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Mythenpfege bei Maybritt

April 12, 2012

In der Sendung wurde viel darüber spekuliert, von wem sich der Iran in Wahrheit bedroht fühle – und warum er deshalb ein Recht hätte, sich aufzurüsten.

Scholl-Latour lieferte seine üblichen Plattitüden über die historisch belegte Friedfertigkeit des Irans ab, der in Wahrheit von den Saudis bedroht werde.

Eine Augstein versuchte auch historisch zu argumentieren, indem sie auf die westliche Aufrüstung Saddams im ersten Golfkrieg hinwies.

Dass Saddam bei seinem Angriff auf den Iran seine Waffen und Befehle von den USA erhalten habe, ist eben ein besonders populärer Mythos, auch wenn es nicht besonders kompliziert wäre, sich über die Fakten zu informieren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg

Da auch eine Exil-Iranerin geladen war, durfte auch nicht der Mossadegh-Mythos fehlen, der besagt, dass die iranische Demokratie 1953 durch einen „Umsturz von Außen“ für immer und ewig verpfuscht worden sei:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2008/11/30/parallellen-zum-sturz-mossadeghs/

Es mag schon sein, dass es dem Iran in Wahrheit nicht um Israel gehe, sondern um die Vorherrschaft in der Region.

Tatsächlich ist es aber so, dass der Iran die Vorherrschaft in der islamischen Welt zu erlangen versucht, in dem er sich als besonders fanatischer Feind Israels gebärdet.

Aus welcher Motivation der Iran sich aufrüstet und Israel bedroht, ist eine Frage, die für uns in Europa Stoff für anregende Gespräche bergen mag.

Die unmittelbar Bedrohten können es sich leider nicht ewig leisten, das Ende dieser hochinteressanten Diskussion abzuwarten.