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Im Boot Syrer, am Bahnhof Nordafrikaner

Januar 10, 2016

Nach der Tragödie von Lampedusa entschloss sich Italiens Regierung mit dem Segen der EU zur Rettung aller Boote und zur Einstellung des Grenzschutzes.

Italiens Marine hat innerhalb weniger Stunden wieder rund tausend Migranten aufgenommen. Die Menschen waren in Nordafrika gestartet und hatten mit ihren Booten Kurs auf Europa genommen.

Die ruhige Wetterlage im Mittelmeer hat zu einem starken Ansturm von Migranten geführt, die derzeit überwiegend aus dem Bürgerkriegsland Syrien kommen.

(Spiegel, 20.03.2014)

Um jene Politik besser zu rechtfertigen, erklärte man die aus Nordafrika nach Italien einreisenden Migranten zu „überwiegend Syrern“, auch wenn die meisten Fotos der Flüchtlingsboote eindeutig Schwarzafrikaner zeigten.

Wenn schon alle aus Nordafrika kommenden Migranten als „Syrer“ freien Zugang zur EU haben sollten, war es klar, dass auch echte oder zumindest echtere Syrer (Iraker, Pakistaner, Afghanen,…) jener Einladung an „alle Syrer“ folgen würden.

Logischerweise wählten echte Syrer dafür nicht die Route über Tunesien oder Libyen, sondern die über die Türkei führende Balkanroute.

Der stillschweigenden, faktischen Einladung Italiens und der EU fügte Merkel im Sommer eine explizite Einladung hinzu und setzte damit eine regelrechte Völkerwanderung in Gang, die von einer lauten Minderheit willkommen geheißen wurde.

Kommt es zu unangenehmen Vorkommnissen mit den eingeladenen „Syrern“, können sie von Merkels Regierung und ihrer Willkommens-Presse immer noch zu „Nordafrikanern“ umdeklariert werden, die mit Merkels Einladung nichts zu tun hätten.

Blöd, dass sich die Polizisten, die vor Ort ihren Kopf hinhalten müssen,  nicht immer unwidersprochen an den Vertuschungsaktionen ihrer Vorgesetzten beteiligen möchten:

Die Beamten wehren sich auch gegen Vorwürfe von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an die Adresse der Kölner Polizei.

Die Kölner Polizisten sagten der „Welt am Sonntag“, sie hätten durchaus zahlreiche Personen kontrolliert und teils festgenommen. Daher sei der Polizei auch bekannt, um welche Personengruppen es sich handele. „Es wurden, anders als öffentlich dargestellt, sehr wohl von zahlreichen Personen die Personalien aufgenommen“, die zum Mob vor dem Bahnhof gehört hatten.

Rund 100 dieser Personen seien kontrolliert worden; etliche von ihnen seien der Wache zugeführt und in Gewahrsam genommen worden. Bislang hat die Kölner Polizeispitze nicht berichtet, dass die Polizei Täter festnahm oder in Gewahrsam nahm. Die Personenkontrollen ergaben, berichten Kölner Polizisten weiter: „Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil der Kontrollierten um Syrer.“

(Die Welt)

Opferzahlen für den guten Zweck verzehnfacht

Februar 15, 2015

Die italienische Küstenwache und mehrere Handelsschiffe sind heute vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa insgesamt zwölf Flüchtlingsbooten zu Hilfe gekommen.

Angaben der Küstenwache und Medienberichten zufolge befanden sich insgesamt bis zu 2.000 Migranten auf den Booten.

(ORF)

Italiens linke Regierung lässt zwar wieder politisch korrekt alle Boote auffischen. Für die (wesentlich teurere) Versorgung der selbstlos Geretteten dürfen dann trotzdem die herzlosen nördlichen Wohlfahrtsstaaten aufkommen.

Die Rechtfertigung für das Vorgehen der italienischen Regierung, findet man weiter unten:

Vergangene Woche waren rund 330 afrikanische Flüchtlinge beim Untergang ihrer Schlauchboote ertrunken oder bei eisigem Wetter und schwerer See erfroren.

Gesichert ist zwar der tragische Tod von 29 Bootsflüchtlingen.

Laut Angaben von italienischen Behörden wurden weder andere Boote noch Leichen gefunden, welche die Meldungen von den 330 Toten bestätigen würden.

Doch weder die italienische Regierung noch die internationalen Medien scheinen sich für diese Umstände sonderlich zu interessieren.

Um die „Festung Europa“ besser anprangern zu können, dürften die Opferzahlen also wieder einmal erfolgreich verzehnfacht worden sein.

Solange es einem guten Zweck dient, und lediglich die Schlepper und nicht die Geschleppten angeschwärzt werden, ist man bereit, die absurdesten Räuberpistolen ungeprüft wiederzugeben:

Überlebende berichteten, sie seien am 7. Februar von einem Strand bei Tripolis in See gestochen. Die Schleuser hätten sie mit vorgehaltener Pistole gezwungen, auf die Boote zu gehen.

Dieses jüngste Flüchtlingsunglück hat in Europa erneut Forderungen laut werden lassen, die im Herbst eingestellte Rettungsaktion Mare Nostrum der italienischen Marine wieder aufzunehmen.

Migranten und Flagellanten

Februar 11, 2015

Wie lange soll das Sterben an den EU-Außengrenzen noch weitergehen? Wie viele Menschen müssen auf der Flucht nach Europa ums Leben kommen, bis sich an der europäischen Grenzpolitik etwas ändert?

(Spiegel)

Würde Europa der Aufforderung zur Selbstgeißelung bzw. Grenzöffnung tatsächlich nachkommen, würde der europäische Wohlfahrtsstaat binnen weniger Monate zusammenbrechen.

Sündhafte Grenzpolitik wäre dann tatsächlich nicht mehr notwendig, da der europäische Wohlstand sich sehr rasch ans afrikanische Niveau anpassen würde. Nur wegen unserer Kultur oder dem angenehm kühlen Wetter würden selbst bei offenen Grenzen wohl nicht mehr die großen Massen aus dem Süden anreisen.

Italiens Marine patrouillierte weit über die italienische Seegrenze hinaus und rettete so Zehntausende Flüchtlinge vor dem Ertrinken.

Und was tat die EU? Sie ließ Italien alleine für die Kosten aufkommen.

Italiens linke Regierung ließ zwar politisch korrekt alle Boote auffischen. Für die (wesentlich teurere) Versorgung der selbstlos Geretteten durften dann trotzdem die herzlosen nördlichen Wohlfahrtsstaaten aufkommen.

Am „Sterben im Mittelmeer“ sind nicht die Zäune oder das Meer schuld, sondern der Anreiz, die illegale Einreise nachträglich durch einen Asylantrag zu legalisieren und bis zum Abschluss des Verfahrens (und meistens auch darüber hinaus) in einem europäischen Wohlfahrtsstaat zu bleiben.

Würde man die Bootsflüchtlinge in die Transitländer, aus denen sie in See gestochen sind, umgehend zurückschicken, würde sich die Überfahrt nicht mehr auszahlen und das „Sterben im Mittelmeer“ wäre rasch beendet.

Die EU sollte tatsächlich mehr Flüchtlinge aus Krisenregionen aufnehmen.

Solange Europa jedoch weiter mit illegalen Migranten überschwemmt wird, ist so eine berechtigte Forderung politisch leider kaum durchsetzbar.

Wäre das Problem der ungeregelten Zuwanderung gelöst, wäre es politisch leichter durchsetzbar, Flüchtlinge direkt aus Krisenregionen aufzunehmen, von denen man mit Sicherheit wüsste, dass es sich um echte Vertriebene handelt.

Natürlich müsste dies nach einem gerechten Schlüssel geschehen.

Was jedoch nicht nur für die einzelnen EU-Länder gelten müsste, sondern insbesondere im Verhältnis zu den reichen Golfstaaten.

Es ist nicht einzusehen, warum sich wohlhabende Länder, die arabisch und muslimisch sind und sogar Arbeitskräfte importieren müssen, bei der Bewältigung der IS-Flüchtlingskrise heraushalten dürfen.