Posts Tagged ‘Lockerbie’

Italiens Lockerbie

September 7, 2012

Die libysche Regierung hat Gaddafis rechte Hand überstellt bekommen.

Sanussi war seinem Schwager stets treu zu Diensten. Studentenproteste in Tripolis und Bengasi ließ er niederschlagen und die Anführer öffentlich hinrichten. Tausende andere Regimegegner landeten hinter Gittern und wurden gefoltert. Lange nahm die Welt kaum Notiz davon. Dies sollte sich erst ändern, als 1988 der Pan-Am-Jumbo, Flugnummer 103, über dem schottischen Lockerbie explodierte. Den 2001 als Attentäter verurteilten Abdel Basset Ali al-Megrahi hatte Sanussi zuvor für den Geheimdienst angeworben. Megrahi gehörte demselben Stamm an wie Sanussi.

Auch für den Bombenanschlag auf einen Linienflug der französischen Airline UTA im September 1989 soll der Ex-Geheimdienstchef verantwortlich sein. Bei der Explosion über dem Niger kamen alle 170 Insassen ums Leben, darunter auch die Frau des US-Botschafters im Tschad.

Am Abend des 27. Juni 1980 stürzte Itavia-Flug 870, eine Douglas DC-9, nördlich der italienischen Insel Ustica auf dem Wege von Bologna nach Palermo aus zunächst ungeklärter Ursache ins tyrrhenische Meer. Alle 81 Insassen starben bei diesem Flugzeugunglück, das als „Strage di Ustica“ (das Ustica-Blutbad) in Italien bekannt wurde.

Bereits am nächsten Tag wurde vom Geheimdienst SISMI ein falsches Bekennertelefonat an den „Corriere della Sera“ getätigt, in dem die rechtsextremen NAR die Verantwortung für den Anschlag übernahmen.

Nachdem sich das Bekenntnis der NAR als „Fake“ erwies, ging man zunächst von einem technischen Gebrechen der DC-9 aus.

Erst Jahre später kam es zu einer gerichtlichen Untersuchung des Falles.

In den 90er-Jahren kamen die vom Gericht beauftragten, internationalen Sachverständigen zu dem Schluß, die DC-9 sei durch eine Bombenexplosion abgestürzt.

Hätte man in jene Richtung weiter ermittelt, wäre man wohl schnell auf Gaddafi gestoßen.

Zu jenem Zeitpunkt wusste man bereits von Libyens Verantwortung für Lockerbie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lockerbie-Anschlag

Auch die Absturzursache für eine im Niger verunglückte französische Passagiermaschine war bereits bekannt:

http://de.wikipedia.org/wiki/UTA-Flug_772

Eine Minderheit der Sachverständigen ging von einem Zusammenstoß mit einem anderen Flugzeug aus – auch in diesem Fall wäre man wohl schnell bei Gaddafi gelandet, da eine in Kalabrien abgestürzte libysche MiG wenige Tage nach dem Unglück von Ustica aufgefunden worden war.

Stattdessen wurde die „unglaublichste Theorie“, welche von Gaddafis italienischen Geschäftsfreunden ins Spiel gebracht worden war, zur populärsten Erklärung für Ustica.

Rebellische Dankbarkeit

August 28, 2011

Die „Rebellen“ haben noch nicht einmal das ganze Land unter Kontrolle gebracht.

Und schon werden unverschämte Töne in jene Richtung gespuckt, die ihnen den Sieg gegen den Diktator ermöglicht hatte:

Tripolis – Der verurteilte und später freigelassene Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi wird nicht an den Westen ausgeliefert. Das sagte ein Minister des libyschen Nationalen Übergangsrates am Sonntag. „Wir werden keinen libyschen Bürger dem Westen übergeben“, sagte der für Justiz zuständige Mohammed al-Alagi in Tripolis. Megrahi sei bereits einmal vor Gericht gestanden und werde sich nicht noch einmal verantworten müssen.

Den kleinen Lakaien dürfen sich die „Rebellen“ allerdings ohnehin gerne behalten.

Der Auftraggeber muss jedoch schleunigst vor ein westliches Gericht gestellt werden.

Sonst haben sich die „Rebellen“ selbst ein paar Bomben verdient.

Ustica – Italiens Lockerbie

März 10, 2011

Am Abend des 27. Juni 1980 stürzte Itavia-Flug 870, eine Douglas DC-9, nördlich der italienischen Insel Ustica auf dem Wege von Bologna nach Palermo aus zunächst ungeklärter Ursache ins tyrrhenische Meer. Alle 81 Insassen starben bei diesem Flugzeugunglück, das als „Strage di Ustica“ (das Ustica-Blutbad) in Italien bekannt wurde.

Die „Libyen-Fraktion“ der damaligen italienischen Regierung, die trotz NATO-Bündnisses auf ihre Geschäfte mit dem Terrorpaten dringend angewiesen war, hatte stets versucht, Gaddafis geschäftsschädigende Terrorstreiche zu vertuschen.

Am leichtesten konnte man dies tun, in dem man den Terror der „Strategie der Spannung“ zuschrieb, da dies die Musik war, die Italiens rote Medien und Justiz hören wollten.

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Stürzt der alte Terrorpate?

Februar 17, 2011

Für Gaddafi und seine kriminelle Brut steht jetzt einiges auf dem Spiel.

Wenn er stürzt, wird er sich für unzählige Morde an Oppositionellen und Terrorstreiche wie Lockerbie verantworten müssen.

Seine öligen Geschäftsfreunde und Bunga Bunga-Kumpanen werden sich dann auch ganz schnell wieder von ihm abwenden…

Gaddafi und seine Katholiken

August 9, 2010

Das US-Justizsystem sei „von Rachsucht geprägt“ , glaubt der Edinburgher Kardinal Keith O’Brien: „Ich lebe lieber in einem Land, in dem Gerechtigkeit durch Gnade gemildert ist als dort, wo Rachsucht und Vergeltung im Vordergrund stehen.“ Die Amerikaner sollten sich „an die eigene Nase fassen“ anstatt die Schotten und deren Justizsystem zu kritisieren.

Das gab der Vorsitzende der schottischen Bischofskonferenz von sich, nachdem die Amerikaner gewagt hatten, Kritik an der vorzeitigen Haftentlassung eines 270-fachen Massenmörders zu üben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die heilige katholische Kirche schützend vor Gaddafi stellt.

Seine engsten Verbündeten fand Gaddafi nicht nur im kommunistischen Ostblock, sondern auch unter katholischen italienischen Politikern, die für gute Geschäfte stets bereit waren, alle bösen Streiche des Terrorpaten Gaddafi zu verzeihen.