen handelte es sich um die erste Serie offenbar koordinierter Anschläge, nachdem zuletzt die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgruppen wieder aufgebrochen waren.

Dieselben Idioten, die „die Heldentaten“ des irakischen „Widerstands gegen die imperialistische US-Besatzung“ bejubelt hatten:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2008/08/03/sind-sie-auch-ein-opfer-des-us-imperialismus/

…heucheln nun Bedauern über die Gewaltexzesse ihrer Helden vor.

Schuld an der Gewalt sei natürlich immer noch George W. Bush.

Schließlich habe er Saddam davon abgehalten, in seinem Land weiterhin für Frieden zu sorgen.

Wie dieser „Frieden“ aussah, kann man gerade in Syrien beobachten:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804795,00.html

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Self-fulfilling prophecies

Dezember 15, 2011

Die Tet-Offensive brachte den Umschwung im Vietnamkrieg.

Zwar erlitten die Vietcong derartig schwere Verluste, dass sie laut General Võ Nguyên Giáp in den nächsten 4 Jahren zu keinen größeren Operationen mehr fähig gewesen wären.

Propagandistisch und auf politischer Ebene war die Tet-Offensive für die Angreifer ein voller Erfolg. Als entscheidend erwies sich die Offensive in Hinblick auf die öffentliche Meinung in den USA. Durch die geschilderten Eindrücke des teilweise panikartigen Rückzuges amerikanischer Einheiten, die verlustreichen, brutalen und intensiven Kämpfe und vor allem auch den Angriff auf die amerikanische Botschaft setzte sich der Eindruck eines verlorenen und sinnlos gewordenen Krieges weiter durch.

Im Irak wäre es nach den Terrorjahren 2006 und 2007 auch fast so weit gewesen. Der Senat forderte einen bedingungslosen Abzug, der nur am Veto von Präsident Bush scheiterte.

Sobald sich die Überzeugung durchgesetzt hat, „ein Krieg sei nicht zu gewinnen“, wird diese Überzeugung zur „Self-fullfilling prophecy“.

(more…)

Endlich wieder eine medientaugliche Irak-Story

April 6, 2010

Rückgang der Gewalt?

Aufbau einer Demokratie?

Alles langweilig…

Doch jetzt können die Medien endlich wieder einmal über den Irak berichten, wie sie es immer am besten konnten.

Warum tötest Du nicht mehr, Zaid?

März 8, 2010

Das macht Deinen Onkel Jürgen sehr traurig.

…und auch der Peter-Opa ist bestimmt sehr enttäuscht über Deinen Verrat an Stammes- und Glaubenstreue, die Du gegen den westlich-dekadenten „Demokratie-Zirkus“ eingetauscht hast.

Von Buchenwald bis Basra

Oktober 26, 2009

Beim WDR durfte der Filmemacher Frieder Wagner die Gebührenzahler mit einem Film über die Erkenntnisse des „Entdeckers des Golfkriegssyndroms“ Professor Dr Dr Siegwart Horst Günther  beglücken:

http://www.videogold.de/deadly-dust-todesstaub/

Wer ist dieser ansonsten von den MSM so schmählich unterschätzte Mann, der es lediglich als renitenter Kurbad-Arzt in den Spiegel geschafft hatte?

Sein Lebenslauf laut Campo Antiimperialista:

Als Mitglied der Widerstandsgruppe unter Graf Stauffenberg gegen den Hitlerfaschismus wurde er von der GESTAPO verhaftet und kam ins KZ Buchenwald. Nach dem Krieg erhielt er seine akademische Ausbildung in den Fächern Medizin, Philosophie und Ägyptologie an deutschen und englischen Universitäten und spezialisierte sich auf Patho-Physiologie und Öffentliches Gesundheitswesen. GÜNTHER erhielt von europäischen Universitäten und Universitäten in Übersee folgende akademische Grade: Dr. med., Dr. med. habil. M.D., DSc. Ph.d., D.C.M.T., D.T.P.H., D.T.M. & H., DIP. DERM, DIP. VEN. Er unterrichtete und hielt Vorträge an Universitäten in Alexandria, Amman Bagdad, Beirut, Berlin, Dundee, Genf, Giessen, Glasgow, Hamburg, Hannover, Havanna, Jena, Khartoum, Krakau, Lagos, Leipzig, Liverpool, London, Lübeck, Madrid, Mansoura, Marburg, Moskau, München,New York, Paris, Rom, Leningrad, Tripolis, Tunis, Uppsala, Warschau und Zagazig.

Trotz der beeindruckenden akademischen Karriere lassen sich lediglich zwei wissenschaftliche Publikationen aus den Jahren 1951 und 1954 finden.

Auch Belege über die „Widerstands-Tätikeit unter Stauffenberg“ des „schwer verwundet aus Stalingrad Ausgeflogenen“ existieren scheinbar nicht.

Einwandfrei belegen läßt sich hingegen, dass er zusammen mit dem Stasi-Agenten Rainer Rupp folgendes Werk verfasste: Vor dem dritten Golfkrieg.

Daneben erschienen seit 1991 noch etliche andere Publikationen, die herzlich wenig mit Wissenschaft zu tun hatten.

In den USA, wo seit Ende des Golfkriegs bereits umfangreiche Studien über das Golfkriegssyndrom und Uran Munition durchgeführt wurden, ist der deutsche „Entdecker des Golfkriegssyndroms“ ein „fast völlig unbeschriebenes Blatt„.

Asaf Duraković, der zweite im WDR-Film auftretende „Experte“ für das Golfkriegssyndrom, hat es dort ebenfalls kaum zu öffentlicher Beachtung geschafft.

Und auch bei ihm hat die brillante akademische Karriere  nicht gerade zu einer wissenschaftlichen Publikationsflut geführt.

Eine Schlagzeile

Juni 1, 2009

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US deaths in Iraq rise sharply lautet die Schlagzeile über diesem BBC Artikel:

Es ist bezeichnend, dass der BBC nicht die niedrigste Zahl an zivililen Opfern (124) seit 2003 eine Schlagzeile wert ist, sondern die höchste Zahl an getöteten US Soldaten (24) seit September 2008 (also seit 8 Monaten)

Keine Schlagzeile

März 31, 2009

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Erstmals seit der Besetzung des Iraks wurde im Monatsdurchschnitt weniger als ein US Soldat pro Tag getötet.

Sowohl die Zahl der Opfer unter den Koalitionsstreitkräften als auch die Zahl der Iraker, die Opfer von Gewalt wurden, ist seit September 2007 konstant zurückgegangen.

Auf Grund dieser Entwicklung muss die Irakkriegs-kritische (aber korrekte) Seite Iraq Coalition Casualty Count nun auch auf die Opfer des „guten“ Kriegs in Afghanistan zurückgreifen, um weiter hohe Opferzahlen präsentieren zu können und der eigenen kriegskritischen Agenda nachzukommen.

Doch das sind für die MSM keine Schlagzeilen. Wenn man nicht über Morderfolge des Widerstands oder tapfere Schuhwerfer berichten kann, ist der Irak kein Thema.

Geschmackssache Völkerrecht

März 23, 2009

Der Linzer Völkerrechtler Franz Leidenmühler bezeichnete die Intervention bereits damals und auch heute als „völkerrechtswidrig“. Aus zwei Gründen: Weil sie nicht als Selbstverteidigung gewertet werden konnte, schließlich hatte Jugoslawien ja keinen anderen Staat angegriffen und zweitens, weil es kein Mandat des UN-Sicherheitsrats gab.

 

(Online Standard)

 

 

Ich habe mit dem Völkerrecht als Rechtspositivist so meine grundsätzlichen Probleme. Von Recht kann man erst sprechen, wenn es einen Herrschaftsbereich gibt, in dem sich Menschen einer bestimmten Rechtsordnung und Gerichtsbarkeit unterwerfen. Beim Völkerrecht fehlen all diese grundsätzlichen Komponenten des Rechts.

 

Folglich kommt man bei der Beschäftigung mit Völkerrecht schnell auf eine naturrechtlich-moralistische Ebene, die von den Völkerrechtlern jedoch gerne mit formaljuristisch klingenden Schlagwörtern wie „Völkerrechtsbruch“ oder „UN-Mandat“ getarnt wird.

 

Das Vorgehen der Nato gegen Jugoslawien und der Irak-Krieg seien aber nicht zu vergleichen, so Leidenmühler, denn die USA argumentierten in ihrer Sicherheitsstrategie 2002 nicht mit humanitärer Intervention, sondern damit, dass Präventionsschläge und ein Regimewechsel legitim seien, wenn ein Regime in Zukunft eine Gefahr darstellen könnte. Im Falle des Nato-Bombardements habe es hingegen ein „hehres Motiv“ vieler Staaten gegeben.

 

Letztlich läuft es immer auf den persönlichen Geschmack des Völkerrechtlers hinaus.

 

Weder der Kosovokrieg noch der Irakkrieg waren von einem Mandat des UN Sicherheitsrats gedeckt. (Wenn man beachtet welche Länder dem Sicherheitsrat angehören ist das in beiden Fällen kein Wunder)

 

In beiden Fällen stellten sich die Motive nachträglich als fragwürdig heraus.

 

Im Fall des Kosovokriegs sieht der Völkerrechtsexperte jedoch ein moralisch hochstehendes Motiv als gegeben an – man wollte die armen, kleinen Kosovaren vor einer humanitären Katastrophe bewahren.

 

Einen wahnsinnigen Diktator, der einen Krieg nach dem anderen geführt hatte und scheinbar nach Massenvernichtungswaffen strebte, abzusetzen, kann hingegen nicht als „hehres“ Motiv gelten.

 

Persönlich finde ich, dass beide Kriege ihre Berechtigung hatten. Diese kann jedoch nicht völkerechtlich-formaljuristisch begründet werden, sondern liegt im Willen, die Werte, die einem wichtig sind, durchzusetzen.

Irak endlich wieder ein Thema

Dezember 16, 2008

Fand die Schuh Episode eigentlich witzig – Bush hat cool reagiert.

http://www.kroma.no/2008/bushgame/

Jetzt gehen mir unsere Journalisten, die sich an der in der arabischen Welt nach der Tat herrschenden Euphorie erfreuen, schon schwer auf die Nerven.

Wenn nicht mehr von Morderfolgen des „Widerstands“berichtet werden kann, dann zumindest von einer tapferen Aktion gegen Bush.

Der Rückgang der Gewalt und die Fortschritte im Irak sind als Thema wohl auch wirklich zu langweilig.

Gekaufter Frieden?

Oktober 1, 2008

Nicht nur die Zahl der getöteten US Soldaten, sondern auch die Zahl der getöteten Zivilisten ist stark zurückgegangen. Seit Juni 2008 lagen die Opferzahlen immer unter 500 pro Monat.

Opfer des US Imperialismus wenden gerne ein, dass man sich die sunnitischen Milizen und damit einen Rückgang der Gewalt nur gekauft habe.

Dass der Zivilisten mordende „Widerstand“ ebenfalls von Anfang an durch Ölscheichs und Ölmullahs finanziert wurde, hinderte dieselben Leute nicht, die Heldentaten dieses „Widerstands“ im Kampf gegen die neokonservativen, ölraubenden Kreuzzügler zu bejubeln.